Dafs trotz der Freudentage, welche für Frankfurt mit der Ankunft des Kön das Konfiskationswerk der Feindesgüter nicht ruhte, erfahren. Unter dem 26. Januar 1632 erging an„Schultheils u Königlichen Kriegs-Kommissarius Johann Engelbert Thyllius²), daſs geistliche Stifter nach Mainz oder sonstwohin entrichtet würden, an die schwedische Kasse zu entrichten seien, dafs auch die Fuhrleute sich bereit halten sollten, Frucht„zur Hofstatt“ des Königs zu fahren, überhaupt jeden Augenblick zu Diensten zu sein. Schon früher hatten die Klosterleute des Klosters Ober-Ilbenstatt in der Wetterau³) erfahren müssen, dals die Kommission keine Schonung kenne, und dafs Schwalenberger, ein geriebener Geschäftsmann, jede Neigung zur Milde bei seinen Kollegen in dieser Kommission sofort zurück zu drängen verstand. Aber auch und so wurde am 28. Januar) beschlossen, die„Landherren“ sollten dem Schultheissen befehlen, sich auf nichts einzulassen, zumal man mit dem Könige über diesen Punkt noch in Unterhandlung sei, solches Ansinnen auch der Kapitulation zuwiderlaufe. UÜbrigens werde man noch heute Gelegenheit haben, mit dem Könige die Sache zu besprechen. Es verging in der That kein Tag, an dem nicht wenigstens Herr Hieronymus Steffan von Cronstetten und Dr. Erasmus zu dem Könige befohlen wurden. Gustav Adolf liebte es, mündlich zu erledigen, was er erledigen konnte.
Auch die Frankfurter Herren hatten noch manches auf dem Herzen, was sie am besten mit dem Könige selbst besprachen. Die Dörfer Sulzbuch und Soden baten wiederholt um erneute„Salva Guardia“, weil die Unsicherheit überhand nehme;?) die Klage der Sachsenhäuser Bürger war noch nicht entgiltig erledigt, aufserdem hatten sich mehrere Bürger über groſse Härte bei dem Konfiskationswerk beschwert: das alles sollte dem Könige vorgetragen und um Abhilfe gebeten werden. Zudem kam die Königliche Haushaltung mit immer neuen Forderungen, eben hatte sie den Wunsch ausgesprochen, es solle mehr Brennholz geliefert werden, auch sonstige Bedürfnisse sollten entsprechendere Befriedigung finden.)
Trotzdem versäumte man nicht, sich durch kleine Geschenke an Günstlinge des Königs beliebt zu machen. So beschlofs man, dem Hofprediger Pabricius, dessen Einfluſs bei dem Schwedenkönig man kennen gelernt hatte, für die Festpredigt, welche er im Dome zu Mainz gehalten und welche er dem Rate zugesandt hatte,„zwei qutzend Rthlr“ zu schenken,*) auch sonst war man im kleinen freigiebig, nur gegen wiederholte Angriffe Schwalenbergers auf den Stadtsäckel bewies man sich ziemlich unzu- gänglich. Als am 26. Januar Hieronymus Steffan von Cronstetten berichtete, der Sekretär habe ihm die Andeutung gemacht,s) die Königliche„Canzley pferdt seien mit stall schlecht accommodiert“, man mõge die Stallungen in den Fronhof und das Compostell*) verlegen, ging man darauf nicht ein, sondern berief sich darauf, daſs beide Höfe„geistliche Güter“ seien und daher„des Schutzes und Privileges der Stadt“
nd Bürgermeister“ der Befehl des fortan alle Pachtzinsen, welche an
¹) Vgl. Schweden II, 12 Anm. 5.
¹) Akten II, 32b. Uber ihn vergl. Schweden I, 13; er schreibt sich selbst bald Thyllius, bald Tillius, bald Tilli.
³) Vgl. darüber Schweden III, 40.
Der Beschluſs steht auf der Rückseite des Schreibens Akten II, 32.
⁵) Vgl. Bürgermb. z. 24. Jan. 1632.
*) Das. 24. Jan. 1632. Darauf erging in der Ratssitzung der Beschlufs, man solle den Küchenmeister mit „des orts gelegenheit“ bekannt machen, das hieſs doch wohl, man solle ihm die Quellen nennen, wo solches zu Kkaufen sei, um so mehr, als man in Erfahrung brachte, daſs die Königin noch hier bleiben solle, wenn der König wieder zu Felde ziehe.
5 ⁷) Bürgermb. 24. Jan. 1632. Die Predigt war bei dem in Mainz gefeierten Dankfeste gehalten worden. ³) Das. 26. Jan. 1632. ⁴) Battonn II, 141, 153 f.
igs angebrochen waren, sollten zunächst die Bewohner von Dortelweil¹)
die Frankfurter Herren waren zäůhe Leute,


