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Horn nach Bamberg zu vorrücke, und dafs die Kaiserlichen allenthalben im Vorteil seien. ¹) Am 1. Marz, ganz frühe, war ein schwedischer Major in die Stadt gekommen und hatte die Meldung von Horns miſslicher Lage gebracht. Das alles gab zu denken; das kaiserliche Schreiben war nicht mehr so ganz ohne Einfluſs auf die Stimmung des Rates, und so wurde denn, noch an demselben 1. Maàrz, eine Audienz bei Gustav Adolf nachgesucht.
Hieronymus Steffan von Cronstetten und Dr. Erasmus ²) wurden empfangen und baten wegen der bereits früber übergebenen Punkte in Betreff der Konfiskation und der geistlichen Güter um geneigten Bescheid. Wenn der Rat die Mittel hätte, an Stelle der 100 000 Rthlr. 200 000„aufzutreiben“, so wolle er es gerne thun, um die Konfiskation abzustellen, allein es sei unmöglich, das Geld aufzubringen. Deshalb wolle der Rat nochmals aus den früher bereits angegebenen Gründen„und aus noch mehr“ gebeten haben, entweder die Konfiskation ganz aufzuheben, oder damit wenigstens noch zu varten, „sonderlich weilen die ausschreibenden Stette in kurtzem ihre bottschafter und gesandten allher schicken würden, da man mit denselbigen weitter darvon zu communiciren hette.“
Was die„liegenden Güter“ betreffe, vernehme der Rat gern, dafs keine„alienationes“ mit den- selben vorgenommen werden sollen, worum übrigens nochmals unterthänigst gebeten werde.
Uber die geistlichen Güter werde man dem Könige baldigst noch„remonstrationes“ thun;„wenn jedennoch etwas mit denselben für zunehmen“, so sei es wohl billig, daſs sie der Stadt„ad evangelicos pios usus“ verbleiben, weil dieselben„gar wenig geistliche Einkommen habe und das ministerium auch die schulen aus dem aerario underhalten werden müssen, auch der Hospital arm, und gleichwol viel Schwedischer Soldaten darin khàmen, auch ohne Zweifel künfftig noch mehr kommen werden.“
Wenn der Rat bisher noch nicht zu den geistlichen Gütern„gegriffen“, dazu habe man seine ganz besonderen Gründe„und sonderlich, weilen der ausschreibenden Stette abgeordnete zu Heilbronn dafür gehalten, man solle diefsfalls noch etwas gemach gehen.“
Übrigens wolle man dem Könige auch nicht verhehlen, daſs die„zu Mentz Spoliirten bürger“ beständig den Rat um Hilfe angingen, und dalſs wiederholt vorgeschlagen worden sei, aus den im Gebiete der Stadt liegenden Mainzer Gütern die zu Schaden gekommenen zu befriedigen.
Da der Rat aber gern mit„Königl. Maj. authoritet handeln wolte“, so bitte man, der König mõge sich erklären,„wornach sich E. E. Rat ferner zu richten habe.“
Der König erwiderte den Deputierten, er werde sich darüber in den nächsten Tagen erklären, „weilen aber— ein Major etwas widerwärtige Zeitung von Bamberg gebracht habe,— so mülsten sie zuvor derselben Sache nachdenken.“
Somit war man wieder ohne bestimmte Antwort, aber man hatte doch darin etwas Beruhigung, dafs man wiederholt einen Versuch gemacht hatte, die leidige Konfiskation„abzubitten.“
Schwalenberger, der schwedische Sekretär, war bisher immer derjenige gewesen, der, wenn eine Sache einmal ins Stocken geriet, wieder dafür sorgte, daſs sie sich weiter entwickelte, freilich gewöhn- lich nicht in der von der Stadt gewünschten Weise, Schwalenberger war es auch diesmal ³) wieder, der für neues Leben sorgte.
¹) Vgl. darüber Soden I, 187 ff. Tilly war in der That mit 18 000 Mann von Nördlingen aufgebrochen, um Bamberg den Schweden zu entreiſsen. Am 27. Februar langte er dort an und nahm die Stadt nach einem glücklichen Angriff. Die abziehenden Schweden sollten etwa 3— 4000 Mann an Toten und Verwundeten eingebülst haben, wurde erzählt. Gustav Adolf sah sich genötigt, Frankfurt zu verlassen und Tilly entgegenzugehen. (5. März 1632.) Horn urteilte über diesen Verlust selbst, daſs es„gottlob kein Hauptwerk“ sei. Gustav Adolf selbst war ungehalten über Horn, daſs er seinem Befehl,„nichts zu hazardieren“ zu streng nachgekommen sei. Damals weilte gerade der bairische Vertreter in Frankfurt, um mit Gustav über die Neutralität zu verhandeln. Vgl. Gindely II, 243 f,, Droysen II, 522. ²) Bericht von Erasmus' Hand. Akten II, 39.
²) Akten II, 40. Relation von Dr. Faust von Aschaffenburg verfaſst.


