Aufsatz 
Zum Geschichtsunterricht des Gymnasiums / von Theodor Goldmann
Entstehung
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5. Durch Miniſterialverfügung vom 15. Aug. 1889 wurde der Lehrer unſerer Vorſchule Herr Otto Höcker mit dem Vikariat des Geſangunterrichts des Herrn Muſikdirektors Mangold betraut. Mit der proviſoriſchen Verwaltung der Gymnaſialkaſſe wurde zunächſt Finanzaſpirant Ph. Jockel

beauftragt. Hierauf wurde die Stelle des Rechners Herrn Miniſterial⸗Regiſtrator Jakob Weitzel übertragen.

Mit Zuſtimmung des Großherzoglichen Miniſteriums des Innern und der Juſtiz genehmigte die Großherzogliche Miniſterialabteilung für Schulangelegenheiten durch Verfügung vom 8. Jan. 1890 die Übertragung des von dem Rabbiner Dr. Landsberger an unſerer Anſtalt erteilten Religionsunterrichts an den israelitiſchen Religionslehrer Herrn Dr. David Selver mit Wirkung vom 13. Januar l. J.

6. Am 17. Juni 1889, nachmittags von 34 Uhr, wurde durch Herrn Biſchof Dr. Haffner von Mainz und die Herrn Kapläne Bayer und May in Gegenwart des Gymnaſialdirektors eine Prüfung aller katholiſchen Schüler unſerer Gymnaſial- und Vorſchulklaſſen vorgenommen.

Herr Superintendent Dr. Sell unterzog vom 5. Februar l. J. an in einer Anzahl von Gym⸗

naſialklaſſen die evangeliſchen Schüler der Religionslehrer Trümpert und Dr. Schwally einer Reli⸗ gionsprüfung. Der Gymnaſialdirektor wohnte dieſen Beſuchen bei.

7. Durch Miniſterialverfügung vom 29. April 1889(Nr. M. J. 11 564) wurde die vorübergehende Spaltung unſerer Oſter⸗Unterſekunda, die 55 Schüler enthielt, in zwei Parallelklaſſen unter der Bedingung geſtattet, daß dadurch keine beſonderen Koſten erwüchſen. Da nun die Stelle des Herrn Prof. Dr. Schädel im Schuljahre 1889/90 jeweilig durch zwei Lehrer verwaltet wurde(vgl. oben) und Herr Dr. Schwally zugleich als Acceſſiſt eintrat, war die gedachte Trennung ohne beſondere Koſten möglich. Aber auch andere Unter⸗ und Mittelklaſſen unſerer Anſtalt, und zwar ſowohl Oſter⸗ wie

Herbſtklaſſen, leiden fortdauernd unter ihrer Üüberfüllung. Möge deshalb die bevorſtehende Eröffnung

des neuen Gymnaſiums es ermöglichen, die dem Ludwig-Georgs⸗Gymnaſium verbleibenden großen und höchſtwahrſcheinlich ſich noch vergrößernden Klaſſen in je zwei Parallelklaſſen, zunächſt für die Unter⸗ und Mittelſtufen(VI IIb) zu teilen! Denn nur, wenn dies geſchieht, wird die nun in Ausſicht ſtehende Neuorganiſation der beiden hieſigen Gymnaſien in pädagogiſcher und didaktiſcher Hinſicht einen wirklichen Gewinn für das Ludwig⸗Georgs⸗Gymnaſium und das neue Gymnaſium herbeiführen. Das neue Gymnaſium liegt an der Peripherie, das Ludwig⸗Georgs⸗Gymnaſium im Mittelpunkte unſerer Stadt. Zieht man in der Mitte zwiſchen dieſen Gymnaſien eine Grenzlinie, ſo wohnen nach den vorgenommenen genauen Zählungen von unſeren jetzigen 700 Schülern der Gymnaſialklaſſen jenſeits dieſer Grenzlinie nach dem neuen Gymnaſium zu und über dasſelbe hinaus nach Weſten und Norden, mit Einſchluß der Schüler, die mit den Eiſenbahnen täglich zufahren, nur 200 Schüler; dagegen wohnen diesſeits der

gedachten Grenzlinie nach dem alten Gymnaſium zu und über dasſelbe hinaus nach Süden und Oſten

500 Schüler. In dieſen Zahlen ſpiegelt ſich die Verteilung der Bevölkerung unſerer Stadt ab. Es ergibt ſich daraus, daß nach den Wohnungen der Familien unſerer Schüler mindeſtens doppelt ſo viele Schüler ihren Mittelpunkt im alten Gymnaſium, als im neuen Gymnaſium finden werden, und daß es deshalb im wohlverſtandenen Intereſſe des Unterrichts liegt, die dem Ludwig⸗ Georgs⸗Gymnaſium verbleibenden Klaſſen vor Überflutung dadurch zu bewahren, daß man dieſe Klaſſen wiederum in je zwei Klaſſen ſpaltet.

8. Die letzte Sedanfeier beging unſere Anſtalt mit einer von Schülern unſerer Oberklaſſen in unſerer Aula veranſtalteten Aufführung desDeutſchen Kaiſerfeſtſpiels von Dr. Wilhelm Falcken⸗ heiner:Hohenſtaufen und Hohenzollern. Am 31. Auguſt 1889 fand als Vorfeier für die Schüler