Aufsatz 
Geschichte der Realschule zu Alsfeld während der ersten 25 Jahre ihres Bestehens 1861-1885
Entstehung
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IV. Beilage:

Geschichte der Realschule zu Ilsseld

während der ersten 25 Jahre ihres Bestehens 18611886.

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A. Gründung, Entwickelung» und Ausbau der Sehn-le.

Die Anstalt wurde eröffnet am 7. Januar 186l, ihre Geschichte aber beginnt eigentlich fchon 20 Jahre früher.

»Schon feit längeren Jahren««, heißt es in den gefchichtlichen Mittheilungen des ersten Jahresberichts vom Jahr 1862, ,,hatte sich unter den rührigeti Bewohnern der Stadt Alsfeld die Ueberzeugung Bahn gebrochen, daß bei den bedeutenden Fortschritten, welche allerorten in deni Gewerbslebeti gemacht werden, das Maß von Bildung, welches die Volksschule ihren Zög- lingen mittheilt, nicht ausreichend sei, wenn die Stadt ihren alten Ruf im Geschäftsleben fest- halten und mit den Anforderungen der Zeit gleichen Schritt gehen wollte. Namentlich waren es die einfichtsvollen Mämier, welche mit ihrem wackeren Bürgermeister Ramspeck an der Spitze den Gemeinderath bildeten, welche jene Ueberzeugung in sich aufgenommen und zur Abhülfe des gefühlten Bediirfnisses alle erforderlichen Schritte zu thun entschlossen waren. Deßfalls schoti im Jahre 1840 angeknüpfte Verhandlungen hatten auch im Jahre 1847 zu dem Ergebuiß geführt, daß durch den Landtag des Großherzogthums-, auf welchem zu jener Zeit· auch noch Herr Bürgermeister Ramspeck für den Plan der Gründung einer Realschule in Alsfeld thätig war, 600 Gulden aus Staatsmittelti als jährlich"er Zuschtcß zur Erhaltung derselben verwilligt wurden·

Unter den Stürmen der Jahre 1848 und 1849 war zwar der Plan für einige Zeit ein- geschlafen, wurde jedoch zu Anfang der 50er Jahre mit neuem Eifer wieder aufgenommen. Fortgesetzte Bemühungen sowohl der Verwaltungsbeamten, unter denen sich namentlich auch Herr Regierungsrath Frölich den gegründetsten Anspruch auf den Dank der Stadt erworben hat, sowie der Mitglieder der Kreisschul-Eommisfio11 Herren Pfarrer Kobelt und Dekan Otto- als auch des Gemeinderaths, welchen die Großherzogliche Staatsregierung in erfreulichster Weise entgegenkam, warerr wiederum von Erfolg gekrönt, so daß die Errichturig der Schule schon im Jahre 1859 als gesichert anzusehen war. Zwar war der früher verwilligte Zuschuß von 600 Gulden, weil derselbe seither nicht in Anspruch genommen worden war, nicht mehr in den Staats- voranfchlag aufgenommen worden; allein der Gemeinderath, der richtig erkannte, daß man nicht auf halbem Wege stehen bleiben dürfe und daß niemals etwas Gutes ohne Opfer aus- zuführen möglich sei, hatte sich bereit erklärt, die entstehenden Kosten einstweilen aufRechnung der Stadtkasse übernehmen zu wollen. Durch die im Jahre 1860 erfolgte Versetzung des Herrn Pfarrer Kobelt hatte sich dessen seit langen Jahren mit recht erfreulichen Erfolgen bestandene Schule aufgelöst, und es war damit noch ein neuer Grund zu den früheren hinzugekommen, die Errichtung der neuen Anstalt ungesäumt in Angrifs zu nehmen. Durch Beschluß des Land- tags, zu welchem die Herren Dekari Otto und Fabrikant Hyppolite voii hier mitwirkten, wurde der Staatszuschuß von 600 Gulden auch für die Folge bewilligt.«