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mit dieser lamentirlich Claag und relation, dafs er unfern von Detting von 7 Reuthern angegriffen, nit allein seines wenig bey sich gehabten Zehrgeldes spoliirt, sondern auch das damalen bey sich gehabte, diesem allerdings gleichlauthende Schreiben Ihme abgenommen und nur nach verlesenem und ersehenem Titul gleich zerschnitten, zerrissen und sambt dem Sigel weggeworffen, Er selbsten auch übel tractiret seye worden, Inmassen Er, Bott, theils fragmenta von erwehntem Unserem Schreiben mit zurückh gebracht mit dieser Anzeige, dals nachdem er darüber gen besagtem Dettingen kommen, Ihme uff erkhundigung gesaget worden, daſs es Siben Kayserl. Reuter gewesen waren, die sich darinnen bezecht gehabt hetten.“
Diese von Nürnberg übersandten Sehriftstücke konnten allerdings Stoff zu gemeinsamer Beratung für die Deputierten der 4 Städte geben, welche, wie man in Heilbronn ausgemacht hatte, zur Messzeit nach Frankfurt kommen sollten. Inzwischen fehlte es aber auch hier nicht an immer neuem Stoffe. Man hatte auf Gustavs Befehl die Festungswerke ausgebessert, am 15. März hatte Steffan von Cron- stetten angezeigt,¹) die beiden Bollwerke müssten endlich vollendet werden, die Kosten beliefen sich auf ungefahr 3000 Rthlr., jetzt beschlols man, am 20. März, zwar die angefangenen beiden Werke fertig zu stellen, aber nichts Neues mehr zu beginnen, da man das Geld nicht auftreiben könne.
Ferner lag ein Brief Axel Oxenstiernas ²) an den Rat vor, worin er schreibt, man werde wohl noch wissen, daſs der König dem Rheingrafen eine Anweisung auf 15 000 Rthlr. gegeben habe, welche Summe von den versprochenen 100 000 Rthlr. erlegt werden solle. Nun habe er zwar gehofft, die Stadt werde die Dienste des Königs in ganz„besondere Obacht“ nehmen,„und des Herrn Rheingraffen Majorn, welcher nicht mit geringen Unkosten die gantze Zeit hero vergeblich aufgewartet und nur mit worten vertröstet und aufgehalten worden, gebürlich contentiren, malsen Sie solches zu thun vorlängsten auf sich genommen,“ aber wider alles Verhoffen vernehme er,„dals die abstattung der assignirten gelder biſshero durch allerhandt aulsflüchte differiret worden.“ Dadurch werde aber der Dienst des Königs aufgehalten, deshalb ergehe an den Rat„sein freundliches suchen und begehren“, daſs man sofort den „Herrn Majorn richtig und unaufgehalten contentire.“
Man war in der Lage, nachzuweisen, dafs man inzwischen schon manches auf Abschlag gezahlt habe, die Quittungen von Schwalenbergers Hand lagen vor, ³) und beschloſs deshalb nur noch den Rest zu erstatten um so mehr, als, trotz aller Verhandlungen, das„Confiscationswerk fortgehe.“
Auch lagen wieder neue Klagen der Bürger gegen schwedische Soldaten vor. 4) Die„Nachbarn uff der Bockenheimergassen“ wenden sich in einem Schreiben an den Rat in„äuſserster betringendter Noth“, da ein„Forirer“ sich bei dem Schreiber des Gesuches, Gebhardt, mit Gewalt eingedrängt, aber auch den übrigen Bürgern auf der Bockenheimergasse„andere Soldaten seines gefallens ein und über den Halſs gebracht“ habe. Man wisse zwar,„wenn es bey einem verpliebe undt eine gleichheit ge- halten würdte, auch sich eines jeden Soldat der gepühr nach verhielte“, dafs man sich gedulden müsse aber neben dem einen„eingelegten“ Soldaten schlichen sich noch andere ein, alle kämen erst um 11 oder 12 Uhr nachts„voll und toll“ nach Hause, und„wann man ihnen nicht gleich uff das erste An- klopfen die thür öffnet“, so gebrauchten sie„böſse scheltworth“. Ja sie stechen und hauen, so erzählt die Klageschrift weiter, mit ihren Sbeln in die Thür, setzen den Quartiergebern und selbst deren Weibern„die blose wehren feindtselig uff die brust,“ befehlen, noch Wein und Tabak herbeizuholen und beginnen nun in friedlichen Bürgerhäusern ein Gelage, das bis spät in die Nacht oder besser in den
¹) Bürgermb. 15 März 1632. ²) Akten II, 63. ³) Bürgermb. 20. März 1632. ¹) Akten II, 62.


