Aufsatz 
Die Schweden in Frankfurt am Main : 2. Bis zu der eidlichen Verpflichtung des Rates und der Bürgerschaft und der Beschwerde über die Einziehung der "Feindes-Güter", 6. Dez. 1631
Entstehung
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war, dals man ihmeinen revers, den Pass und repass betreffend ausstellen zu lassen versprach. Allerdings mufs hervorgehoben werden, dafs der König vielleicht dieses Mal nachgiebiger als gewöhnlich war,weil er wegfertig gewesen. Dieser Revers wurde alsbaldbei der Canzley durch Dr. Erasmus concipirt, dem königl. Secretär durch Dr. Faust mitgeteilt und darauf dem Könige selbst zum Lesen überbracht.Und nachdem derselbe damit wol content gewesen, wurde der Revers bey der Canzley ausgefertigt, gesigelt und gen. secretario zugestellt.

Ubrigens hatte auch Schwalenberger einen solchen Revers ausgefertigt und seinem Herrn vor- gelegt, Gustav sich aber für den Frankfurter entschieden. Dieser ist kurz und bestimmt, enthält kein Wort zuviel, man merkt ihm an, dalſs Erasmus, jener feine Kopf, die Erfahrungen der letzten Tage wohl beherzigt hatte.¹) Es heifst darin:Wir der Rath der heil. Reichs Statt Frankfurt am Main bekennen und urkhunden hiermitt und in krafft dieses, dass dem durchlleuchtigsten Grossmächtigsten Fürsten und Herrn Herrn Gustavo Adolpho(folgen in Correctur die sämtlichen Titel unserem gnedigsten König und Herrn) wir underthenigst versprochen und zugesagt, geloben und versprechen auch solches hiermitt nochmaln, dass wir in der Zeitt Ihrer königl. Maj. und dero Kriegsvolck frayen pals und repafs durch diese unsere Statt(Correctur: wie, wann und so offt dero Behuff und dess Kriegs- notturfft erfordern wirdt) geben und verstatten wollen. Deſs zur urkhund und vesten haltung haben wir der Statt insiegel hierfür getruckt.

Zur Vergleichung möge Schwalenbergers Revers hier im Wortlaut folgen: ²)

Wir N und N bekennen und thun kundt hiermit offenbar: Nachdem die zwischen dem Durch- lauchtigsten König zu Schweden und dieser freihen Reichs und Wahl Statt Frankfurt angefangenen tractata, wegen ein und anderer eingefallener Verhinderung für difsmahl nit völlig zu end geführt werden môgen, daſs wir. Seiner Kgl. Maj. umb so viel mehrers diesser guthen Statt ungeferbte beständige affection und Treuw zu gemeinem Evangelischem Wesen zuversichern Seiner Kgl. Maj. gelobt und bey unseres wahren worthes Treuw und glauben an Eydtes statt zugesagt haben. Dass Seiner Kgl. Maj. wir nichts desto weniger inmittelst unsere Statt offen halten, Derselben mit Ihrer Armée Truppenweiſs wie, wann und so offt dero behuff und dels Kriegs notturfft erfordern wirdt, den freyen Paſs und Repals durch und in unſsere Statt verstatten, hingegen dero feindt solches verweigern und sie keineswegs in unſsere Statt einnehmen wollen treulich und ohne geferd zur Urkundt.

Nachdem der Frankfurter Revers angenommen und alsdann ausgefertigt und dem Könige über- geben war, es war so gegen 3 Uhr, verliefs Gustav die Stadtin einer Kutsche, von denHerren und Reutterey dem Bockenheimer Thor hinauls geleitet. ³)

Aber kaum war er aufserhalb der Stadt, da fiel ihm ein, daſs er vergessen habe, nachzusehen, ob seine Vorschläge in Betreff der Befestigungswerke bereits zur Ausführung gekommen oder wenigstens, ob an den Verstärkungen gearbeitet werde. Er stieg deshalb eilends aus seinem Wagen, bestieg sein Pferd und ritt mit zwei Dienern um die Stadt, um die neuen Werke zu besichtigen. Am Fischerfeld- thor betrat er wieder die Stadt, ritt dann vor den Römerbey die Herrn, und hat mit ihnen con- ferirt, einen Mangel von der Statt angezeigt. ¹) Darauf endlich verliefs er Frankfurt, um sich nach seinem Lager, unterhalb Höchst, zu begeben.

¹) Akt. I, 43. Die Correcturen am Rande, von anderer Hand, betr. einmal die vollständige Titulatur des Königs, das andere Mal lassen sie Schwalenbergers Concept erkennen..

²) Akten I, 44. ³) Kitsch I. c. p. 166. ¹) ib. Vgl. übrigens über das Fischerfeldthor Battonn I, 193 f.