Aufsatz 
Die Schweden in Frankfurt am Main : 4. Bis zum Eingreifen Axel Oxenstiernas in die Verhandlungen
Entstehung
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man aber nicht kommen, sondern stellte die Sache nochmals für den Nachmittagzum ferneren nach- denken. Jetzt erst, in der Nachmittagssitzung, einigte man sich dahin, man wolle den Reichsrat Johann Sparrwegen Wichtigkeit der sachen um dilation bitten und ihm diesen Beschlufs durch eine verstärkte Deputationzu erkennen geben. Dazu wurden gewählt: Hektor Schwind, Hans Henrich zum Jungen, ¹) Dr. Erasmus und Dr. Faust von Aschaffenburg.

Sofort begaben sich die Deputierten zu dem Reichsrat Sparr ²) und trugen ihm den Beschluſs vor.

Bei der mit dem Königegetroffenen Kapitulation seien viele Punkte unerledigt geblieben, über die nun so mancherlei Relationen, Protokolle, Berichte, Ratschlagungen etc. nötig geworden seien. Nun sei gestern den Deputierten eine königliche Resolution, dochohne sonderbare ausfertigung, subscription oder dato, zugestellt und dabei betont worden, der Rat solle sich heute bei Zeiten darüber erklären. Ja es sei sogarbei fernerem Sperrungsfall die königliche Ungnade angedroht worden. Diese königliche Resolution sei heute neben einem kaiserlichen Schreiben verlesen worden, aber über eine solche wichtige Sache habe man sich insolch eil nicht schlüssig machen können um so weniger,da auch die erbetene beiwohnung der Rhatspersonen zu des jüngst bei Creuznach gebliebenen Majors leichbegangnus dazwischen kommen. Deshalb müssten die Deputierten zunächst den Rat entschuldigen und bei dem Reichsrat um Aufschiebung bitten. Es sei das nicht etwa gegen Ihre Maj. einetergiversation oder eine uffziehung, sondern man hoffe morgen,bei völliger Ratsversamblung die Sache so zu erledigen, dals siever- antwortlich und prakticabel befunden werde.

Darauf antwortete Sparr, man solle die Sachebefördern und zum wenigsten in einer Gegen- schrift Ihrer Maj. dienotturfft zur resolution anfügen. Die Deputierten hoben wieder hervor, wie bedenklich die ganze Angelegenheit sei und wie der Stadt und Bürgerschaft Ruin daraus zu befürchten stehe. Denn wenn auch bisher in den kaiserlichen Landen noch keinewidrige proceſs und Einziehungen geschehen seien, so deute doch das Schreiben des Kaisers, welches dieser Tage eingegangen sei, an, dalſs alsdann, wenn dies orts den Catholischen zu schaden etwas ausgevolgt werde, Gegenmalsregeln getroffen, und die Güter und Bürgerskinder, wo man sie auch antreffe, angehalten werden sollten. UÜbrigens werde der Rat bei dem Könige ganz unschuldig in den Verdacht gebracht, daſs er andere mehr begünstige, als das Evangelische Wesen, oder dafs er andren ungehindert die Güter ausliefere. Die Güter seien üubrigens gar nicht so bedeutend und vor allemunterschiedlich. Einiges sei in des Rates Schutz, also in der Kapitulation mit einbegriffen, auſserdem könnten die Besitzer nicht alle als Feinde Ihrer Maj. angesehen werden. Man solle die Angelegenheit noch ruhen lassen, man werde dafür besorgt sein, dals nichts verschleppt werde.

Im Verlaufe der Unterredung fragte Sparr, ob das Deutsche Haus auch in dem Schutze der Stadt stehe. Darauf erwiderte Schwind, so weit er sich erinnern könne, seien deswegengewisse Convention und pacta getroffen worden. Darauf fragte der schwedische Reichsrat nach dem Arnsburger Hof und erfuhr, daſs auch dieser unter städtischem Schutz sei. Das Kloster liege im Gebiete des Grafen Solms und sei sehr arg mitgenommen worden,»weil der Herr Graf neben der Obrigkeit andere starke jura darauff hette, werde solches wohl nicht viel bey dem Krieg gegen Ihre Kgl. Maj. gethan haben. Aber Sparr erwiderte, er könne nicht anders, er müsse alle, die auf des Kaisers Seite stehen, als Feinde betrachten und deshalb zur Kontribution heranziehen. Ubrigens sei eines kaiserlichen Schreibens Er- wahnung gethan worden, er begehre es zu sehen. Als man es geholt hatte, las er es und als er an

¹) Kommt 1627 in den Rat, 1633 jüngerer Bürgerm., 1635 Schöffe, 1640 ält. Bürgerm., 6. Okt. 1640. ²) Akten II, 43 Relation vom 5. März 1632 von Rasors Hand, der sich demnach der Deputation angeschlossen hat oder selbstverständlich dazu gehörte. Übrigens ist dieses Konzept wie vieles, das von Rasors Hand herrührt, sehr schwer lesbar. G 3 ½