Aufsatz 
Die Schweden in Frankfurt am Main : 4. Bis zum Eingreifen Axel Oxenstiernas in die Verhandlungen
Entstehung
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das WortReichsconstitution kam, da rief er aus:Der Kaiser hat bisher keine eingige Konstitution gehalten, sondern solche violiert, also sei man ihm auch keinen Gehorsam schuldig. Übrigens wisse er, daſs ein hiesiger Bürger diesen kaiserlichen Befehl veranlafst habe, er wolle das Schreibenabkopiren lassen was sofort geschah und seinem Könige vorlegen. Es sei ja möglich, dafs Gustav Adolf sich dadurch werde auf andre Gedanken bringen lassen.

Darauf fragte er, wieviel von den 100 000 Rthlrn noch ausstünden; das neulich vorgeschlagene Mittel der 2%, welche Käufer und Verkäufer geben sollten, sei, nach seiner Meinung, sehr Eut und jedenfalls für die Stadt besser, als wenn der Schwedenkönig aufserhalb derselben einen Zoll einrichte. Bringe dieser Ausweg auch vielleicht in der bevorstehenden Messe noch nicht so viel, als man erhoffe, so werde er in Zukunft jedenfalls recht erträglich sein, man solle deshalb diesen neulich in der Rats- versammlung gemachten Vorschlag ¹) nicht aus dem Auge lassen.

Sparr streifte nochmals den Zahlungsmodus, schlug auch vor, 10 000 Rthr. geben, so werde sich manches leichter erledigen lassen; aber die Deputierten erklärten, dafs hierüber erst verhandelt werden könne, wenn die Garnison einmal verlegt werde. Der König wisse sehr wohl, daſs sich die Stadt für diesen Fallnach proportion erboten habe. Sparr erwiderte, die Wetterauischen Grafen zahlen 25 000 Rthlr. allerdings gegen Schenkung von 3 Ortschaftenaber sie beschweren sich auch hchlich darüber, warf der Kanzler von Hutten, der dabei stand, ein.

Mittlerweile war dem Reichsrat angezeigt worden, daſs alles zur Abreise bereit sei, so mulste für dieses Mal die Unterredung abgebrochen werden. Ehe man sich nun schlüssig machte, wollte man der Advokaten Gutachten über diese Punkte noch hören, und so lag denn dasselbe in der Ratsitzung

Dienstag 6. März vor. ²)

die Stadt solle etwa monatlich

Dieselben bezweiflen zunächst, dafs die Resolution des Königs für eineendlich ausgefertigte zu

halten sei, dazu fehlten alle Merkmale, aufserdem enthalte sie doch wieder dieselben Punkte, über welche dem Könige bereits mehrfach Bericht erstattet worden sei. Da aber nochmals gestern der Reichsrat Sparr betont habe, es solle des Rates Erklärung inein gegenschrifft gebracht und förderlich abgeschickt werden, vielleicht lasse sich Ihre Maj. dadurch bestimmen, so möchten sie, die Advokaten, raten, dals man diesem Ansinnen nachkomme. Sie erlaubten sich daher den Vorschlag, dafs diese Gegenschrift ent- halte: erstlich die früheren ernsten Gründe, warum dem Rat und der Stadt die Konfiskation sehr be- schwerlich erscheine, ferner solle man unter Hervorhebung, wie schwierig es sei, die 100 000 Rthlr. geschweige denn 200 000 Rthlr. aufzubringen, betonen, daſs es nicht zuträglich sei, mit der Reichsstad so zu verfahren.

Und obwohl bey diesen Punkten ziemlich praejudicirliche Clauseln eingerückt, wird man solche zwar aufs glimpflichste und gleichsam implicite zu brauchen, aber in kein Disputat sich einzulassen haben, weil schliefslich doch alles nur auf eine Bitte hinauslaufe.

Wenn von den unbeweglichen Gütern gesprochen werde, so solle der Rat auch von Sulzbach und Soden einflielsen lassen, wie diese Gemeinden verkürzt würden und schon wiederholt um Abhilfe gebeten hätten. Ferner solle der Rat, falls ein Teil der Garnison abgeführt würde, einige Bereitwilligkeit zu weiteren Leistungen durchblicken lassen.

Dagegen möge man nicht vergessen, sich dafür zu bedanken, daſsE. E. Rahts Dorfschaften von der einlogirung befreit seien und bitten, daſs auch der Oberst Vitzthum mit dahingehendem Befehle

¹) In der Sitzung am 31. Jan. 1632. Man ersieht daraus übrigens, wie gut unterrichtet, die Schweden waren. ¹) Akten II, 44 von Rasor geschrieben, von seinen beiden Kollegen, Faust von Aschaffenburg und Melchior Erasmus, mitunterschrieben.