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Die Kiste No. 78 enthielt:„Einen schwartz Duchen Mantel mit sammet gefuttert, ein paar schwartze Duchene Hosen, ein paar Duchene Handtschuh, ein alt Camisol, ein Lappen Atlas, ein alt zerschnitten weiſs atlas Wamms, ein sammeter Mutz ¹) mit guldenen Knöpfen an den Ermeln, mit Zobel gefüuttert, ein gantz Kleidt von schwartzem ungeschorenem sammet mit schwartzen schnüren, ein wamms, ein Mantel von ungeschorenem sammet mit glatt sammet gefüttert, ein Contrafaict in einem silbernen blech.“
Die Kiste No. 12 enthielt:„Sieben bücher, ein Uhrwecker, noch ein ander Uhrwerck etwas kleiner, ein Messing vergüldt Schlaguhr, ein silber vergüldt Kandtlein, ein helffenbeinern büchslin darinnen ein sonnenuhr(!), 6 leillachen, 6 Strenglein gesponnen goldt, etliche stück Possament, ein roht daffet weiber Rock, ein roht daffet Gewand ²) mit Spitzen, ein gestickt weiber Muffen, ein güldten Armbandt, 4 Stück gülden Ketten, ein gülden pitschir ohne stein, 2 Dutzend seidene Nestel und 3 seidene Hut- schnürlein, ein gesteck vorleg Messer, ein weiſs daffet grols Fahnen darin ein reichs Adler, etliche par lederne Handtschuh, ein dutzend zinnern schüssel, 3 federbüsch, etliche Ehlen Carmosin roht sammet, etliche ehlen roht Atlas, ein vergült Büchsen spanner, ein weifs zerschnitten Atlas wamms, ein Bären Koller, ein schwartz Duchen mantel mit sammet gefüttert.“
Die 3 Kisten waren demnach allerdings recht begehrenswerte Objekte, und man begreift, warum ein Mann wie Schwalenberger, der aus allem Geld zu machen suchte,— so tritt er uns wenigstens aus den Frankfurter Verhandlungen entgegen—, immerfort drängte, in den Besitz derselben zu gelangen. Der Inhalt der Kisten ist aber auch kulturgeschichtlich interessant, zeigt er uns doch, mit welchem Luxus man sich in der voraufgegangenen Zeit zu umgeben gewohnt war und welchen Aufwand man in der Kleidung trieb. Gewils waren weder der Wachtmeister, noch der Feldbarbier für gewöhnlich in den feinsten Häusern einquartiert, trotzdem war ihnen so mancherlei zur Beute gefallen, was heutzutage nur die Wohnungen der Reichsten ziert. Wenn man auch zugeben mufs, dals wohl das meiste auf Beutezügen erjagt worden sein wird, sicherlich ist doch auch ein nicht geringer Teil aus den Quartieren mitgenommen worden. Der Inhalt der 3 Kisten läfst uns den Rittmeister als den bescheidensten von allen erscheinen, sein Sinn ist mehr auf das Praktische gerichtet. Freilich wissen wir nicht, ob er nicht bereits grofse Sendungen nach Hause zu Weib und Kind gemacht hat, denn daſs er verheiratet war, scheint aus der Wahl der Beutestücke hervorzugehen.
Je wertvoller der Inhalt der Kisten war, desto weniger zeigte sich zunächst der Rat geneigt, dieselben an Schwalenberger auszuliefern. Nachdem die Sache also mehrere Tage hingeschleppt worden war, Schwalenberger aber immer wieder von neuem drängte, wurde endlich am 13. Marz eine Resolution abgefafst, die wieder ein Muster feinster und geriebenster Diplomatie ist.„Als ³) von der Königl. Maj. zu Schweden, Unserem gnädigsten König und Herrn E. E. Raths Commissariis, so zu inventirung etlicher angegebener mobilien als Ihrer Königl. M. feinden gehorend deputirt gewesen, dieselbe Königl. patentschein durch mittel des Herrn Bürgermeisters überbracht worden Inhalts, dals ermelte Commissarii höchstirem Irer Königl. M. Secretario, dem Edlen Vesten, Heinrich Schwallenberger etc. etc. darinn benannte Kisten abfolgen lassen wollten. So haben dieselben solches E. E. Rath fürgebracht, welcher zwar ehrengemelten Königl. Herrn Secretario gar gern gönnen möchte, dals ihm hierin zugemutheter mafsen vorab dem höchstestimirlichen Königl. patent nach hätte können willfarth werden.
¹) Kurzer Armelrock, ein bis auf die Hüften reichendes Oberkleid, Reitrock etc. ¹) Der Name ist nicht zu entziffern. ³) Akten II, 49.


