Aufsatz 
Die Schweden in Frankfurt am Main : 4. Bis zum Eingreifen Axel Oxenstiernas in die Verhandlungen
Entstehung
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Samstag 3. Marz lieſs er, wie der Bericht erzählt, durch den Ratsschreiber mitteilen, der König, sein Herr, habe ihm aus den konfiszierten Gütern 3 Kisten geschenkt. Da nun die Kanzlei von hier fortziehen musse,er aber gern zuvor solche zu sich nehmen wollte, so wünsche er, daſs diezu solchen punkten deputierten herren zusammen kamen und solche abfolgen lassen sollten.

Es begaben sich also die Deputierten nachmittags 3 Uhr auf den Römerin die obere Raht- stube und hörten denfürtrag doch nur discurendo an. Als Schwalenberger geendet. erklärten sie sofort, sie seien zwar zu derinquisition und der inventation verordnet, aber zu weiter nichts, ja es sei ihnen sogar ausdrücklich anbefohlen worden,ohne E. E Rats Vorwissen und Consens nichts von solchen gütern aufsfolgen zu lassen. So sei ihnen nicht bloſs mündlich, sondern auch schriftlich an- befohlen worden, und sie könnten sich daherextra mandatum zu schritten nicht verantworten lassen. Sie bâten dringend, ihnen das nicht zu verdenken. Darüber wurde Schwalenberger sehr aufgebracht; wohl wisse der König, meinte er, dals der Rat ihn immer zu hindern suche, allein das sei des Kônigs und nicht des Rates Sache; der Rat suche einen Aufschub nach dem anderen, nur um die Sache auf- zuhaltenund underdessen zu vernehmen, wo das wesen mögte hinauls lauffen. Der König habe ihm die Kisten geschenkt, der werde die Sache auch zu Ende führen. Er, Schwalenberger, begehre ja nichts von der Stadt, sondern nur von dem, was dem König zuständig. Habe irgend ein Bürger An- spruch darauf, so wolle ersolches über sich nehmen und denselben, nach Befinden, befriedigen.

Die Deputierten baten, die Sache wenigstens bis zum künftigen Dienstag, dem Ratstag, zu ver- schieben, dann wollten sie in der Sitzung Mitteilung machen und, fallsdie Abfolgung verstattet würde, ihrerseits dieselbe gern geschehen lassen.

Der Sekretär ging darauf nicht ein, sordern drang immer heftiger auf die Auslieferung. Des Königs Befehl gehe auf die Auslieferung aller Feindesgüter, nun handle es sich nur um 3 Kisten, und diese wolle man ihm nicht einmal geben!Man könnte mit dieser Stadt nit zurecht kommen und were Ihrer Maj. noch mit keiner Statt also w lerig ergangen. Er achte ja persönlich solche Sachen nicht so hoch, es sei ihm einerlei, ob er diesc Kisten habe, oder nicht,aber man verspüre je länger je mehr allerhand tergiversationes und Ver inderungen. Ihre Maj. hetten mehr zu thun, als die Zeit immerdar mit diesen sachen zuzubringen, man were ja bey Deroselben etlichmahl gewesen und haàtte die Erklärung eingenommen, weil sie aber nit annehmlich, so verschweige man solche, biſs Ihre Maj. mögte verreiset scin, sich hernacher auff schreiben an Ihre Maj. oder gesandtschaft zu beziehen Und dadurch den feinden das ihrige aufzuhalten

E frage sie nochmals, ob man gesonnen sei, ihn an der Abholung dieser 3 Kisten zu hindern, damit er nau wisse, woran er sei und wonach er sich zu richten habe.

Die)eputierten erkk n nochmals, sie könnten die ganze Angelegenheit nur zum Bericht nehmen, wiederholt mal ten sie ihn a r bitten, sie deshalb zu entschuldigen, da ihr Auftrag ganz bestimmt laute.

Damit endigte diese unerquickli he Unterhaltung mit Schwalenberger.

Aber schon am folgende- I-se, Sonntag 4. Marz, liels der Freiherr Johann Sparr die Deputierten qurch den R tschreiber zu sich fordern, welche sich nachmittags 3 Uhr zu ihm in den Schönburgischen Hof begaben. Bei Sparr trafen sie bereits Daniel von Hutten der Sekretär kam etwas später; Sparr begann sofort, der König habe ihm aufgetragen,mit qer Statt ettlicher punkte wegen entlich einmahl richtigkeit zu machen.

Zu diesen Punkten gehöre in erster Linie der ganze Konfiskationsprozels. Er könne nicht begreifen, wie die Stedt dem Könige hierin Schwierigkeiten in den Weg lege. Da er gehôrt habe, daſs die hier anwesenden Herren zu dem Konfiskationswerk deputiert seien, so mõchte er doch gerndie uhrsachen von denselben vernchmen, Karum solche verhinderung beschehe, auch annoch also continuiret werden wolte.