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maſſe verarbeiten können. Alle anderen Stickſtoffdünger müſſen erſt durch chemiſche Proceſſe im Boden in Salpeterſäure, bezw. ſalpeterſaure Salze, übergeführt werden, ehe ſie zum Pflanzenwachstume Verwend⸗ ung finden können. Auch iſt der Chiliſalpeter im Waſſer ſehr leicht löslich, ſodaß deſſen Wirkung ge⸗ wiſſermaßen mit dem Aufbringen beginnt. Da die ſalpeterſauren Verbindungen von der Ackererde nicht zurückgehalten werden, ſondern mit der Bodenflüſſigkeit und dem auffallenden Regen in die tieferen Schichten wandern, ſo iſt es niemals angebracht, die Bäume während oder gar vor Winter mit Chiliſalpeter zu düngen, denn man würde ſich in einem ſolchen Falle der Gefahr ausſetzen, daß der größte Teil dieſes Düngers, durch das Herbſt⸗ und Winterwaſſer in den Untergrund entführt, verloren ginge.
Wollen wir demnach Chiliſalpeter bei der Düngung der Bäume verwenden, ſo geben wir den⸗ ſelben am beſten im Frühjahre kurz vor Beginn des Pflanzenwachstums; in demſelben Maße, wie als⸗ dann der Chiliſalpeter mit der Bodenflüſſigkeit in die tieferen Schichten wandert, wird derſelbe von den thätigen Wurzeln aufgenommen und dem Baume zugeführt. Ein Unterbringen des Chiliſalpeters bei der Frühjahrsdüngung iſt nur dann geboten, wenn die Bäume in Grasflächen ſtehen, während bei gewöhn⸗ lichem Garten⸗ und Ackerlande ein einfaches Aufſtreuen vollſtändig genügt, vorausgeſetzt, daß eine Verun⸗ krautung des Ackers nicht vorliegt. Im letzteren Falle wird man vorteilhafterweiſe den Chiliſalpeter flach einhacken, wodurch zugleich das Unkraut zerſtört und der Boden gelockert wird.
Bei Grasländereien kann man auch mit gutem Erfolge die Untergrundsdüngung in Anwend⸗ ung bringen. Man ſtellt ſich zu dieſem Zwecke eine Löſung her, welche in 1 Liter Waſſer etwa 1—1 ½ gr Chiliſalpeter enthält, und füllt damit die mit dem Erdbohrer etwas flacher, wie bei der Jauchedüngung, ausgehobenen Löcher. Von den letzteren aus verteilt ſich alsdann mit dem Waſſer der gegebenen Dünger und gelangt raſch in den Bereich der Wurzeln.
Ebenſo verfährt man bei einer Sommerdüngung, die an und für ſich wohl zu empfehlen iſt, denn durch eine ſolche verſieht man zugleich den Baum mit dem notwendigen Waſſer, an dem es ſehr häufig gerade in dieſer Zeit im Boden mangelt. Dieſe Sommerdüngung darf jedoch nur bis Mitte Juli erfolgen, da ſonſt die Gefahr vorliegt, daß der Chiliſalpeter das Wachstum von neuem anregt und der Baum infolgedeſſen mit unreifem Holze, welches durch Froſt ſehr zu leiden hat, in den Winter tritt. Letztere Erſcheinung wird auch beobachtet, wenn dem Baume überhaupt einſeitig zu große Mengen von Chiliſalpeter zugeführt werden. Die dadurch einſeitig verabreichten Stickſtoffmengen verhindern den Reifeproceß, wie bereits früher erläutert worden iſt, ſodaß infolge einer derartigen Düngung der Baum viel lockeres und ſchwammiges Holz produziert, ohne zum Fruchtknoſpenanſatz zu gelangen.
Eine alleinige Verwendung von Stickſtoffdüngern, was ganz beſonders hervorgehoben werden muß, wird daher nur ausnahmsweiſe, z. B. bei älteren Bäumen mit recht tiefgehenden Wurzeln, angebracht ſein, während in den meiſten Fällen der beabſichtigte Erfolg ſicherer erreicht wird, wenn mit dem Chiliſalpeter zuſammen zugleich phosphorſäure⸗ und kalihaltige Düngemittel Verwendung finden.
Das zuletzt Geſagte hat ſelbſtverſtändlich nicht allein Geltung für den Chiliſalpeter, ſondern auch für das ſchwefelſaure Ammoniak, welches daher meiſtens ebenfalls nicht als ſolches in der Landwirt⸗ ſchaft Verwendung findet, ſondern in der Regel in Verbindung mit Superphosphat als Ammoniak⸗Super⸗ phosphat, eine Miſchung von ſchwefelſaurem Ammoniak mit irgend einem Superphosphat.
An und für ſich gehört das ſchwefelſaure Ammoniak, welches mit einem Gehalte von 19—21% Stickſtoff im Handel vorkommt, zu den langſam, ſtetig wirkenden Düngern, und es iſt demgemäß vorzüglich geeignet, dem Baume während der ganzen Entwicklungsperiode fehlenden Stickſtoff zuzuführen. Dasſelbe kann nicht ohne weiteres zum Aufbau der Pflanze Verwendung finden, ſondern es muß erſt durch die Thätigkeit kleiner Lebeweſen, dem ſogen. Salpeterferment, in Salpeterſäure umgewandelt werden, d. h. in eine Form, in welcher der Stickſtoff im Chiliſalpeter ſich vorfindet. Die Zeit, welche zur Um⸗ wandlung des Ammoniaks in Salpeterſäure erforderlich iſt, hängt von der chemiſchen und phyſſikaliſchen Beſchaffenheit der Ackerkrume ab; auf den ſchweren, bindigen, humusarmen oder an Humus zu reichen Bodenarten geht die Salpeterbildung ſehr langſam von ſtatten, ſodaß es unter ſolchen Verhältniſſen zweck⸗ mäßig erſcheint, das ſchwefelſaure Ammoniak bereits im Herbſte anzuwenden, damit der Baum beim Be⸗ ginne ſeines Wachstumes im Frühjahre ſofort wirkſamen Stickſtoff zur Verfügung hat. Hat man es da⸗ gegen mit leichteren, ſandigen oder auch mit kalkreichen Böden, deren Humusgehalt ein mittlerer iſt, zu thun, in denen der Nitrifikationsproceß raſch erfolgt, ſo genügt die Zeit vom Frühjahre bis zu der Periode des höchſten Stickſtoffbedarfes des Baumes, um das Ammoniak in Salpeterſäure überzuführen, ſodaß eine Frühjahrsdüngung als zuläſſig bezeichnet werden kann.
Da das ſchwefelſaure Ammoniak im hohen Grade von der Ackerkrume abſorbiert, demnach in den oberen Schichten zurückgehalten wird, ſo iſt eine ſogen. Kopfdüngung nicht anwendbar, denn wir würden


