Aufsatz 
Die Schweden in Frankfurt am Main : 4. Bis zum Eingreifen Axel Oxenstiernas in die Verhandlungen
Entstehung
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gerechtere Verteilung der Einquartierung zu sorgen, in dem andren, indem er den Krämern verbot, fortan Pulver zu verkaufen.

Noch eine andere Bittstellerin meldete sich. Die Stadt Friedberg zeigte an, dafs ihr eine schwedische Garnisonangesonnen werde; ‚sie bat, der Rat möge durch einIntercessionale bei dem König die Abwendung dieserbesorgenden Garnison erwirken. Was konnte Frankfurt in dem Falle thun! Man antwortete, dals manmit Hilfe der ausschreibenden Städte Abhilfe zu schaffen suchen werde, doch werde man schwerlich etwas erreichen. 7

In weit gröſsere Verlegenheit sollte die Stadt kommen durch ein Schreiben, welches der Agent pistorius unter dem 15./25. Februar von Wien abgesandt hatte und welches am 1. März dem Rat vorlag. ¹)

Er schreibt, es sei zwar vom Postmeister Befehl ergangen, nach 8 Uhr keine Briefschaften mehr anzunehmen; aber der Kaiser habe ihm beifolgendes Schreiben erst nach 9 Uhr zustellen und auf der Post die Weisung geben lassen, für Pistorius nochbifs 11 Uhr aufzuhalten, damit das kaiserliche Schreiben noch denselben Abend mit einem Begleitschreiben des Agenten besorgt werde.Und ob ich wohl nicht weiſs, was der Inhalt ist, solches auch heut nicht erfahren khan, so hat mir doch in allweg gebühren wollen, dem Kayserl. Bevelch ein genugen zu thun, dan ich doch, durch was mittel ich auch immer suchen thue, die sach weder besser noch erger machen khan, wollte es aber.

Das kaiserliche Schreiben, welchem dieser Brief als Begleitbrief beigegeben war, zeigt allerdings, dafs in Wien Frankfurt nicht gut angeschrieben war. Es lautet: ³)

Ferdinand der Ander, von Gottes gnaden erwöllter Römischer Kaiser, zu allen zeitten

Mehrer des Reichs Ehrsame, liebe getreue, Wir werden glaubwürdig berichtet, wals malsen under-

schiedliche, so wohl bey Euch, alfs Eureren undergebenen Bürgern deponirte gelder und sachen

inventirt und beschrieben, und von dem Khonig in Schweden, ein arrest aus dieselbe geschlagen

worden, auch zu besorgen, dals Sy woll anderst wohin verwandt werden möchten; Wan Euch aber

ganz wohl bewust, wals in dergleichen fällen, die Rechten und Reichs constitutionen mit sich bringen und erfordern.

Alls befehlen Wir Euch hirmit gnaädigst und ernstlich, dals Ihr dahin gedenkhet, damit gedachte deposita anvertrautter massen, in sicherer verwahrung verpleiben, den interessirten Par- theyen, getreulich aufgehalten und nichts davon alienirt oder entäufsert werde, dann im widrigen fall die jetzgedachte interessirte Partheyen ihren regreſs, und billigmäſsige erstattung bey Euch zu suchen fug und recht haben werden; So Wir Euch zu Eurer nachrichtung erhaischender notturfft noch anfügen wollen, Sindt Euch im übrigen mit Kayserl. gnaden gewogen.

Geben in Unnserer Statt Wien den Neunzehnden February Anno Sechzehnhundert Zwey und dreifsig, Unserer Reiche, deſs Römischen im Dreyzehenden, deſs Hungarischen im Vierzehenden und defs Bohömbischen im fünfzehendten.

Ferdinand

mp. Damit war allerdings klar und deutlich ausgesprochen, was man zu erwarten hatte, wenn der Kaiser wieder die Macht habe, nicht bloſs zu drohen, sondern auch seinen Worten durch die That Nachdruck zu verleihen. Bereits wurde in der Stadt erzählt, daſs Tilly mit bedeutender Macht gegen

¹) Akten II, 37. ¹) Akten II, 38.