Aufsatz 
Die Düngung der Obstbäume
Entstehung
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beet möglichſt eben liegt, ſo iſt ſolches ſehr zu empfehlen, inſofern ſich unter der dichten Düngerdecke jener vorzügliche, phyſikaliſche Bodenzuſtand einſtellt, welchen die Praxis mit Ackergare bezeichnet hat. Auch be⸗ wirkt der auffallende Regen, welcher den Dünger auslaugt, eine derartig gleichmäßige Verteilung der lös⸗ lichen Pflanzennährſtoffe im Boden, wie ſie beim Unterbringen des Miſtes ſchwerlich erzielt wird.

Ferner empfiehlt ſich in der Zwiſchenzeit, welche zwiſchen dem Unterbringen des Stallmiſtes und der Einſaat liegt, ein reichliches Begießen des Saatlandes mit Jauche, um möglichſt alle Schichten der Ackerkrume mit hinreichenden Mengen von Nährſtoffen zu verſehen. Man darf jedoch diesbezüglich nicht außer acht laſſen, daß auch die Jauche verhältnismäßig zu reich an Stickſtoff und zu arm an Phosphor⸗ ſäure iſt, und es demnach ebenfalls ratſam erſcheint, in demſelben Maße, wie die Jauchedüngung erfolgt, den Phosphorſäuregehalt des Bodens zu erhöhen. Thut man ſolches nicht, ſo ſetzt man ſich erſt recht der Gefahr aus, unreifes Holz zu erhalten, welches durch den Froſt enorm zu leiden hat, da der Stickſtoff der Jauche an und für ſich raſcher zur Wirkung gelangt, wie derjenige des Stallmiſtes, und dementſprechend auch eine noch maſtigere Entwicklung der jungen Pflanzen herbeiführt.

Eine Kalibeidüngung iſt bei der Jauche nicht erforderlich, da dieſelbe hinreichende Mengen dieſes Nährſtoffes enthält.

Iſt das Saatbeet auf die genannte Art und Weiſe durchdüngt worden, ſo kann man ſicher ſein, daß Wildlinge erhalten werden, die bereits mit 1 Jahre zum Verſetzen reif ſind und welche die notwendige Stärke(6 mm) und Länge(4045 cm) erreicht haben. Es iſt eine derartige, kräftige und ſchnelle Ent⸗ wicklung von außerordentlichem Werte, denn jeder Vahmnzüchtar weiß, daß alte Setzlinge faſt durchgängig kümmerlich wachſende, ſchwache Bäume liefern.

IlI. Die Düngung der Baumſchule.

Wie bei der Herrichtung der Saatbeete, verfährt man auch bei der Vorbereitung des Bodens für die Baumſchule, welche ebenfalls bis zu möglichſt großer Tiefe einen hinreichenden Vorrat an Pflanzen⸗ nährſtoffen aufweiſen ſoll. Aus dieſem Grunde wird man ſich nicht allein mit dem Rigolen begnügen, wie es recht häufig geſchieht, ſondern es iſt auch in dieſem Falle angebracht, die verſchiedenartigen Düngemittel, entſprechend dem Nährſtoffbedürfnis des Baumes, ausgiebig anzuwenden.

Handelt es ſich bei der Anlage der Baumſchule um ein Grundſtück, das bisher noch nicht zum Gartenbau verwandt wurde, und welches demnach in der Regel einen geringen Gehalt an Pflanzennähr⸗ ſtoffen und beſonders an Humusſubſtanzen aufweiſt, ſo iſt unbedingt vor dem Rigolen eine Stallmiſt⸗ düngung erforderlich, welcher außerdem die im Stallmiſte fehlenden Phosphorſäuremengen am beſten in Form von Thomasmehl beigefügt worden ſind.

Auch eine Gründüngung mit Hülſenfrüchten und Kleearten(Erbſen, Wicken, Serradella, Lupinen) kann ſehr empfohlen werden, da dieſelbe eine ähnliche Wirkung zeigt, wie eine Düngung mit Stallmiſt. Die grüne Pflanzenmaſſe bildet bei ihrer ziemlich raſch erfolgenden Zerſetzung Humuskörper, welche die phyſikaliſchen Eigenſchaften der Ackerkrume verbeſſern. Weiter kommt diesbezüglich in Betracht, daß dieſe Pflanzen entgegengeſetzt zu allen anderen grünen Gewächſen, die Fähigkeit haben, den freien Stickſtoff der Luft mit Hülfe von mikroſkopiſch kleinen, im Boden vorhandenen Lebeweſen aufzunehmen und zu organiſcher Pflanzenmaſſe zu verarbeiten, und wir führen daher durch eine ſolche Düngung der Ackerkrume den ſo wichtigen Pflanzennährſtoff Stickſtoff zu, welcher ſich in allen Böden in ſehr geringen Mengen vorfindet und der immer wieder durch die Düngung erſetzt werden muß. Auch ſtellt ſich unter dem dichten Beſtande der Gründüngungspflanzen jener vorzügliche, phyſikaliſche Zuſtand des Bodens ein, welchen die Praxis mit Beſchattungsgare bezeichnet hat. Schließlich verdient noch hervor⸗

ehoben zu werden, daß die tiefwurzelnden Stickſtoffſamniler den Untergrund durchbrechen und die Bahn 8 ür die gleichfalls tiefgehenden Wurzeln unſerer Bäume freimachen.

Eine Bereicherung des Bodens an Aſchenbeſtandteilen findet allerdings bei der Gründüngung nicht ſtatt, obwohl die Gründüngungspflanzen durch ihr weitverzweigtes und tiefgehendes Wurzelnetz mineraliſche Nährſtoffe aus den tieferen Bodenſchichten in die obere Ackerkrume heben, was jedoch für unſere ſelbſt tief⸗ wurzelnden Bäume wenig oder gar nicht in Betracht kommt. Wollen wir demnach durch eine derartige Düngung den höchſten Erfolg erzielen, ſo müſſen wir dieſelbe in ihrer Wirkung noch unterſtützen, indem wir entweder direkt bei der Einſaat der Gründüngungspflanzen oder auch bei dem Untergraben der letzteren den Boden zugleich mit phosphorſäurehaltigen Düngemitteln verſehen.