Aufsatz 
Die Schweden in Frankfurt am Main : 2. Bis zu der eidlichen Verpflichtung des Rates und der Bürgerschaft und der Beschwerde über die Einziehung der "Feindes-Güter", 6. Dez. 1631
Entstehung
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Nach langen Unterhandlungen waren die Schweden endlich, am 17‧en November 1631, in Frank- furt am Main eingezogen, hatten 600 Mann zurDefention in Sachsenhausen zurückgelassen, damit schien erreicht zu sein, was der König Gustav Adolf sich in betreff Frankfurts vorgesetzt hatte. Er netzte seinen Marsch auf Höchst fort und überlieſs seinem Commissarius, dem Grafen Philipp von Solms, welchem der schwedische Geheimsecretär Schwalenberger beigegeben war ¹), die weiteren Verhandlungen wegen der Stellung der Stadt zu Gustav, wegen des Verhältnisses der schwedischen Garnison zum Rat, der FrankfurterSoldatesca zum König.

Wenn man bedenkt, wie schwach oder wie schlecht befestigt Frankfurt damals war ²), so dals Oxenstierna später den Gesandten bekennt, der König habe ihm erklärt, er sei erschrocken, als er die Befestigungswerke besichtigt habe und wenn er die Stadt nicht habe der Religion wegen verschonen wollen, so habe ervermeinet in drei Tagen hinein und hinter die Mauern zu kommen ³), auch habe erviel Bedenken getragen, als er dieser Stadt so lange Zeit ein so kostbares Pfand, als seine geliebte Königin war, anvertraute, wenn man ferner bedenkt, daſs noch im Jahre 1632, nachdem bereits an vielen Stellen Verstärkungen und Verbesserungen angebracht worden waren, der schwedische Kanzler immer und immer wieder darauf hinweist,auf Besserung der Aufsenwerke zu denken, er habesein Lebtag nicht mehr Bettler gesehen, als bei und zu Mainz, die wolle er alle zum Bau nach Frankfurt herauftreiben lassen; ferner, wie gering doch die Frankfurter Garnison war, und daſs dieser eine wohl- geschulte schwedische Macht gegenüber stand, die wohl imstande war, allen Forderungen des Königs den gehörigen Nachdruck zu geben: so begreift man in der That nicht, wie die nun folgenden Ver- handlungen so konnten in die Länge gezogen werden, wie die feine Diplomatie der Frankfurter Herren immer und immer wieder verwilligte, was nicht begehrt wurde, das Begehrte aber unter irgend einer Form für den Augenblick in den Hintergrund drängte.

Donnerstag und Freitag, den 17ten und 18ten November, dauerten unausgesetzt die Truppen- märsche durch die Stadt zum Bockenheimer Thor hinaus nach Höchst, dem kurmainzischen Städtchen, zu, das schwere Geschütz und die Munition wurde auf Schiffen befördert. Das bot Gelegenheit genug, dals der Rat jede weitere Verhandlung verschob, bereitete doch die Verpflegung der Truppen Schwierig- keit genug, und hatte doch der König das Ehrengeschenk der Stadt ¹) kurz vorher gnädigst anzunehmen geruht und gewiſs einige Versprechungen gemacht wegen Schutz und Selbständigkeit der Stadt. Letztere aber war in Gefahr, wenn man den jetzt von dem Könige und seinen Commissären verlangten Eid leistete. Aber es lag noch eine weitere Gefahr in der Nachgiebigkeit grade in diesem Punkte. Bei einem Umschwung der Dinge, und wie leicht war ein solcher in jetziger Zeit möglich, konnte man dem

¹) Vgl. Soden, Gustav Adolf und sein Heer in Süddeutschland I, 117.

²) Die Reparaturen und neuen Befestigungswerke kosteten übrigens eine ganz bedeutende Summe. So finden sich im Stadtrechenbuch vom 9. Juni bis 3. September 1631 eingetragen für Fortification 26,713 fl 12 K, ferner vom 10. Sept. bis 13. Dec. 1631 10,838 fl., 7. Januar 1632 150 fl., 31. März bis 9. Juni 1632 7732 fl.

²) Frankf. Gemeinnützige Chronik III, 9 p. 66.

) Soden I, 117. Der König erhielt vom Rate 2 Faſs Wein, einen Wagen Hafer und ein Kleinod, 1400 Reichsthaler wert, zum Geschenk. Nach Lersner I, 398 erhielt die Königin dieses Kleinod, was wahrschein- licher ist. Später, gebucht in dem Stadtrechnungsbuche unter dem 9. Juni 1632, erhielt die Königin abermals ein sehr wertvolles Ehrengeschenk von dem Rate, nämlich einen fein gestickten kostbaren Beutel mit 1000 Thalern (1500 Gulden).

Bei dieser Gelegenheit sei gleich erwähnt, dafs nach dem Rechnungsbuche die Tractamente etc. bis zum 10. März 1632, welche unter dem Titel gemeine Ausgahen gebucht sind, 7236 Gulden betragen, wozu später noch eine Summe von 150,078 Gulden kam, welche dem Königegeliehen wurde.

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