Aufsatz 
Die Schweden in Frankfurt am Main : 4. Bis zum Eingreifen Axel Oxenstiernas in die Verhandlungen
Entstehung
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berichtet werden sollte; wie sie denn defswegen umb communication der königl. resolution über ein und andre puncte, damitt solcher bey der relation desto eigentlicher in acht genommen werden konnte, bitten theten.

Zwar erbot sich Sparr alsbald dazu, diese KöniglicheResolution den Deputierten einzuhändigen, aber er knüpfte doch die Bemerkung daran, er könne keine»erhebliche Ursach befinden, derentwegen Ihre Königl. Maj. an fortsetzung der confiscation verhindert oder abgehalten werden könnten. Denn daſssolche mobilia etlichen bürgern als Freunden in verwahrung gegeben worden, und dahero in der Statt schutz kommen wären, hatte sein gelegenheitt damahls also gehabt, ehe man erfahren, dals selbige nicht freunden sondern feinden zuständig seien, da ja alles, was in der Statt befindlich, under dero schutz begriffen; da aber nun persohnen darinnen befunden wurden, so wider Ihre Königl. Maj. und Evangel. Wesen dieneten, so würde man ja nit verwehren können, daſs selbige für feinde gehalten und auch also tractiret würden. Da es nun mitt den persohnen solche beschaffenhait habe, so werde es eben also mit dero gütern bewenden sein, und E. E. Raht nit gedenken, dieselben dem feinde zum besten und gröſserem nachtheil des Evang. Wesens zu beschützen und zu hinderhalten. Da aber jeh ein oder der andre bürger etwas an dasjenige, so hinder ihm befunden worden, zu praetendiren und solches der gepühr liquidiren könnte, so were billig, dals satisfaction bestehe. Aber er, Sparr, wolle nicht leugnen, dals es ihm vorkomme, als ob petliche itzo viel praetendirten und Ihren vortheil sucheten, so gepührlich nit werde erwiesen werden können. Das werde sich immer mehr herausstellen, und deshalb sei dieser Grund gegen die Konfiskation nicht stichhaltig.

Wenn aber die Kaufleute in Sorge seien,es mögten ihre hanthirungen an etlichen orthen nit sicher sein, sondern erforschet und eingehalten werden, so sollte man doch bedenken, wie die Catholischen uüberall nunmehr gegen diese Statt gesinnet sein mõgten, derweil dieselbe anetzo sich zu dem Eyang. theil gethan und in Ihro Königl. Maj. devotion begriffen, so were der widerwillen schon albereit für- handen, und wenn die Catholischen wollten, so würden sie dahero Ursach genug nehmen, aller bürger wahren, wo solche anzutreffen, zu hemmen und zu nehmen, man hôrete aber von dergleichen nichts, auch ginge diese sach nur der Soldaten und Feind Güter an. Mit den Kaufmannsgütern habe die ganze Angelegenheit nichts zu thun, sonst würden ja auch die Güter der katholischen Kaufleute in die- selbe Gefahr geraten, was wohl nicht anzunehmen sei.

Ubrigens verhalte es sich auch genau so mit den Personen, die Studierens halber oder aus anderen Ursachen, reisten. Wenndie Catholischen solche wollten auffangen, hetten sie schon Uhrsach genug darzu, stecketen sich aber hingegen in dergleichen proceduren und würdens derhalben wol ver- bleiben lasse.

Aufserdem sei Frankfurt auch nicht der erste Ort, in dem Feindesgüter eingehalten worden seien, sondern das sei bereits an mehreren geschehen. So sei z. B. wie Schwalenberger einwarf in Speyer von den Katholischen dasselbe Konfiskationswerk betrieben worden. 1)

Ubrigens sei es ein gefährliches Unterfangen, sich dieser Güter anzunehmen, und der Rat hätte jedenfalls klüger gehandelt, wenn er sich darum gar nicht gekümmert, was ihm übrigensauch gar nicht gepührete. Der König habe bisher die Sache nochtreiben lassen, um zu sehen undZzu probiren, was man alles dagegen einwenden werde, er habe allerdings bisher wenig guten Willen ge-

¹) Soden I, 123 ff.