Aufsatz 
Gergovia. Eine Cäsarstudie auf Grund eigener Anschauung
Entstehung
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aus wie Kap. 417, 5; 48, 3 die Aufmerksamkeit von der schweren Bedrängnis der Römer abzulenken und möglichst zu beschönigen zu suchen. So mag auch der widerspruchsvolle Satz (Kap. 47, 2) in die Darstellung hineingekommen sein.

Kehren wir zum Verlauf der Schlacht zurück. Cäsar hatte seine drei Legionen tatsäch- lich aus der Hand verloren. Hätte er jetzt seine Reserve nicht zur Verfügung gehabt, son- dern wäre mit in das Getümmel verwickelt gewesen, so wären die Römer unfehlbar von ihren Lagern abgeschnitten worden. Die Gallier stürmten herbei scheinbar haben sie etwas auf sich warten lassen:, teils in die Stadt, teils zwischen Mauer und Verschanzung und warfen sich auf die Römer. Was schon in die Stadt eingedrungen war, wird getötet oder hinaus- geworfen, auf dem ungünstigen Terrain, wo die Lager standen, staut sich der Kampf, die Gallier drängen nach, ihre Zahl mehrt sich, die Situation für die Römer ist verzweifelt. Da setzt Cäsar seine noch verfügbaren Truppen ein. Sollte er sie den Seinen, die jetzt aus den Verschanzungen herausgeworfen wurden, entgegen werfen? Das hätte das Durcheinander nur vergrössert und nichts genützt, die Truppen wären sich nur im Wege gewesen. Nein, er musste den nachdrängenden Feind aufhalten, ihn in der Flanke fassen, um den zurückgehen- den Legionen die Möglichkeit zu verschaffen, sich zu sammeln. Die Mulde, die von NW. nach S0. vom Col des Goules unmittelbar am Berg Gergovia hinzieht, sich dann mehr südlich nach dem Fuss des Roche blanche und der Ebene wendet, war der gegebene Punkt, um die Feinde aufzuhalten. Hier stand ja auch Cäsar schon. Er nahm also die Feinde auf sich, die die Mulde herabkommen würden, und die Feinde, die den Römern unmittelbar nachdrängten, sollte Sextius am Fusse des Roche blanche stellen, mit der Front nach NO. gegen die Flanke des Feindes, gleichzeitig zum Schutz des kleinen Lagersö. Er selbst geht noch ein Stück auf dem Rücken, der die Mulde begleitet, vor, also noch näher an den Col des Goules, und wartet den weiteren Verlauf ab. Noch müssen wir uns den Kampf am Berge tobend denken, da wird, angeblich durch das Erscheinen der Aduer, die Flucht auf der ganzen Linie allgemein?. Die Gallier stürmen gar nicht mehr durch die Lager, sondern gleich vom Col des Goules die Mulde hinab. Darauf hatte Cäsar gewartet, jetzt setzt er seine Zehnte zum Gegenstoss in die Flanke des Feindes ein. Er muss zunächst seine Truppen entwickeln, und zwar in die Mulde hinein, paulo aequiore loco die Front gegen die Flanke der Feindeö'. Er wird geworfen, er muss zurück, geht also auch die Mulde hinab, zurück in der Richtung auf den Nordabhang des Roche blanche. Hier steht Sextius links gestaffelt, nicht in der Mulde selbst, wo die Römer herunterkamen, sondern etwas erhöht, und nimmt die fliehende Zehnte auf, d. h. fällt seinerseits den Feinden in die Flanke?. So hat sich der Kampf allenthalben bis zur Ebene fortgesetzt und kommt nun zum Stehen. Durch den energischen Widerstand der Reserven waren die Legionen entlastet worden, hatten sich ruhiger vor den eigenen Verschanzungen im Tale sammeln können und waren bereit, den Kampf weiterzuführen, aber Vercingetorix

¹ Vgl. Kap. 48, 1 primo exaudito clamore inde etiam crebris nuntiis incitati, oppidum a Romanis teneri, praemissis equitibus magno concursu eo contenderunt.

²2 Vgl. Kap. 48, 1.

² vgl. Kap. 49, 1, 2 praemetuens suis Titum Sextium legatum, quem minoribus castris praesidio reliquerat, misit, ut cohortes ex castris celeriter educeret et sub infimo colle ab dextro latere hostium constitueret.

¹ Vgl. Kap. 49, 3 ipse paulum ex eo loco cum legione progressus, ubi constiterat, eventum pugnae otspeptabat

s Vgl. Kap. 50, 1.

Vgl. Kap. 51, 1 sed intolerantius Gallos insequentes legio decima tardavit, quae pro subsidio paulo acquiore locochustiterat.

1 Vgl. Kap. 51, 2 hane rursus XIII. legionis cohortes exceperunt, quae.. ceperant locum superiorem.