Aufsatz 
Rodolphe Töpffer : sein Leben und seine Werke / von Georg Glöckner
Entstehung
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al grosdavenir!) wird das angeschlagene Thema in etwas elegischem Tone fortgesetzt. Töpffer beklagt das heranwachsende Geschlecht, welches auf dem dürren, aller kraftspendenden Elemente beraubten Boden der Gegenwart nicht gedeihen könne, und gießt die Lauge bitteren Spottes über die neuen grundstürzenden sozialistischen und politischen Weltbeglückungssysteme aus.

De la partie pittoresque des Voyages de De Saussure?) ist eine Anzeige der eben erschienenenVoyages dans les Alpes von Andre Sayous. Der Anfang enthält eine Verspottung der Touristenschwärme, die alljährlich mit ihrer blöden Neugier die Alpen heim- suchen, und eine heftige Verurteilung des Handels mit fabrikmäßig hergestellten Schweizer- ansichten, welcher jene Landplage verschuldet habe. Dann erst kommt Töpffer zu einer be- geisterten Lobrede auf den berühmten Naturforscher, der die Alpen verstanden habe wie niemand vor ihm.

Du Touriste et de lArtiste en Suisse?) kehrt noch einmal zu dem Kapitel von den Touristen und Bilderhändlern zurück, um dann den Malern das Studium der Alpen dringend ans Herz zu legen.

De Joseph Homo et de quelques fabricants de drames*) ist ein heftiger Ausfall gegen die Dramatiker der romantischen Schule in Frankreich, die sich auf Shakespeare berufen, aber nur widrige Zerrbilder der menschlichen Natur hervorbringen, und gegen Jules Janin.

Du moine Planude et de la Mauvaise Presse consider&e comme excellente?°) wendet sich gegen den Fortschritt und seine Diener, die unmoralischen, feilen, revolutionären Tagesschriftsteller. Zweifellos vertritt Töpffer in diesen beiden Streitschriften die Sache der Wahrheit und Sittlichkeit, aber mit dem Eifer, der das Kind mit dem Bade ausschüttet, und die Einseitigkeit und Schärfe seiner Polemik haben seinen schriftstellerischen Ruhm nicht vermehrt.

Einen um vieles wohlthuenderen Eindruck macht der AufsatzDu Progres dans ses rapportsavec le Petit Bourgeois etavecles Maitres dReole.®) Es klingt zwar scharf genug, wenn er ausruft: Le progres est notre bete noire, notre ennemi, celut qui& importund nos amnees, sali nos souvenirs, gäte notre demeure; il est la en töte, Ü est en queue, en flanc, fücheux insupportable, sot bavard, taquwin fievreux, aber er setzt sofort fröhlich hinzu: Et le dimanche, nos boutiques ‚fermöes, nous allons en Savoie, goüter le repos sous les chätaigniers des Allinges, sous les noyers dEvian., le progres nous laisse tramquilles; pas trace, mais qui sait ce qui peut arriver? Überall, in Politik, Litteratur und Industrie verdrießt ihn das hastige Vorwärtsdrängen des Zeitgeistes, der jeden Tag ein neues Feuerzeug erfindet, dem triedliebenden Schulmeister die neumodische Stahlfeder als Ersatz für den Gänsekiel aufzwingen will, immer neue Unterrichtsmethoden aufbringt und die alten Sprachen aus ihrer Herrschaft im Gymnasium verdrängen möchte. Das alles ist mit lustigem Humor geschildert, denn der für die alte Zeit eingenommene Schulmeister hat sich schon ein behagliches, sicheres Plätzchen ausgesucht, wohin der böse Feind nicht dringen wird, weil eine gesegnete Konservative Re-

1) Bibl. univ v. März 1834.

?) Bibl. univ. v. September 1834.

3) Bibl. univ. v. Februar 1837 unter dem Titel:De lArtiste et de la Suisse alpestre.(9 St. d. Refl.) 4) Bibl. univ. v. November 1834.

5) Bibl. univ. v. December 1839.

®) Bibl. univ. v. Februar 1835.