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Jii den nun noch folgenden Verhandlungen verlangte Großherzogliche Ober-Studien- Direction voii dem Gemeinderath der Stadt Alsfeld Gewährfchaft für die Besoldung der Lehrer und für die feste Anstellung des Leiters der Schule; nachdeni die Stadt diese Bürgfchaft geleistet und sich auch für den Fall, daß die Anstalt nicht lebensfähig sein sollte, verpflichtet hatte, dem fest angestellten Dirigenten nach-den Bestimmungeii des Gesetzes über die Versetzung der Staats- diener in den Ruhestand bis zu anderweitiger Anstellung Ruhegehalt zu gewähren, wurde durch hohe Verfügung Großherzoglichen Ministeriums des Jnnern vom 17. August 1860 die Errichtung einer Realschule zu Alsfeld genehmigt. Als Schulhaus für dieselbe stellte die Stadt am 24· Sep- tember den unteren Stock des zweiten Pfarrhauses im Schnepfenhain zur Verfügung.
Am 31. October wurde durch Allerhöchsten Beschliiß Seiner Königlichen Hoheit des Groß- herzogs Ludwig lll. der seither an der Realschule zu Offenbach verwendete Pfarramtscandidat Friedrich Wilhelin Greiiii zum ersten Lehrer und Dirigenten, und durch Verfügiingen Großherzoglicher Ober-Studien-Direction vom 29. November die Reallehramtscandidatett Jo- hanti Michael Schäfer und Friedrich Reiz zum zweiten bezw. dritten Lehrer ernannt, die sich gegen Etide des Jahres zur Uebernahme der ihnen übertragenen Stellen einfauden. Gleichzeitig war durch Großherzogliches Ministerium des Jnnern eine Lokalkommission für die Realschule, bestehend aus den Herren Regierungsrath Frölich, Director Greini, Dekan Otto und Bürgermeister Ramspeck eingesetzt worden, deren Aufgabe es war, das Wohl der Anstalt in jeder Beziehung zu wahren und zu befördern. Sie hatte der Realschule gegenüber zwar nicht die Eigenschaft einer vorgesetzteti Behörde, doch gehörte es zu ihren Rechten und Pflichteii, von allem, was die Anstalt betrifft, Kenntniß zu nehmen, und es soll ihr namentlich der Wirtl)schass- und Unterrichtsplaii zur Einsicht-und Berathung vorgelegt werden, sowie sie überhaupt wegen aller das Wohl der Anstalt berührenden Punkte mit ihrem Gutachteti gehört werden soll· Die Eröffnung der Anstalt wurde auf den 7. Januar 1861 festgesetzt
,,Obgleich dieser Tag,«« so heißt es weiter in oben erwähntemBericht, ,,einer der kältesten des ganzen Winters war, bewegte sich doch ein zahlreicher Zug—- voran die bis dahin ange- meldeten 52 Schüler mit den Lehrern, dann die Geistliche11, die Lokalcommission, die Beamten, die Vorstände der Stadt, der Kirche und Schule, die Lehrer der Volksschiile, denen fiel) noch viele Eltern voti Schülern und andere Schulsreuude, sowie der hier bestehende Gesangverein angeschlossen hatten—-— Vormittags 10 Uhr vom alterthümlichen Rathhaus nach der Dreifaltig- keitskirche,«wo sich zu der kirchlicheii Eröffnungsfeier bereits eine große Versammlung eingefunden hatte. Die Feier wurde eröfstiet durch deii Gesangvereiti mit dem Vortrag eines erhebenden Gesanges(,,Vater unser« von Andre5). Daran trat Herr Dekan Otto vor den Altar und hielt in gewohnter kräftiger Und ausprechender Weise die Weiherede, in welcher er deii Segen guter Schulen hervorhob, dabei auch dessen gedenkend, was Luther zum Wohl der Schule geredet und gethan, und nach sachgemäßer Ansprache an die neuen Lehrer und Schiller den Segeii des Himmels für die junge Anstalt erflehte. Nun folgte die Rede des Dirigenten, die sich über Zweck Und Mittel der Realschule verbreitete. Nachdem hierauf der Gesangverein noch-das Lied »Nun danket alle Gott« gesungen hatte, wurde die Versammlung mit dem von Herrn Dekan Otto gesprochenen Segen entlassen. Nach der kirchlichen Feier fanden sich eine große Zahl der Theilnehmer zu einem Festmahl im Gasthaus zur Krone zusammen, wo sich die Stimmung des Tages noch in einer Reihe von Trinksprücheii aussprach.«
Arn folgenden Tage wurden die neuen Schüler, deren Zahl sich bis zu Ende Januar auf 62 steigerte, nach den Ergebnisseti der mit ihneii vorgenommenen Prüfung in 2 Klasseii getheilt, von denen die erste in einigen Lehrfächertt in 2 Abtheilungen zerfiel, an denen die be- reits genannten 3 Hauptlehrer und der zum Hilfslehrer ernannte Lehrer der Stadtschule Ludwig Gundrum den Unterricht ertheilten. Da die Schüler sehr ungleichmäßig vorbereitet waren, so richtete sich in den ersten Monaten das Bestreben der Lehrer hauptsächlich darauf, eine größere Gleichartigkeit der Klassen herbeizuführen, und erst vom Ende dieses vorbereitenden Zeitraums, nämlich von Pfingsten 1861 an, beginnt das erste Schuljahr. Mit dem Anfang desselben sollte,
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