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ſchlecht ernährte Bäume nicht genügende Widerſtandskraft gegen andere Krankheiten und gegen ungünſtige, äußere Einflüſſe.
Hat man dagegen den Boden in einem Umfange von 6—8[m auf die oben angegebene Art und Weiſe durchdüngt, ſo wird man mehrere Jahre hintereinander die günſtige Wirkung der reichlichen Nährſtoffzufuhr beobachten können. Die Bäume werden alsdann ein reiches Wurzelnetz bilden, welches denſelben bei ſpäteren Düngungen wiederum zu gute kommt. Selbſtverſtändlich genügt eine derartige, ein⸗ malige Düngung nicht, um den Baum dauernd ertragreich zu erhalten, vielmehr erſcheint es ratſam, dem erwachſenen Baume ſpäter alljährlich neue Nahrung zuzuführen, wenn die Erträge und das Wachstum desſelben nicht erheblich nachlaſſen ſollen. Denn indem der Baum an Umfang und Maſſe zunimmt und Früchte trägt, entzieht er dem Boden bedeutende Mengen von Nährſtoffen, welche wiederum erſetzt werden müſſen.
Nach Profeſſor Dr. Barth⸗Rufach berechnet ſich der mittlere jährliche Nährſtoffbedarf eines Obſt⸗ baumes von etwa 20 m Fläche auf
rund 200 gr Stickſtoff, 300 gr Kali, 100 gr Phosphorſäure, 300 gr Kalk, oder pr. 10DWm 10 gr„ 15 gr„ 5 gr„ 15 gr„
Wer demnach reichtragende und geſunde Bäume haben will, welche ein hohes Alter er⸗ reichen ſollen, der muß wenigſtens die dem Boden alljährlich entzogenen Pflanzennährſtoffe durch eine zweckentſprechende Düngung wieder erſetzen, und zwar gilt diesbezüglich als vornehmſter Grundſatz: Inſonderheit diejenigen Dünger zu bevorzugen, welche eine langſame und ſtetige, mehrere Jahre anhaltende Wirkung zeigen. Denn aus der im Juli bis Auguſt gebildeten Fruchtknoſpe geht nicht in dem Jahre ihrer Entſtehung die Frucht hervor, ſondern erſt im Herbſte des darauf folgenden, ſodaß es im allgemeinen am vorteilhafteſten iſt, wenn die zu dieſem Zwecke herangezogenen Düngemittel im Verlaufe von 2—3 Jahren ihre Nährſtoffe dem wachſenden und tragenden Baume allmählich zur Ver⸗ fügung ſtellen. Wollen wir mit Düngemitteln, deren Wirkung nur 1 Jahr anhält, einen ähnlichen Erfolg erzielen, ſo müſſen wir die Düngung alle Jahre im richtigen Zeitpunkte wiederholen; geſchieht dies nicht, ſo führen wir zwar durch die einmalige, raſch wirkende Düngung einen reichen Anſatz von Fruchtknoſpen herbei, aus denen jedoch Früchte hervorgehen, welche entweder im erſten Stadium ihrer Entwickelung von dem Baume abgeſtoßen werden, oder wenn ſolches nicht eintreten ſollte, höchſt klein bleiben, da es an den zur Ausbildung notwendigen Nährſtoffen im zweiten Jahre fehlt.
Aus dem Geſagten ergiebt ſich zur vollen Genüge, daß auch bei der Düngung der tragenden Bäume der Stallmiſt die erſte Stelle einnimmt, deſſen Wirkung ſich über mehrere Jahre erſtreckt, und durch welchen wir dem Baume alle Nährſtoffe, wenngleich nicht in dem Mengenverhältniſſe, wie ſie der⸗ ſelbe benötigt, zuführen. Der Stallmiſt iſt, wie bereits mehrfach hervorgehoben wurde, für den Baum zu reich an Stickſtoff, dagegen zu arm an Phosphorſäure, und wir nnuſfen daher auch in dieſem Falle noch phosphorſäure⸗ und kalihaltige Düngemittel beigeben. Thuen wir ſolches nicht, ſo liegt die Gefahr nahe, beſonders wenn wir die ſtickſtoffreicheren Miſtarten, Schafmiſt und Pferdemiſt, in Anwendung bringen, daß der Baum zu ſehr ins Holz treibt, nicht aber zum Fruchtanſatz gelangt. Am günſtigſten wirkt der Stall⸗ miſt, wenn wir denſelben mit Thomasmehl und Kaliſalzen zuſammen unter dem Baume, ſoweit die Baum⸗ krone reicht, gleichmäßig verteilen und untergraben. Ein einfaches Obenaufbreiten und Liegenlaſſen iſt niemals zu empfehlen, da wir alsdann den auflaufenden Unkräutern oder, wenn es ſich um Grasländereien handelt, den Gräſern die Nährſtoffe zuführen, nicht aber den Baumwurzeln. Graben wir dagegen den Stallmiſt etwa 20— 25 cm unter, ſo bringen wir denſelben bereits in die Nähe der Wurzeln, ſodaß bei der ſpäter eintretenden Zerſetzung und Verweſung die freiwerdenden Pflanzennährſtoffe durch das Boden⸗ waſſer und den auffallenden Regen leicht in den Wurzelbereich geführt und aufgenommen werden können. Handelt es ſich um Wieſenland oder Grasgärten, ſo iſt es vollſtändig berechtigt, die Raſennarbe abzu⸗ ſchälen und alsdann die Düngung, wie oben angegeben, vorzunehmen. Eine Beſchädigung des Raſens iſt damit nur im geringen Grade verbunden, beſonders wenn derſelbe nicht zu flach abgehoben und wieder gleichmäßig aufgelegt und angedrückt wurde; ja wir dürfen ſogar erwarten, daß infolge des Abſchälens die Gräſer ein um ſo fröhlicheres Wachſen und Gedeihen zeigen werden, inſofern die dabei zerſchnittenen Pflanzenwurzeln an den Schnittflächen große Mengen von kleinen Saugwurzeln entwickeln, welche eine außer⸗ ordentlich reiche Ernährung der Gräſer bewirken.
Das Untergraben des Stallmiſtes nimmt man am beſten in jenen Monaten vor, in welchen ein weiteres Wachstum des Baumes nicht erfolgt, alſo im Oktober bis etwa April. Der untergebrachte Dünger geht alsdann während der Vegetationsruhe bereits in Zerſetzung über, ſodaß der Baum im Frühjahre beim Beginn des Wachstumes die durch das Winterwaſſer in den Wurzelbereich herabgeführten Pflanzennährſtoffe ſofort zur Verfügung hat, was für die Weiterentwickelung vor allen
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