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Würde der Oberst in dem allem„sonderbahre Favor“ erzeigen, so sei man erbietig,„solches mit wirklichem Danck zu beschulden.“
Sollte sich aber der Oberst damit nicht zufrieden geben, so werden die Abgeordneten angewiesen, zu erklären, daſs man„dieser Zeit weiters nicht gehen könne, sonderlich weilen diese Statt eine sonder- bahre Handelsstatt und Königl. Wahlstatt“ sei; es sei bisher keine fremde Garnison ihr zugemutet worden, man müsse sich deshalb an den König von Schweden selbst wenden und bitte den Obersten, Mittel und Wege an die Hand zu geben, damit dieses sicher geschehen könne.
So lautet das Memorial. Dals die Abgeordneten sich strikt an diese Instruction gehalten, zeigt die Unterredung, die sie Samstag den 5ten November mit Haubolt hatten. Wir besitzen über diese Unter- redung eine äufserst genau geschriebene Mitteilung, die wahrscheinlich von der Hand des Syndicus selbst, des Dr. Melchior Erasmus, herrührt. Sie macht fast den Eindruck, als sei sie unmittelbar während der Verhandlung abgefalst, so frisch und lebendig ist sie. Da es von Interesse scheint, dergleichen Ver- handlungen so ausführlich, als nur irgend möoglich, wiederzugeben, zumal wenn das Actenmaterial selbst dazu auffordert, so werden wir in dem Folgenden einen ausführlicheren Auszug uns gestatten.
Die Abgeordneten kamen Samstag den 5ten Nov. nachmittags um 2 Uhr in Hanau an, wurden bei dem Thor in der alten Stadt„etwas aufgehalten“, bis ein Wachtmeister und„einer vom adel kommen und sie im nahmen des Herrn Obristen empfangen und hernacher in die herberge zur Krone begleitet.“ Von hier aus lielsen sie sich bei dem Obersten anmelden und ihn fragen,„wann ihm gefellig sei“, sie zu hören.
Die Abgeordneten hatten nicht lange zu warten; es erschien der gräfliche Kammerjunker, Herr von Bellersheim, und holte sie„auff einer gutschen nacher How“, wo man ihnen Speise und Trank vorsetzte. Bald darauf wurden sie zur Audienz in einen groſsen Saal geführt, woselbst der Obrist etwas mit ihnen„à part“ trat und nun ihre Erklärung,„wie das mitgegebene memorial ausweiset“, anhörte.
Man habe auf schwedischer Seite desto mehr„ungezweifeltes gutes zutrauwen“ zu haben, weil der ganze Rat und fast die ganze Bürgerschaft aufser etlichen wenigen der„Evangelischen religion“ „eifrig beigethan und bey derselben leib gutt und blutt aufzusetzen gemeint.“
Diese Erklärung scheint den Obristen einigermaſsen befriedigt zu haben, denn er Aàufserte im Verlauf der Verhandlungen„sein König werde die einnehmung einer garnison so hoch nicht begeren“, aber er fügte„zu zwey oder drey mahlen“ hinzu„Königl. Maj. wollen und müssen versichert sein, dals kein Feind in die Statt gelassen und demselben kein Fürschub gethan werde.“ Die Abgeordneten erwiderten, man hoffe die Stadt vor jedem feindlichen Uberfall schützen zu können, das aber dünkte dem Obristen unmöglich und so fuhr er, wie es scheint, etwas erbost, fort, man habe in der Stadt nur 500 Mann und dazu keine Commandanten, die im stande seien, die Stadt vor feindlicher Gewalt zu schützen„wenn sie gleich etwan die surprisen verhüten könnten, was doch auch noch mislich.“ Die Abgeordneten glaubten zunächst constatieren zu müssen, dals man mehr als 500 Mann Soldaten habe, es seien in die 1000,„darzu thue man täglich mehr werben und werde damit continuiren. In der Statt sey man nicht gar ohne commandanten, man brauche leuth, welche die ganze Zeit dieses wehrenden Krieges das commando mit guttem glück geführt. Man trachte auch täglich umb ein tauglich subjectum zu dem general-commando.“ Darauf antwortete der Obrist:„man solle ein habile subjectum vom König nehmen. Die Abgeordneten: das dörfe man nicht thun.“ Nun fuhr Haubolt auf:„Man wölle den belz waschen und nicht nals machen.“ Die Abgeordneten: die Statt sey noch in Kays. May pflichten, wenn man solches oder dergleichen etwas thun solte, würde man nicht allein vorweisen, dals man wider aid und pflicht— auch wider vielfeltig beschehene erklerung gegen Kais. Maj. gehandelt— sondern auch desto mehr mit feindlichem volcke— zugesetzt werden.“ Aber selbst, so meinen sie weiter, wenn man einen kgl. Commandanten in die Stadt nehme und einer schwedischen Garnison den Einzug gestatte, könne trotzdem die Stadt überrumpelt werden. Das war nun ein Grund, den der schwedische Oberst zwar nicht leugnen, aber auch nicht so ohne weiteres zugeben konnte, daher antwortete er denn


