2*— 7— lassen werde. Auf diese Weise könne man doch wenigstens zu dem hergeliehenen Gelde wieder kommen. Jedenfalls solle aber die Angelegenheit vorher weislich überlegt und mit dem Könige selbst durchge- sprochen werden.
Schon am 15. Februar mufste Dr. Faust ¹) berichten, dals er bei UÜbergabe der auf Pergament geschriebenen Assekuration von Schwalenberger vernommen habe,„dafs die Verschenkung des Fronhofes einen Fortgang haben werde, gestalt dann der Sandhof auch allbereit verschenkt ²) seye und es mit dem Fronhof nur an der Aufsfertigung beruhen thaäte, mit nochmaligem Erinnern, wenn E. E. Raht etwas auszubitten gemeint sei, daſs solches mit ehestem(weil die Königl. Maj. in Schweden etc. heut oder morgen verreisen werde) geschehen müsse.“
Dieselben Bedenken erhoben sich, allerdings nur„bei etlichen wenig Herren,“ wie das Protokoll der Ratssitzung sagt, wieder, aber die Zeit drängte, und die Frage stand doch so, ob man überhaupt etwas als Bürgschaft erhalten könne, oder gar nichts. So wurde denn, wieder recht vorsichtig, beschlossen „obgleich es bedenklich sey, dergleichen geistliche Güter zu begeren in Ansehung dieselben nit allein in E. E. Rahts Schutz und protection seyen, sondern auch die Königl. Capitulation solchen Schutz expresse reservirt habe; jedoch daſs man nochmals per supplicationem bey Ihrer Königl. Maj. vor die alienation underthänigst bitten, aber dafern nichts zu erhalten, alsdann das teutsche Hauls,³3) Fronhof, und andere dergleichen güter anstatt der versprochenen Assecuration vor die hergeliehenen 100 000 Rthlr. under- thänigst begehren solle.“
Als Dr. Faust ferner berichtete, ihm scheine Schwalenberger sehr empört darüber, dals der Rat ihm auf sein Ansuchen, nicht gestatten wolle, seine Pferde im Compostell einzustellen,„ist vor gut angesehen, dals man Ihm solches nunmehr nit allein verstatten und zulassen, sondern auch sonsten allen guten Willen erweisen solle, damit er vor allen Fall Einem E. Raht zu favorisiren desto mehr Ursach haben möge.“
Sofort wurden daher Dr. Faust und Hektor Wilhelm von Günderrode zu dem schwedischen Sekretär entsendet, um ihm den letzten Beschluſs mitzuteilen, ferner aber, um ihn zu bitten, die Schenkungs- urkunden solange zurückzuhalten, bis man mit dem Könige und seinem Kanzler Oxenstierna wegen dieser Angelegenheit Rücksprache genommen habe. Sei dies aber nicht zu erreichen, dann solle man um das Deutsche Haus und den Fronhof nebst allem Zubehor bitten.
Diese Verhandlungen konnten indessen jetzt noch nicht zu Ende geführt werden, da der König in der That am 16. Februar Frankfurt verlieſs, um sich nach Mainz, Bingen und von da nach Kreuznach zu begeben. Der Charakter des Feldzuges von 1632 ist ein ganz anderer, als der von 1631.4) Bisher war ein planmälſsiges Zusammenwirken aller einzelnen Corps zu bemerken gewesen; jetzt gewinnt die schwedische Kriegsführung eine Ausdehnung, welche jede einheitliche Leitung erschwert.„Bei der Un- vollkommenheit der Kommunikationsmittel, sowohl für die Transporte der Truppen, als für die Uber- mittelung der Meldungen und Befehle, muſsten die Bewegungen der verschiedenen Heeresabteilungen auf den verschiedenen Punkten des weiten Bereiches, den es zu schützen oder zu erobern galt, einen mehr selbständigen und von einander unabhaängigen Charakter erhalten.—— Der Krieg zerfiel in Kriege. ⁵) Jedoch liegt nach wie vor der Schwerpunkt in den Operationen des Königs und der Royalarmee.“
¹) Akten II, 34.
¹) Battonn I, 255 f., wo auch 1632 nicht 1633 zu lesen ist. Vgl. Euler, Deutsch-Ordens-Commende. ³) Vgl. Euler a. a. 0
¹) Droysen II, 521.
⁵) Droysen II, 521.


