27 versammelt. Scherz und Lachen würzen das einfache Mahl und brechen noch einmal mit unbändiger Kraft los, wenn man die oft genug mehr als einfache Beschaffenheit des schnell hergerichteten Nachtlagers gewahrt. So geht die Reise fröhlich weiter, bis die schöne, das ganze Jahr über ersehnte Zeit wie ein Traum verflogen und Genf wieder erreicht ist, wo an der Thür der Klasse die Quälgeister der Wissenschaft der Heimkehrenden bereits harren und sie hohnlächelnd in Empfang nehmen, wie eine launige Schlufsvignette anschaulich darstellt.
In der Muße des Winters wurde dann der Reisebericht fertiggestellt, das Manuskript nach den Skizzen mit prächtigen Feder-, Tusch- und Sepiazeichnungen, auch wohl Aquarellen geschmückt, und bald prangte das vollendete Werkchen neben seinen Geschwistern und den Bilderromanen auf dem großen Tische des Salons. Nachdem auf diese Weise in 9 Albums die Reisen der Jahre 1825—31 ihre Darstellung gefunden hatten, wandte Töpfer bei den folgenden das autographische Verfahren an, da das Lob Goethes und der Freunde des Hauses den Ge- danken an Vervielfältigung nahegelegt hatte. In dieser Weise wurden dann im Laufe der Jahre Text und Zeichnungen der übrigen 14 Reisen von Töpffer hergestellt.) Sechs dieser Reisen erschienen im Jahre 1844 als Voyages en zigzag?), drei weitere nach Töpffers Tode 1854 unter dem Titel: Nouveaux voyages en zigzag.”)
1) Nur der Text der letzten Reise(1842) blieb wegen seines bedeutenden Umfanges von der Autographierung ausgeschlossen.— Die Illustrationen beschränken sich selbstverständlich auf Wiedergabe von Federzeichnungen.— Da die autographierten Reisebeschreibungen nur in einer beschränkten Anzahl von Exemplaren verbreitet wurden, so ist nicht zu verwundern, dafs sie längst in festen Händen und dem Publikum so gut wie unerreichbar sind. Deshalb müssen wir die Blondels Prachtwerk beigegebenen, mit feinem Verständnis ausgewählten Heliogravüren von Sepia-, Tusch- und Federzeichnungen Töpffers als einen sehr willkommenen Ersatz begrüßen. Die Genfer Öffentliche Bibliothek besitzt(außer den Bilderromanen) einige wenige autographierte Hefte, so den Tour du Lac von 1841(Album in Queroktav) und die Essais d’autographie, 1842(24 Blätter in demselben Format, zur Hälfte Landschaften, zur Hälfte Karikaturen).— Den erklärenden Text, in welchem sich Töpffer über das Verfahren selbst und seine besondere Anwendung auf Landschaftszeichnungen ausläfst, findet man(abgedruckt aus dem Sourrier de Genöve vom 2. Juli 1842) bei Relave S. 55—67. Von der meisterhaften Technik in Töpffers Kari- katuren der menschlichen Gestalt haben wir bereits oben gesprochen und möchten nun hier hervorheben, dafs die Landschaftsbilder uns in noch höherem Grade befriedigen. Sie sind zum Teil ganz vorzüglich in Wiedergabe der Ferne, der duftigen Atmosphäre, des Wassers, welches Bäume und Felsen wiederspiegelt, und wirken mit ihrer feinen Abtönung, als ob sie in lebendigen Farben ausgeführt wären. Töpffers Bestreben, zu zeigen, was ein geübter Zeichner mit Hülfe der Autographie aut diesem Gebiete zu leisten vermag, mufs als gelungen angesehen werden. Augenblicklich ist dies Verfahren wohl durch die Fortschritte der Technik überholt, welche eine voll- kommen getreue Wiedergabe von Originalzeichnungen ermöglichen und Töpffer selbst nachträglich zu gute gekommen sind. Die Caricatures et paysages in6dits de Rodolphe Töpffer, reproduits par U’höliogravure, Paris, Fisch- bacher 1884, 27 dessins tir6s ä 150 exemplaires numerotss, röunis dans un portefeuille in—folio, wovon sich ein Exemplar auf der Genfer Bibliothek befindet, geben in vollendetster Weise den Charakter seiner Handzeichnungen wieder. Eine ganze Anzahl von ihnen trägt die Jahreszahl 1844. Töpffers Selbstbildnis, ebenfalls aus den letzten Lebensjahren stammend, welches die Spuren seines Leidens bereits deutlich erkennen läfst, und mehrere mit der Feder gezeichnete, ausgeführte Landschaften verdienen ganz besonders hervorgehoben zu werden.
2) Voyages en zigzag ou excursions d’un pensionnat en vacances dans les cantons suisses et sur le revers italien des Alpes, Paris, Dubochet et Cie, 1844.— Mit zahlreichen Illustrationen nach Zeichnungen von Töpffer und Calame. Sie enthalten 6 Reisen: Alpes et Italie 1837; Second voyage en zigzag(St-Gothard etc.) 1838; Milan, Cöme, Splugen 1839; Chamonix, Oberland etc. 1840; Tour du Lac 1841; Venise 1841.
®) Nouveaux voyages en zigzag, ä& la Grande-Chartreuse(1833), autour du Mont-Blanc, dans les valldes d’Herens, de Zermatt, au Grimsel(1842),& Genes et& la Corniche(1834), par R. Töpffer. Pr6cedes d’une


