Aufsatz 
Geschichte der Realschule während der ersten zwei Jahre ihres Bestehens / [H. Gräfe]
Entstehung
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Klaſſe VIII.

1) In 4 pöchentlichen Stunden Fortſetzung und Steigerung der in der vorigen Klaſſe begonnenen Vor⸗ übungen auf den Religionsunterricht. Ausgewählte bibliſche Geſchichten des Neuen Teſtaments mit kleinen, im Leſebuche vorkommenden Verschen, welche die Schüler nun ſchon ſelbſtleſend auswendig lernen.

2) Anſchauungs⸗ und Sprachübungen. 4 Stunden wöchentlich. Der Schüler ſoll zur Erkenntniß, zum mündlichen und ſchriftlichen Ausdrucke des Weſens, der Theile, des Grundes, des Zweckes und anderer Verhältniſſe der Dinge und Erſcheinungen ſeiner Umgebung kommen, indem er angeleitet wird, Sätze zu bilden über die verſchiedenartigſten, in ſeinen Anſchauungskreis fallenden und in der vorigen Klaſſe meiſt ſchon da ge⸗ weſenen Gegenſtände, über die verſchiedenen Seiten, nach welchen derſelbe Gegenſtand betrachtet werden kann, wodurch kleine Beſchreibungen entſtehen, an welche ſich Umſchreibungen der Eigenſchaften, Zuſtände und Thätig⸗ keiten der Dinge anſchließen.

3) Leſen. 10 Stunden wöchentlich. Erzielt wird Sicherheit und Geläufigkeit im Richtigleſen mit Be⸗ rückſichtigung der Interpunktionszeichen und des Sinnes des Geleſenen. Kleine Leſeſtücke werden erklärt und die Schüler angeleitet, dieſelben mündlich frei zu erzählen. Die in der vorigen Klaſſe begonnenen elementariſch⸗ grammatiſchen Belehrungen über das Ding⸗, Eigenſchafts⸗ und Zeitwort, ſowie die Vorübungen zur Recht⸗ ſchreibung werden erweitert und an geeigneten Stücken im Leſebuch, ſowie insbeſondere durch ſchriftliche Uebun⸗ gen befeſtigt.

4) Elementariſches Rechnen. 4 Stunden wöchentlich. Multipliciren und Dividiren im Zahlen⸗ raum von 10 bis 100, ſowie die leichtern Uebungen der 4 Grundrechnungsarten mit Zahlen von 100 bis 1000. Sicherheit im Schreiben der Zahlen bis 1000..

5) Schönſchreiben. 4 Stunden wöchentlich. Zunächſt Uebung im Halten der Feder, des Körpers, der Arme; Einübung der n⸗Striche, der kleinen und großen Buchſtaben bis zur Bildung von Wörtern mit großen Anfangsbuchſtaben, nach dem Tacte; Zahlenſchreihen.

Klaſſe VII.

Die Schüler ſind in 2 parallele Klaſſen getheilt.

1) Zuſammenhängende bibliſche Geſchichte des Alten Teſtaments mit der nöthigen Anwendung und mit darauf bezüglichen Sprüchen, Verſen und Liedern. 4 Stunden wöchentlich. 2) Deutſche Sprache. 6 Stunden wöchentlich.

a) Im Leſen wird geſteigerte Geläufigkeit mit richtiger Betonung nach dem Wort⸗ und Redeſinn er⸗ zielt. Bei der Erklärung des Geleſenen wird beſondere Rückſicht auf ähnlich lautende und mehr⸗ deutige Wörter genommen. Die Schüler werden angeleitet, kleinere Leſeſtücke mündlich frei zu

erzählen, wobei eine wörtliche Uebereinſtimmung nicht nöthig, nicht einmal wünſchenswerth iſt. Die Uebungen im Memoriren und Recitiren geeigneter Stücke werden fortgeſetzt und geſteigert. Die an das Lefen ſich eng anſchließenden Sprachübungen haben zum Gegenſtande die Bildung von

Sitzen nach den im Leſebuche vorgekommenen, mündlich und ſchriftlich, fortgeſetzte und erweiterte Uebungen über das Haupt⸗, Geſchlechts⸗, Eigenſchafts⸗ und Zeitwort und elementariſche Kenntniß des Fürworts, Zahlworts und Adverbs; das Leichteſte von der Wortbildung.

b) Orthographie. Fortſetzung und Steigerung der frühern Uebungen, namentlich des Abſchreibens aus dem Leſebuche; auch freies Aufſchreiben des Auswendiggelernten.

3) Rechnen.

a) Elementariſches Rechnen. 2 Stunden wöchentlich. Das Rechnen mit Brüchen wird elemen⸗

tariſch begründet und geübt.