ſeite der Blätter vorfinden(5— 600 auf einem(Imm,, in das Innere der Pflanze und wird alsdann in dem Chlorophyllkörper(Blattgrün), welcher den einzelnen Pflanzenteilen die grüne Farbe giebt, unter Mit⸗ wirkung des Sonnenlichtes derart verarbeitet, daß der Sauerſtoff der Kohlenſäure an die Atmoſphäre zurückgegeben wird, während der Kohlenſtoff ſich mit dem in der Pflanze vorhandenen Waſſer meiſt zu Stärke, ſelten zu Fett verbindet. Die Stärke erleidet in der Regel eine weitere Umwandlung in Zucker und wandert alsdann in dieſer Form mit dem Fett zuſammen von Zelle zu Zelle, um entweder in den Früchten, überhaupt in allen mehrjährigen Pflanzenteilen, als Stärke oder Zucker niedergelagert zu werden, oder auch, wenn der Reifeproceß der Pflanze noch nicht herangekommen iſt, zum Aufbau der Pflanzen⸗ faſer und zum weiteren Wachstume zu dienen. Daraus geht zur Genüge hervor, wie außerordentlich un⸗ günſtig es auf die Weiterentwickelung, ſowie auf den Fruchtanſatz und die Fruchtbildung eines Baumes wirken muß, wenn durch irgend einen Umſtand eine Vernichtung der Blätter herbeigeführt wird. Je reicher die Blattentwicklung eines Baumes iſt, um ſo fröhlicher wird derſelbe wachſen und ge⸗ deihen und um ſo größer wird der Fruchtertrag ſein, zumal auch das Wurzelnetz in dem⸗ ſelben Maße ſich ausdehnt, wie der Blätterreichtum zunimmt.
Außer dem Kohlenſtoffe werden ‚alle übrigen Nährſtoffe dem Baume durch die Wurzeln aus dem Boden zugeführt, und zwar ſind dabei nur die ſogen. Saugwurzeln, welche von einer großen Anzahl von Wurzelhaaren bedeckt werden, beteiligt, während alle einigermaßen dickeren Wurzeln, was unſere Holz⸗ pflanzen anbelangt, von der Nährſtoffaufnahme ausgeſchloſſen ſind. Letztere werden nämlich von einer Korkhaut überkleidet, die bekanntermaßen für alle Flüſſigkeiten, alſo auch für die Pflanzennährſtoffe, ſehr ſchwer durchdringbar iſt. Die Wurzeln ſind jedoch nicht im ſtande, die genannten Nährſtoffe als ſolche, d. h. als Elemente oder Grundſtoffe, aufzunehmen und zu verarbeiten, wie aus zahlreichen Ernährungs⸗ verſuchen, welche auf dem Wege der Waſſerkulturen in den letzten 4 Jahrzenten ausgeführt worden ſind, hervorgeht, vielmehr müſſen ſich dieſelben mit dem Sauerſtoff der Luft zu Waſſer, Säuren und Baſen vereinigt haben, aus welchen letzteren dann erſt durch gegenſeitige Verbindung die eigentlichen Nährſalze hervorgehen. Ordnet man daher die Pflanzennährſtoffe nach ihrem chemiſchen Charakter, ſo ergiebt ſich folgende Überſicht der Nährſtoffe überhaupt:
Säuren. Baſen. 1. Kohlenſäure 5. Waſſer 6. Kali 2. Salpeterſäure 7. Magneſia 3. Phosphorſäure 8. Kalk 4. Schwefelſäure 9. Eiſenoxyd
Säuren+ Baſen= Nährſalze.
Die Säuren und Baſen verbinden ſich demnach zu ſalpeterſauren, phosphorſauren, ſchwefelſauren und kohlenſauren Kali⸗, Magneſia⸗, Kalk⸗ und Eiſenſalzen, in welcher Form ſie zum Aufbau der Pflanze Verwendung finden.
Obige Pflanzennährſtoffe werden nun von dem Obſtbaume in verſchiedenen Mengen dem Boden entzogen. Obenan ſteht Kali, Kalk und Stickſtoff, dann folgt Phosphorſäure, hierauf Magneſia und ſchließlich Eiſenoryd und Schwefelſäure. Stickſtoff und Phosphorſäure ſind in faſt allen Böden in außerordentlich geringen Mengen vorhanden, ſodaß der natürliche Vorrat durchaus nicht ausreicht, um ein kräftiges Wachſen und Gedeihen des Baumes herbeizuführen, vielmehr iſt es ſtets geboten, durch zweckentſprechende Düngung dieſe beiden, ſo hochwichtigen Pflanzennährſtoffe dem Boden einzuverleiben. Kali und Kalk fehlt beſonders den Sand⸗ und Moorböden, während die Lehm⸗ und Thonböden hinreichende Mengen von dieſen beiden Stoffen enthalten; in Anbetracht der Thatſache jedoch, daß gerade unſere Obſtbäume der Ackererde erhebliche Mengen an Kali und Kalk entziehen, erſcheint es geboten, ſelbſt auf den ſchwereren Böden unſeren Obſtbäumen auch eine Kali⸗ und Kalkdüngung zu geben, zumal der Kalk zugleich verbeſſernd auf die phyſikaliſchen Eigenſchaften des Bodens einwirkt. Schwefelſäure, Eiſenoxyd und Magneſia ſind dagegen in ſolchen Mengen in der Ackererde vorhanden, daß ſie ſelbſt bei reichſten Ernten auf unabſehbare Zeiten reichen.
1 Stickſtoff, Phosphorſäure, Kali und eventuell auch Kalk kommen demnach in erſter Linie in Betracht, wenn es ſich um die Düngung der Obſtbäume handelt, und zwar ſtehen uns zu dieſem Zwecke die in der Wirtſchaft ſelbſterzeugten Düngemittel(Stallmiſt, Jauche, Kompoſt) und die künſtlichen Düngemittel(Chiliſalpeter, Superphosphat, Thomasmehl, Knochenmehl, Kaliſalze ec.) zur Verfügung, deren Verwendung ſich ganz nach den gegebenen Verhältniſſen zu richten hat.


