Aufsatz 
Zum Geschichtsunterricht des Gymnasiums / von Theodor Goldmann
Entstehung
Einzelbild herunterladen

64

Am 9. November 1889, abends 5 ½ 8 ½ Uhr, beſuchten alle evangeliſchen Schüler ſämtlicher Klaſſen unter Führung ihrer Lehrer die im hieſigen Saalbau veranſtaltete Aufführung des Herrig'ſchen Lutherfeſtſpiels.

In den Juliferien 1889 wurde der Schulhof einer gründlichen Reparatur unterzogen: er erhielt eine Grundſchichte von Bruchſteinen, die das Waſſer durchlaſſen, darüber einen Deckbau aus zerſchlagenen kleinen Steinen und hierüber eine Schichte von Rheinkies. Außerdem wurde der Zugang von der Straße her und der Weg nach dem hinteren Hofe gepflaſtert; und das um den vorderen Hof führende Pflaſter wurde breiter gemacht.

Gegen die Weiterverbreitung der Influenza, an der ein ſehr großer Teil der Lehrer und Schüler erkrankt war, wurde durch Miniſterialverfügung vom 4. Januar 1890(Nr. M.⸗J. 248) die Maßregel getroffen, daß nach den Weihnachtsferien der Unterricht vom 6.15. Januar(inkl.) ausgeſetzt wurde.

10. Die öffentlichen Prüfungen der Herbſtklaſſen fanden am 19., 20. und 21. Sep⸗ tember 1889 ſtatt.

Die mündliche Reifeprüfung der Herbſtabiturienten wurde am 16. und 17. September 1889 unter dem Vorſitz des Großherzoglichen Oberſchulrats Soldan abgehalten. Die folgenden 30 Ober⸗ Primaner beſtanden dieſe Prüfung.

1. Bruno Aſchenbrenner aus Darmſtadt, St. Germaniſtik. 2. Hermann von Bechtold aus Darmſtadt, St. Ingenieurwiſſenſchaft. 3. Ludwig Bender aus Darnmſtadt, St. Jurisprudenz. 4. Hermann Beringer aus Nieder⸗Ramſtadt, St. ev. Theologie. 5. Emil Breunlin aus Darmſtadt, St. ev. Theologie. 6. Karl Brüggenwerth aus Darmſtadt, St. Jurisprudenz. 7. Philipp Büdinger aus Darmſtadt, Beruf: Poſtfach. 8. Karl von Fechenbach aus Dieburg, St. Juris⸗ prudenz. 9. Wilhelm Hartmann aus Darmſtadt, St. ev. Theologie. 10. Walther Knapp aus Darmſtadt, St. Ingenieurwiſſenſchaft. 11. Karl Korwan aus Gießen, St. Jurisprudenz. 12. Georg Krug aus Darmſtadt, Beruf: Militärdienſt. 13. Georg Landmann aus Erbach i. O., St. ev. Theologie. 14. Wilhelm Lettermann aus Darmſtadt, St. Naturwiſſenſchaften. 15. Ferdinand Malzi aus Darmſtadt, Beruf: Poſtfach. 16. Chriſtoph Maſer aus Darmſtadt, St. Medizin. 17. Ludwig Pfaff aus Darmſtadt, St. Kameralwiſſenſchaft. 18. Ferdinand Pfannmüller aus Darmſtadt, St. Medizin. 19. Karl Platz aus Groß⸗Gerau, St. Jurisprudenz. 20. Ludwig Römheld aus Seeheim, St. Medizin. 21. Wilhelm Scheffer aus Swanſea, St. Medizin. 22. Friedrich Schmoller aus Darmſtadt, Beruf: Militärdienſt. 23. Friedrich Schulz aus Darmſtadt, St. Juris⸗ prudenz. 24. Georg Sohl aus Darmſtadt, St. Jurisprudenz. 25. Heinrich Trapp aus London, St. Jurisprudenz. 26. Karl Trapp aus Fürth i. O., St. Jurisprudenz. 27. Wilhelm Wagner aus Saarlouis, St. Medizin. 28. Karl Wolff aus Darmſtadt, St. Jurisprudenz. 29. Otto von Zangen aus Darmſtadt, Beruf: Militärdienſt.

Einer beſonderen, nachträglichen Reifeprüfung im Mündlichen unterzog ſich am 16. Okt. 1889 Ludwig Pfeiffer aus Darmſtadt, und zwar infolge einer Erkrankung, welche ihm die Ablegung der mündlichen Prüfung am 17. September 1889 nicht geſtattete; er widmet ſich dem Studium der Jurisprudenz.

Am 7. und 8. März 1890 wurde unter dem Vorſitz des Großherzoglichen Oberſchulrats Soldan die mündliche Reifeprüfung der Oſteroberprimaner vorgenommen. Folgende 33 Abiturienten erhielten das Reifezeugnis.