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die der Bürger, auf dem Liebfrauenberge zu„bequartieren.“ Daſs sich die Geistlichen dabei nicht be- ruhigen würden, war vorauszusehen, doch mufste man es zunächst darauf ankommen lassen; man hoffte auch, daſs inzwischen andere Wege gefunden würden, um dem Übelstande abzuhelfen. Vielleicht hoffte man, dals sich der Wunsch der Königin, auf dem Kornmarkt Quartier zu finden, erfüllen lasse, jedenfalls war vorerst kein anderer Ausweg, als dals man auch den Geistlichen schwedische Gäste zuwies.
Die nächsten Tage waren verhältnismäſsig ruhige. Der König weilte bei seinem Heere; am 17. Februar war er in Bingen, am 19. Februar erschien er vor Kreuznach mit 4 Regimentern und einigen Stücken, bemaächtigte sich noch an demselben Tage der äufseren Mauer und Türme, bei welcher Gelegenheit sich besonders das gelbe Regiment hervorthat, am 20. Februar eroberte er die Stadt. ¹)
Am 23. Februar waren die nach Heilbronn Deputierten in der Lage, einen Bericht über die dortigen Verhandlungen zu geben. Wir haben schon früher darauf hingewiesen, dals der König durch seinen Gesandten, den Sekretär Philipp Sadler, ²) einige Punkte zur Besprechung gestellt habe, auf welche die Städtevertreter in ablehnendem Sinne antworteten. Nun erfahren wir aus diesem Berichte noch, daſs in Heilbronn beschlossen wurde, nochmals, nachdem sich der Rat jeder einzelnen Stadt mit diesen Fragen beschaftigt habe, darauf zurückzukommen und daſs Frankfurt als Versammlungsplatz in Aussicht genommen wurde. Hieronymus Steffan von Cronstetten stellte nàmlich den Antrag, es solle eine Kom- mission erwählt werden, welche sich mit der Durchberatung der 3 Punkte beschäftige, alsdann feste Instruktion erhalte und in der Lage sein könne, mit den Vertretern der Städte,„welche vermutlich künftige Meſs allhie zusammenkommen möchten“, ³) entgiltig Beschluſs zu fassen. Dem Antrage gemäſs wurden die Herren Hieronymus Steffan von Cronstetten, Johann Schwindt, Caspar Philipp Fleischbein deputiert und ihnen anheimgegeben,„da nötig, Herrn Dr. Erasmus zu sich zu ziehen.“
Caspar Philipp Fleischbein⁴) äufserte jedoch über seine Wahl seine Bedenken und so wurde er in der Sitzung am 28. Februar durch Nicolaus Bebinger ersetzt.
Mittlerweile war der König wieder in der Stadt angekommen, aber mit Arbeiten so überhäuft, daſs an eine Verhandlung wegen der Konfiskation und der„geistlichen Güter“ nicht zu denken war. Aber die Schenkungen nahmen inzwischen doch ihren Fortgang, wenn auch über das Deutsche Haus und den Fronhof noch nicht verfügt wurde. Wie anderwärts ⁵5), so liebte es auch hier Gustav Adolf, seine Getreuen reichlich für ihre Treue zu belohnen. Ein solches Beispiel liegt uns in dem prächtigen, auf Pergament geschriebenen, Schenkungsbrief an Johann Adolf von Holzhausen vor. 5) Da er noch nirgends— soweit wir wissen— veröffentlicht ist, möge er hier seine Stelle finden.
„Wir Gustaf Adolf von Gottes Gnaden der Schweden, Gothen und Wenden Königh, Herzogh zu Ehesten und Carolen, Herr über Ingermanland, thun kunt hiermit, das Wir aus sonderbahrer Königl. hulde und gnaden, wohlbedachtem freyem muht undt eygner bewegnus, den Edlen und Manhaften, Unseren lieben besonderen Johan Adolph von Holtzhausen, Itziger Zeit der Stadt Frank-
. ¹) Soden I, 204. Die spanische Besatzung unter Louis de la Tour zog sich aufs Schloſs zurück, mufste sich aber am 23. Februar, nach tapferer Gegenwehr ergeben. Die Garnison durfte mit„Unterwehr“ abziehen. Noch an demselben Tage reiste der König nach Frankfurt zurück. Soden I, 205.
²) Nicht Johann Nicolaus von Anhausen, wie Soden I, 1857 angiebt.
²) Bürgermb. 23. Febr. 1632. Die 3 Punkte waren: 1.„wie ein sonderbar Accis auff die wein und wahren zu schlagen sey, 2. ein Kupffer Munz anzurichten und 3. wie zu versicherung der Strafsen und wanders- leut ein gewils Convoygeldt zu bestimmen und anzusagen seyn möchte.“
¹) Kommt 1628 in den Rat, wird 1634 jüngerer Bürgermeister, 1636 Schöffe, 1643 älterer Bürgermeister, † 30. Mai 1647.—
⁵) Vgl. Soden I, 205 f.
⁶) Das Original befindet sich in dem Familienarchiv; das Stadtarchiv besitzt eine Abschrift von der Hand des Archivars, Herrn Dr. Jung, der auch sonst eifrigst bemüht ist, die ihm unterstellte Sammlung zu vervollständigen.
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