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Morgen hineindauert. Endlich,„wann sie genugsamb getobt“ angehörige aus den Betten, legen sich selbst hinein und zwingen die armen Bürger die Nacht auf„der Bank“ zuzubringen. Wer sich ihrem schaändlichen Treiben zu widersetzen wagt. den jagen sie aus dem Hause. Sie verkaufen ihre Quartiere, die ihnen zugewiesen sind, für Geld und dringen zu 3 und 4„mit Gewalt und Uebersteigen der Haufsthüren“ anderwärts ein, schiefsen mit Kugeln bei Tag und Nacht aus den Hàusern,„also das neben dem grofsen Trangsahl, so wir mit leibs und lebensgefahr aufsstehen mulsen, die gantze Nachbarschaft und andere ehrliche Leuth für feuwersgefahr nicht gesichert“ sind.
Man wende sich daher um Schutz an den Rat und bitte, falls man noch länger mit Einquartierung bedacht sein solle, daſs es bei dem einen Soldaten verbleibe, auch dieselben angewiesen würden,„des späten heimkommens zu Mitternacht, ohn notiger wein und tobac Sauffens, Scheltens, Fluchens, Schlagens, Ueberlauffung mit blofsen Degen, Aufsjagens, auch gantz gefährlichen Schiefsens in undt aufs den Häufsern, Vertreibung aufs den Betten und anderer Bestialischer ungepühr“ sich zu enthalten und sich so zu führen, daſs man mit ihnen zufrieden sein könne. Der grõlste Teil der Bittsteller sei genötigt, tagsüber auf dem Felde zu arbeiten, und man bedürfe daher des Nachts der Ruhe. Diese wieder zu erlangen, sei Zweck des Schreibens der„ersprieſsliche Resolution unterthenig erwartendten“ Bürger. 5
Die ganze Schrift macht durch ihren ruhigen und gemälsigten Ton einen sehr guten Eindruck, die Bittsteller sind friedliebende Gaärtner, die gewiſs nur in äufserster Not den Weg der Klage beschritten haben und die gewils nichts erzâhlen, was sich nicht oft genug wiederholt hat. Wohin war die oft gerühmte gute Disziplin gekommen, wenn solche Scenen in einer befreundeten Stadt vorkommen konnten! Man darf freilich nicht vergessen, dafs der König fern war, und die Garnison zum gröfsten Teil aus allerlei hergelaufenen und angeworbenen Leuten bestand, die sich schwer an Disziplin gewöhnten, aber wie mögen erst die Klagen der Dorfbewohner berechtigt gewesen sein, wenn unter den Augen des Obristen, dessen Strenge gefürchtet war, solche„bestialische ungepühr“ nicht vermieden werden konnte.
Was konnte der Rat hier helfen! Man werde alles thun, antwortete man, um Abhilfe zu schaffen, man werde die Klagschrift dem Obristen Vitzthum und dem schwedischen Marschall unterbreiten ¹); ob diese aber gewillt waren, wirklich einzugreifen, muſste dahingestellt bleiben. Frankfurt hatte in dem Konfiskationsprozefs sich zu wenig nachgiebig gezeigt, das vergaſs man ihm nicht so leicht.
Inzwischen verlangten die Kaufleute, welche das Geld zu der schwedischen Anleihe hergegeben hatten, eine„formula obligationis.“ Das war nur billig, und ihr Begehren wurde auch befriedigt. indem am 20. März der Wortlaut dieser Schuldverschreibung verlesen und gebilligt wurde. ²) Die Stadt trat natürlich ein, ob sie von dem Könige schadlos gehalten wurde, das mulste die Zukunft erst zeigen.
Dafs das Konfiskationswerk in der That seinen„Fortgang nahm“, sollten die folgenden Tage wieder beweisen. Am 21. und 22. März erschienen³) vor dem älteren Bürgermeister Johann Heil J. U. Lic. aus Friedberg und Walther Worner, Sekretär des schwedischen Reichsrates Johann Sparr, und teilten mit, Heil sei zum Generalverwalter„des Closters Arnspurg und dessen hin und wieder ge- legenen Häufser, Höff und güter uff und angenommen“. Zur Beglaubigung zeigten sie die Bestallungs- urkunde im Original vor. Da ihm, dem neuen Generalverwalter Heil, nun obliege, sich nach den Ge- fallen und Eingângen zu erkundigen, auch die Schaffner zu bestellen und, wenn nötig, zu ernennen, so habe er sich bei dem hiesigen Schaffner, Nikolaus Dietrich, eingefunden und alle Register und Ver- zeichnisse eingefordert, ihm auch die Mitteilung gemacht, dafs er unter der Bedingung in seinem Amte verbleiben könne, daſs er sich„durch einen revers verobligiren wolle, der Königl. Maj. in Schweden
¹) Bürgermb. 20. März 1632. ²) Bürgermb. 20. März 1632. ³) Akten II, 64.
„jagen sie ihre Wirte und deren Familien


