Aufsatz 
Die Schweden in Frankfurt am Main : 4. Bis zum Eingreifen Axel Oxenstiernas in die Verhandlungen
Entstehung
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der König darauf nicht ein, sondern verlange augenblickliche Vornahme, so sei immer noch Zeit, den Sekretär zu befriedigen. Jedenfalls war zunächst Zeit gewonnen.

Viel wichtiger als die Person Schwalenbergers und seine 3 Kisten war dem Rate zunächst die Frage, wie man das noch fehlende Geld aufbringen könne. Wieder tauchten neue Steuerprojekte auf, man solle von den Kaufmannswaaren 1% fordern, man solle die hier lagernden Güter besteuern, man solle von allem Verkauften einen gewissen Prozentsatz einziehen, aber all diesen Projekten wurde doch immer wieder die Frage gegenüber gestellt, ob der Handel darunter nicht notleide, ob die Lage der Kaufleute nicht eine noch trübere werde, als sie bereits sei, ob man endlich nicht nehme, um es ganz nutzlos wiederherzugeben. Kurz, zur Einigung kam man auch dieses Mal nicht, sondern verschob die Sache zu späteremwohl weislichen deliberiren. Wieder wählte man eine neue Kommission, welche die ganze Frage prüfen und seiner Zeit geeignete Vorschlage machen solle. ¹)

Woher das Geld nehmen für die immer gröfseren Anforderungen, diese Frage wurde nochmals angeregt, da die Bäcker baten, man möge ihnen endlich doch das Mehl für die 2000 Brode, welche sie am 21. November vorigen Jahres an den Landgrafen Wilhelm von Hessen geliefert hätten, erstatten. Es war ein Zeichen ihres Lokalpatriotismus, daſs sie bis dahin noch nichts verlangt hatten, aber auch ihre Not wurde immer gröſser, das bare Geld immer knapper auch bei ihnen. Der Rat beschlofs, ihnen die Lieferung zurestituiren, aber aus welchen Mitteln, das war vielen noch nicht klar. Man setzte feste Hoffnung auf Sparr, wenn es ihm gelang, den König umzustimmen, so gaben vielleicht auch die- jenigen noch Geld her, welche jetzt recht zurückhaltend waren, aus Furcht, bei einer Konfiskation viel einzubüfsen. Sparr sollte auch der armen Gemeinde Sulzbach helfen, die jetzt wieder garbeweglich bat und erklärte, sie werde von den Soldaten geradezu geplündert. Dabei versäumte man kein Mittel, zuvorkommend zu sein, soweit es ohne grolse Kosten möglich war. Als einige schwedische Offiziere baten, den vor Kreuznach erschossenen Pagen N. Hall ²) in der St. Katharinenkirche begraben zu dürfen, verwilligte man nicht nur dies, sondern gestattete sogar, falls es verlangt werde, eineLeichen- predigt daselbst.

Miitlerweile hatte man die 3 Kisten nochmals öffnen lassen, um zu sehen, ob denn der Inhalt in der That für den Sekretär so begehrenswert sei. Was da zu Tage gefördert wurde, sprach allerdings fur die Geschicklichkeit ihrer ursprünglichen Besitzer, zu stehlen, oder, wie Simplicius sagt,gefundene Sachen gut aufzuheben.

Die Kiste No. 16, die grölste von den 3, enthielt ³):erstlich einen becher vergüldt ohne Deckel, ferner ein siberne Kandt, 4) ferner einen kleinen vergüldt becher ohne Deckel, noch zwei silberne becher vergüldt, sechs kleine silberne artzney fleschlein, drey kleine silberne Römerlein, ein silbernes schehrfutter sampt darinnen vorhandenen 4 silbernen schehrmessern, zwo schehren, einem silbernen spiegel, 2 Kämme mit silber beschlagen, einen silbern ohrleffel, ein bürsten mit silber beschlagen, ferner 2 silberne sprützen, 14 silberne löffel, einen silbernen gürtel vergüldt, dritthalb Pfundt silber, drey gültene Ketten, wiegen ein halb Pfundt, zwey Kleinodien mit guten Diamanten, 13 gültene Rosen mit Perlen versetzt, 3 Perlen Hutschnür mit güldenen Rosen, 4 Perlen Hahrbänder, 1 Perlen Zweifelstrick(?), ein Perlen Halfsbandt, 3 guldene Ring mit Diamanten, ein güldne Röslin, ein güldne Heffte, etliche Perlen in einem Düchlein mit gülten Röslein, 11 loth silberne und güldtne gallaunen), ein grün feldtzeichen, achtzehn stück weifs Leinwat(Leinwand), zwey bettziechen undt ein balbier Duch.

¹) Bürgermb. 8. März 1632.

²) Bürgermb. 8. März 1632.

5 Akben II, 50. Sie gehörte einemFeldbalbirer unter dem Reinach'schen Regimente. anne.

) Tressen, Borten.