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ſein ſoll, aber nicht von ſeiten nationalökonomiſcher Einſicht, ſondern von ſeiten ſittlicher Tüchtigkeit, gegründet auf einen innerlich religiöſen Sinn, eine patriotiſche Begeiſterung und das angebahnte Verſtändnis für
hiſtoriſche Entwickelungen, die ihn belehren, daß das wirtſchaftliche Gebiet nur eine Seite des vielſeitigen im Staate zur Erſcheinung kommenden Lebens iſt, das nicht losgelöſt von dem religiöſen, politiſchen und litterariſchen Leben entwickelt werden kann, daß jede Überſchreitung des in den Verhältniſſen liegenden Maßes des Fortſchritts, auf welchem Gebiet es nun ſei, ſich durch eine Reaktion rächt. Eben zu dem, was der Student naturgemäß von der Schule mitbringt, ſoll nun während ſeiner Studienzeit die wiſſenſchaftliche Fundierung nach der nationalökonomiſchen Seite hin kommen. Wir können alſo der oben citierten Forderung, dem Schüler über die Sozialdemokratie feſte, klare und unverlierbare Wahr⸗ heiten zu eigen zu machen und zwar auf dem Wege einer richtig konzentrierenden Behandlung 1. der römiſch⸗ſozialen Frage, 2. des Bauernkriegs, 3. der franzöſiſchen Revolution, nicht beiſtimmen.
Wenn damit freilich nicht mehr gemeint iſt, als daß daraus hervorgeht: daß die Unzufriedenheit gewiſſer Schichten der Bevölkerung über gewiſſe Zuſtände den Ausgangspunkt dieſer Bewegungen bildet (ſo auch bei der Sozialdemokratie), und daß das Überſchreiten des rechten Maßes bei der Verwirk⸗ lichung der Ziele immer wieder reaktionäre Bewegungen hervorgerufen hat, wie auch geſchehen würde, wenn die Sozialdemokratie eines Tages ernſtlich an die Verwirklichung ihrer extremen Pläne herantreten würde, oder daß in dieſen drei Bewegungen ein Kern berechtigter Forderungen vorhanden ſei(wie auch bei der Sozialdemokratie), ſo dürfte dagegen nicht viel einzuwenden ſein; aber dann konnten noch eine Menge von geſchichtlichen Erſcheinungen zur konzentrierenden Behandlung herangezogen werden, wie vor allem die engliſche Revolution; aber für die Sozialdemokratie würde dabei nicht mehr herauskommen wie für jede andere revolutionäre Bewegung, und wir vermuten wohl mit Recht, daß es ſich bei den feſten, klaren und unverlierbaren Wahrheiten über die Sozialdemokratie um die Erkenntnis des Weſens derſelben handeln ſoll. In dieſer Beziehung können wir nicht zuſtimmen und müſſen uns gegen eine Konzentrierung von geſchichtlichen Ereigniſſen ausſprechen, die dem Weſen nach in ihrer Entſtehung, in ihrem Verlauf und ihrem Ziele verſchieden ſind. Auf dieſem Wege würde vielmehr die Heranbildung der Urteilsfähigkeit und des hiſtoriſchen Verſtändniſſes entſchieden notleiden, weil eine verhängnisvolle Unklarheit die notwendige Folge dieſer konzentrierenden Betrachtung ſein müßte. Vielmehr handelt es ſich für den Schüler um die Erfaſſung des Zuſammenhangs, in dem dieſe drei geſchichtlichen Erſcheinungen, jede für ſich, verliefen, aus welchen ſpeziellen Verhältniſſen ſie hervorgewachſen, wie ſie ſich vollzogen, und was ihr Erfolg war. Wenn dies richtig aufgefaßt wird, dann wird der Schüler in ſeiner hiſtoriſchen Bildung wirklich gefördert ſein. Doch treten wir der Sache näher!
1. Die römiſch⸗ſoziale Frage iſt eine rein agrariſche; die Ausbildung der Latifundien führt zur Vernichtung des mittleren und kleinen Bauernſtandes. Von den Grundbegriffen aber des Sozialismus finden wir ſchon um deswillen nichts, weil die Grundlage der ganzen Wirtſchaft durch das Vorhandenſein der Sklaverei eine von der heutigen ſo fundamental verſchiedene war.
2. Die Urſachen des Bauernkriegs, oder ſagen wir beſſer der Bauernaufſtände, waren ſehr verſchiedene. Von einem Gegenſatz von Latifundien zu kleinem und mittlerem Grundbeſitz iſt hier nicht die Rede. Auch ein wirklicher materieller Notſtand ſcheint nicht durchweg vorhanden geweſen zu ſein. Vielmehr handelt es ſich bald um die Beſeitigung drückender perſönlicher Dienſtleiſtung, bald um die Erleichterung der materiellen Verpflichtungen gegenüber dem geiſtlichen oder weltlichen Grundherrn,
bald war es der Mangel an Rechtsſchutz, der die Bauern zur Erhebung brachte. Auch die Üppigkeit 3


