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wichtige, das Gewissen betreffende Sache mit der bürgerschaft, sonderlich aber dem Ministerio(der Geistlichkeit) und den Rechtsgelehrten communiciren.“
Unterdessen war auch der König nicht unthätig gewesen. Schon in aller Frühe hatte er Berichte aus seinem Lager'empfangen, dann hatte er wieder mit den beiden Landgrafen Georg und Wilhelm konferiert, seine sehr umfangreiche Korrespondenz besorgt und nun, gegen Mittag, galt es noch, den kurmainzischen Gesandten zu empfangen, welcher gekommen war, um Verhandlungen anzuknüpfen und um Schonung zu bitten. Gustav erteilte ihm die Antwort ¹), in wenigen Tagen werde er seinen Herrn selbst sqrechen, vorausgesetzt, dafs er auf ihn warte; der Kurfürst„häâtte zuvor die angebotene Freund- schaft nicht also liederlich ausschlagen und die Seinen so feindlich verfolgen sollen.“
So war 3 Uhr herangekommen, die Zeit, zu welcher Gustav als Gast zum Landgrafen Wilhelm in den Rebstock gebeten war. Es scheint ein groſses, glänzendes Fest gewesen zu sein, das Wilhelm zu Ehren seines königlichen Gastes gab.„Nach der Malzeit ist ein Tantz gehalten worden“, berichtet Kitsch in seiner Chronik, und wir irren wohl nicht, wenn wir annehmen, dafs auch der König sich diesem Vergnügen auf's eifrigste hingab, wie er es denn auch bei einer späteren Gelegenheit, am 22 ten Januar 1632, bewies, daſs„er darin sich nicht Höher hat geacht, als die Graffen, mit Reigen, singen, springen und tantzen.“¹²)
Mittlerweile war von dem Rate der Bürgerschaft befohlen worden, Dienstag den 22ten November vormittags vor dem Römer zu erscheinen, um„deren Meinung über genannte resolution und den be- gerten Eidt anzuhören“ ³). Deshalb wurde in der Ratssitzung zuerst die Resolution nochmals verlesen, aber„keine Umbfrag gehalten“, sondern sofort eine Anzahl Herren deputiert, welche sich hinaus zu den Bürgern begeben sollten, um ihnen mitzuteilen,„was E. E. Rath zugemutet werde“ und um ihre Meinung zu fragen. Diese Unterredung mit den Bürgern muſs eine sehr gründliche gewesen sein, und die Herren haben sich wohl nicht blofs darauf beschränkt. die einfache Forderuug Gustavs mitzuteilen, sondern sie haben gewifs auch dieselbe nach allen Seiten hin beleuchtet und dargethan, wie weittragende Folgen eine Nachgiebigkeit haben könne und werde 4). Stürmisch ging es gewils auf dem Römerberg zu, waren doch die einen für unbedingte Erfüllung der Wünsche des Schwedenkönigs, die andern aber mit dem Zaudern und Zögern des Rates sicherlich sehr zufrieden, und überwog doch bei der Mehrzahl bei aller Vorliebe für Gustav, gewiſs endlich die Liebe zur Vaterstadt. Wenn es galt, diese Vaterstadt vor Schaden zu bewahren, dann mulste alles andere zurücktreten. Es war ein langes Hin- und Her- reden, bis sich endlich die Meinungen in der Weise klärten, daſs man mit dem Vorgehen des Rates sehr einverstanden sei. Darüber verging viel Zeit. Gustav wartete im Braunfels auf günstigen Bescheid, da dieser immer noch ausblieb, sandte er endlich Schwalenberger und lieſs einige Ratsdeputierte zu sich fordern,„sich der resolution und des Eidts halber mit Ihm zu underreden.“
Diese Ratsdeputierten hatten inzwischen bereits vernommen, daſs die gesammte Bürgerschaft mit dem Vorgehen des Rates sehr zufrieden sei, und deshalb werden sie noch zurückhaltender und weniger nachgiebig, als vorher, gewesen sein. Darum dauerte denn auch die Unterredung mit dem König sehr lang, aber zur Entscheidung kam es auch dieses Mal noch nicht. Alles, was Gustav erlangen konnte,
¹) Droysen II, 454.
²) Gasthaus zum Rebstock neben dem Hause zum Rebstock, dem vorstehenden Ecke neben dem Bogen an der Kruggasse, Lit. L No. 87 A. Vgl. Battonn III, 145.
²) Kitsch p. 170. ⁴) Akt. I, 42.
²) Vergl. z. B, wie Kitsch p. 165 die Forderung des Königs formuliert und wie er klar herausfühlt: ent- weder kaiserlich oder königlich.


