Aufsatz 
Die Düngung der Obstbäume
Entstehung
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nur ſpurenweiſe in der Ackerkrume zurückgehalten, da es der letzteren an den abſorbierenden Beſtandteilen fehlt. Auf derartigen Böden verdient die billigere Thomasſchlacke unbedingt den Vorzug gegenüber dem Superphosphate, während man auf den kalkreicheren Böden auch noch die waſſerlösliche Phosphorſäure in Anwendung bringen kann, nur iſt es alsdann geboten, das Superphosphat mit dem Stallmiſte zu⸗ ſammen unterzubringen und gleichmäßig durch die Ackerkrume zu verteilen, um zu verhindern, daß das⸗ ſelbe nur in den oberen Schichten des Bodens gebunden werde.

Der Gehalt der Superphosphate an waſſerlöslicher Phosphorſäure beträgt, je nach dem Material, aus welchem dieſelben hergeſtellt worden ſind, 1421%, ſodaß eine Beidüngung von 125150 gr. pr. Ctr. Stalldünger genügt, um letzteren auf eine zweckentſprechende Zuſammenſetzung zu bringen.

Außer den genannten Phosphorſäure⸗Düngern kommt noch das Knochenmehl bei der Herrichtung der Saatbeete in Betracht. Dasſelbe enthält, was die ſtickſtoffreicheren, unentleimten Mehle anbelangt, welche als beſonders empfehlenswert zu bezeichnen ſind, neben 4 ½e 5% Stickſtoff etwa 16 20% Phos⸗ phorſäure. Letztere iſt in dem Knochenmehle gleichfalls in waſſerunlöslicher Form, als neutraler phosphorſaurer Kalk, enthalten und wird erſt in dem Grade löslich, wie die Fäulnis und Verweſung der Leimſubſtanzen der Knochenmaſſe erfolgt. Dabei bilden ſich nämlich, genau ſo wie bei der Zerſetzung des Stallmiſtes, aus dem verweſenden Knochen⸗Leime Humuskörper, welche aufſchließend auf den phosphor⸗ ſauren Kalk des Knochenmehles wirken. Fehlen dieſe Humusſubſtanzen, wie es bei den gedämpften Knochen⸗ mehlen bis zu einem gewiſſen Grade zuweilen beobachtet werden kann, inſofern durch das Erhitzen mit Waſſer ein Teil des Leimes herausgezogen wird, ſo iſt die Wirkung der Knochenmehlphosphorſäure eine geringe. Aus dieſem Grunde wird man ſtets am ſicherſten gehen, wenn man dieſen Dünger zugleich mit dem Stallmiſte in den Boden bringt, damit die aus dem Miſte ſich bildenden Humuskörper löſend auf die Phosphorſäure des Knochenmehles einwirken können. Entſprechend dem Gehalte des Knochenmehles an ſchwerlöslicher Phosphorſäure, möchte es angebracht ſein, von demſelben etwa 150180 gr pr. Ctr. Stallmiſt beizudüngen.

Noch beſonders muß von der Phosphorſäure des Knochenmehls die Eigentümlichkeit hervorgehoben werden, daß dieſelbe von der Ackerkrume nicht abſorbiert wird, ſondern mit der Bodenflüſſigkeit in die tieferen Schichten des Bodens wandert, während jede andere Phosphorſäurelöſung durch die Ackererde mehr oder weniger zurückgehalten wird. Dieſes Verhalten der Phosphorſäure des Knochenmehls iſt für die weitere Düngung der Obſtbäume von außerordentlich großer Bedeutung inſofern wir dadurch in den Stand geſetzt werden, auch die tiefgehenden Pflanzenwurzeln mit dieſem ſo hochwichtigen Nährſtoffe zu verſehen. . Sollte die Abſicht beſtehen, zu dem Stallmiſte auch noch eine Kalidüngung zu geben, ſo eignen ſich zu dieſem Zwecke am beſten die konzentrierten Kaliſalze, wie das ſchwefelſaure Kali, das Chlor⸗ kalium und die ſchwefelſaure Kali⸗Magneſia, von denen die erſteren beiden 49,9%, bezw. 52% Kali enthalten, während das letztere nur einen Kaligehalt von 27,2% aufweiſt. Da die konzentrierten Salze, entgegengeſetzt zu den rohen, nicht mit ſchädlichen Stoffen verunreinigt ſind, ſo kann man dieſelben ohne weiteres mit dem Stallmiſte in den Boden bringen; und zwar empfiehlt es ſich, dieſe Dünger mit der Ackerkrume gründlich zu vermiſchen und auf dieſe Art und Weiſe allen Pflanzenwurzeln zugänglich zu machen. Die Kaliſalze werden nämlich von dem Boden im hohen Maße abſorbiert, und ſie bleiben daher bei einer flachen Unterbringung in den oberen Schichten liegen, ſodaß eine gründliche Ausnützung einer ſolchen Düngung nicht erfolgen kann.

Die pr. Ctr. Stallmiſt zu verabreichende Menge beträgt etwa 6070 gr ſchwefelſaures Kali bezw. Chlorkalium, oder 100 120 gr ſchwefelſ. Kali⸗Magneſia.

In neuerer Zeit bringt die Firma H. u. F. Albert in Biebrich a. Rhein unter der Marke P K phosphorſaures Kali mit einem Gehalte von 38% Phosphorſäure und 28% Kali in den Handel, welches ebenfalls recht geeignet iſt, um die fehlenden Nährſtoffe Phosphorſäure und Kali im Stallmiſte zu ergänzen. 80 100 gr dieſes Düngers möchten pr. Ctr. Stallmiſt genügen, um den gewünſchten Er⸗ folg zu erzielen..

Bezüglich der Anwendung des Stallmiſtes iſt noch hervorzuheben, daß wir denſelben am zweck⸗ mäßigſten etwa 6 Wochen vor der Einſaat mit den Phosphorſäure⸗ und Kali⸗Düngern zuſammen möglichſt flach in das Land bringen, damit die Verweſung des Düngers normal erfolgen kann. Ein zu tiefes ÜUnter⸗ graben iſt zu vermeiden, da in einem ſolchen Falle die Zerſetzung des Stalldüngers und ſomit das Lös⸗ lichwerden der wichtigen Pflanzennährſtoffe wegen Mangel an Luft nicht normal vor ſich gehen kann, viel⸗ mehr verwandelt ſich derſelbe alsdann in eine torfige, kohlenartige Maſſe, welche für das Pflanzenleben abſolut keine Bedeutung hat. Kann man den Stallmiſt vor dem Unterbringen einige Zeit ausgebreitet auf dem Ackerlande liegen laſſen, vorausgeſetzt, daß derſelbe hinreichend konſerviert war und das Saat⸗