Aufsatz 
Die Schweden in Frankfurt am Main : 4. Bis zum Eingreifen Axel Oxenstiernas in die Verhandlungen
Entstehung
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funden. Er sei entschlossen gewesen,die Statt zu beneficiren und eine recompens zu thun, aber nach so gestalter sachen wüste er nicht, ob nit eine königliche Ungnad daraufs werden mögte.

Die Deputierten warfen zwar hiergegen ein, man habe glaubwürdige Nachricht, dafs z. B. in Wienallbereit erlaubt worden, in der Frankfurter gúter zu inquiriren, sonderlich weil sich etliche Güter allhier befinden theten, die dem Herrn von Schönburg zuständig, so solche in Reichsdiensten nie gebrauchen lassen, dals auch Ihre Maj. noch in keiner Statt dergleichen Confiscation für genommen, trotzdem blieb Sparr auf seiner Meinung bestehen. Ja, er erklärte sogar mit scharfen Worten, er werde nunmehr mit aller Energie an das Werk gehen und keinen Verzug mehr qulden. Als bei dieser Ge- legenheit auch die 3 Kisten wieder erwähnt wurden, welche dem Sekretär verehrt worden waren, fuhr Sparr denselben an, wie er nur habe dulden können, dafs man dieselben in den Römer bringe. Warum er nicht Anordnung getroffen habe, daſs dieselben glcich nach Hochst oder Mainz verschickt würden; auf den Römer gehörten sie absolut nicht.

Der König habe die Absicht gehabt, aus den konfiszierten Gütern etlichen Offizieren Kleidungs- stücke zu verehren, um siebey itzigem Marche desto williger zu erhalten, daran werde er nun durch den Rat gehindert; man müsse daher zusehen, wie es anders einzurichten sei. Gustav Adolf habe ihm befohlen, morgen gegen Mittag zu demselbenhinaus zu kommen) und unter anderem auch die feste und bindende Erklärung der Stadt mitzubringen. Die Deputierten möchten dafür sorgen, dals diese Erklärung spätestens am folgenden Vormittag in seinen Händen sei,damit er nit länger aufgehalten würde. Wenn auch unter den Gütern solche seien, dieeinem kayserlichen Raht zuständig, so solte man doch bedenken, ob nit der Kayser Ihrer Königl. Maj. feindt seye? Und da dem also, was man dan von dero Räthen sagen und darüber disputiren wolte? Der Rat solle sich ein für allemal erklären, damit morgen eine bestimmte Resolution abgegeben werden könne.

Die Deputierten erklärten, sie mülsten allesad referendum nehmen, es werde aber die Ver- handlungen jedenfalls sehr erleichtern, wenn man ihnen ein Verzeichnis der Güter geben wolle, welche man einzuziehen gedenke. Dies schlug jedoch Sparr rundweg ab, 8o lange die Stadt mit dem Könige unterhandle und ihmabhandlen wolte, könne er sich dazu nicht verstehen.

Noch an demselben Abend wurde das Ergebnis der beiden Verhandlungen am 3. und 4. März zu Papier gebracht, und am Montag früh zur aufserordentlichen Ratssitzung eingeladen. Die Deputierten erstatteten ihren Bericht, aus dem hervorging, dals sie sich alle Muhe gegeben hatten, um die drohende Gefahr abzuwenden; leider sei alles vergeblich gewesen,die Abfolgung der Caducen wurde im Namen der Königl. Maj. inständig begert, ebenso eine kurze und klarverständliche Resolution des Rates.

Als nun die gewöhnliche Frage gestellt wurde,wessen sich hierauff zu erklären seyn möchte?, wurde zuerst des Kaiserlichen Schreibens Erwähnung gethan und daraufdiese sach in deliberation gezogen. Viele waren der Meinung, man solle die Güter ruhigabfolgen lassen, da gegen den Willen des Königs doch nichts auszurichten sei. Andere warnten davor, indem sie andie grolse gefahr, Un- gelegenheit und ruin, so dieser Statt darauls entstehen würde, erinnerten. Etliche meinten, man solle nochmals miteinführung allerhandt motiven die ganze Sacheabbitten, etliche, die Angelegenheit sei zu wichtig, man solle deshalb um Aufschub nachsuchen. Einige erklärten, man müsse unter den Gutern einen Unterschied machen, sie seien nicht alle gleich, einige seienundisputirlich Feindesgüter, auf andere seien Forderungen vorhanden, man werde wohl am besten über alle Schwierigkeiten hinweg- kommen, wenn man zunächst die 3 Kisten dem Sekretär ausliefern lasse. Zu einer Einigung konnte

¹) Gustav Adolf war am 5. März in Aschaffenburg, woselbst er Musterung seiner Truppen abhielt. Vgl. Soden I, 210.