Aufsatz 
Die Düngung der Obstbäume
Entstehung
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durch eine ſolche nur die Unkräuter des Ackerlandes oder auch die Gräſer des Gartens in der Entwicklung

befördern, nicht aber das Wachstum des Baumes, und wir müſſen daher das ſchwefelſaure Ammoniak,

wenn es ſich um die Düngung von Bäumen in offenem Felde oder im Gemüſegarten handelt, ebenfalls

untergraben, während bei Bäumen im Graslande wiederum die Untergrundsdüngung die beſte Methode iſt.

Af 1 üter Waſſer rechnet man in dieſem Falle 23 gr und auf 1 Um etwa 50 gr ſchwefelſaures mmoniak.

Zeigt der Baum eine ſtarke Holzproduktion und einen geringen Fruchtanſatz, ſo wird dadurch der Beweis erbracht, daß es dem Boden an der zur Blüten⸗ und Fruchtbildung notwendigen Phosphorſäure fehlt, und es iſt daher in einem ſolchen Falle eine beſondere Phosphorſäuredüngung unbedingt er⸗ forderlich. Zu dieſem Zwecke ſteht uns einerſeits das Superphosphat, andererſeits Thomasmehl oder Knochenmehl zur Verfügung. Die beiden zuletzt genannten Dungſtoffe, welche die Phosphorſäure in nicht ſofort aufnehmbarer Form enthalten, werden am vorteilhafteſten bereits im Herbſte durch Unter⸗ graben möglichſt in den Bereich der Wurzeln gebracht, damit während des Winters ein Teil dieſes Nähr⸗ ſtoffes durch die Humusſubſtanzen und durch das kohlenſäurehaltige Waſſer des Bodens gelöſt werden kann. Die Düngung mit dem leichtlöslichen Superphosphate erfolgt dagegen am beſten im Frühjahre, und zwar iſt es geboten, dasſelbe ebenfalls durch Umſpaten möglichſt mit der Ackerkrume zu vermiſchen, weil im anderen Falle die leicht abſorbierbare Phosphorſäure in den oberen Schichten des Bodens feſtgehalten wird und nur ſpurenweiſe bis zu den Baumwurzeln vordringen kann. Auch zu einer Untergrundsdüngung im Frühjahre und Sommer iſt Superphosphat recht geeignet; man rechnet im letzteren Falle auf 1 Liter Waſſer ca. 12 gr Superphosphat, während bei dem Untergraben 100 gr ausreichen, um das Phosphor⸗ ſäurebedürfnis des Baumes zu decken.

Etwa in demſelben Mengenverhältniſſe verwendet man auch Thomasmehl und Knochenmehl.

Eine beſondere Kalidüngung empfiehlt ſich vor allen Dingen für die leichteren, ſandigen Böden, welche verhältnismäßig arm an dieſem Nährſtoffe ſind, während andererſeits der Obſtbaum im reichen Maße Kali bedarf, wie bereits mehrfach hervorgehoben wurde. In welcher Form wir indeſſen dieſe Dung⸗ ſtoffe dem Baume zuführen ſollen, hängt ganz von der Jahreszeit ab, in der wir die Düngung vornehmen wollen. Handelt es ſich um eine Herbſtdüngung, ſo wird eventuell der billigere Kainit den Vorzug ver⸗ dienen, da das Herbſt⸗ und Winterwaſſer die ſchädlichen Beimengungen in den Untergrund wäſcht(vergl. die Düngung der Baumſchule), wo ſie zufolge chemiſcher Proceſſe in unſchädliche Verbindung übergeführt werden, während das wichtige Kali vom Boden in den oberen Schichten zurückgehalten wird. Im Frühjahre bevorzugt man dagegen immer die konzentrierten Salze, welche ſchädliche Beimengungen nicht enthalten.

Da die Ackererde das Kali im hohen Grade zurückhält, ſo bringt man die Kaliſalze am beſten durch Umſpaten oder auch durch eine Untergrundsdüngung möglichſt in den Bereich der Wurzeln. Etwa 80 gr Kainit oder 30 gr konzentrierte Kaliſalze pr. 1Im ſind hinreichend, um den Kalibedarf des Baumes zu decken.

Den Sandböden und andererſeits den ſchweren Thonböden giebt man auch noch mit gutem Er⸗ folge eine Kalkdüngung. Dieſelbe hat bei den leichteren Bodenarten in erſter Linie den Zweck, den fehlenden Pflanzennährſtoff Kalk zu erſetzen, während der Thonboden durch eine ſolche Düngung durch⸗ läſſiger und lockerer gemacht wird.

Mit Ausnahme der ſoeben beſonders erörterten Fälle, erſcheint es niemals rätlich, nur allein einen Pflanzennährſtoff durch die künſtlichen Düngemittel dem Baume zuzuführen, denn die Pflanze kann erſt dann die größten Maſſen an Trockenſubſtanz produzieren, wenn die einzelnen Nährſtoffe in einem gewiſſen Mengenverhältniſſe vorhanden ſind. Bieten wir dem Baume z. B. einſeitig zu große Mengen von Stickſtoff, ſo wirkt derſelbe nicht günſtig, ſondern ſchädlich, oder er wird überhaupt nicht in Pflanzenſubſtanz umgearbeitet, da es vielleicht an Phosphorſäure und Kali fehlt. Wollen wir demnach die höchſten Erträge von unſeren Bäumen erzielen, ſo müſſen wir vor allen Dingen diejenigen Pflanzen⸗ nährſtoffe, welche der Baum im reichen Maße dem Boden entzieht, die aber in letzterem in geringen Mengen vorhanden ſind, in den künſtlichen Düngemitteln zuſammen verabreichen. Um dieſen Zweck durch eine Verwendung künſtlicher Düngemittel möglichſt vollſtändig zu erreichen, empfiehlt Herr Prof. Dr. Paul Wagner⸗Darmſtadt, den Obſtgärten zu geben

pro Hektar: 400 kg 17% iges Superphosphat,) 180 kg phosphorſaures Kali, 160 kg Chlorkalium, oder 70 kg ſalpeterſaures Kali, 200 kg ſchwefelſaures Ammoniak, 150 kg ſchwefelſaures Ammoniak;