7 Uhrenfabrikanten Jacques-Dauphin Moulini& und der Jeanne-Francoise Duruz. Sie ist ihm länger als 22 Jahre eine verständige, liebevolle und anhängliche Lebensgefährtin gewesen. Ihre für die damalige Zeit und für Töpffers Verhältnisse nicht ganz unbedeutende Mitgift von 20000 Frs erlaubte bestimmtere Zukunftspläne ins Auge zu fassen, und da die Aussicht auf Übernahme des Heyerschen Pensionats immer geringer wurde, so zögerte Töpffer nicht lange, sondern begründete im November 1824 in seiner Wohnung auf der Place Maurice, im südlichen Teile der Promenade Saint-Antoine, ein eigenes Pensionat. Es begann zunächst mit zwei Zöglingen und wurde bald nach dem Nachbarhause, welches jetzt die Nummer 14 trägt und in Töpffers Besitz überging, verlegt. Die Lage im stillen Quartier des Bastions und die unmittelbar vor der Thür liegende Promenade mit ihren Ulmen und Kastanienbäumen bot den Zöglingen für ihre Freistunden einen willkommenen Tummelplatz. Nach Relaves Angabe enthielt das Erdgeschofs die Klassenräume und Arbeitszimmer, das erste Stockwerk den gemeinsamen Speisesaal und Töpffers Arbeitszimmer, das zweite das Empfangszimmer und die Wohnräume der Familie, das dritte die Schlafzimmer für 30 Zöglinge. Diese, neben Schweizern vornehmlich Engländer, Franzosen, Griechen, Rumänen und Amerikaner, meist auch noch einzelne Extraneer, besuchten entweder das College oder erhielten besonderen Fachunterricht und hörten daneben die öffentlichen Vorträge in der Akademie. Die Leitung des Hauswesens lag in den Händen von Frau Töpffer, welche ihrer Aufgabe in der vortrefflichsten Weise gerecht zu werden wulste, sodafs die Pension gute Überschüsse erzielte. Da Töpffer sich außer der allgemeinen Leitung nur einige griechische Stunden vorbehalten hatte, die er ebenfalls bald abgab, so lag der Unter- richt hauptsächlich in den Händen der von ihm mit Geschick ausgewählten Unterlehrer, zu denen in ihrer Jugend Männer gehört haben, deren Namen seitdem weit über Genf hinaus- gedrungen sind. Unter ihnen sind Elie Ritter, Pierre-Andr& Sayous und Louis-Felix Bungener zu nennen. Den Zeichenunterricht erteilte Adam Töpfier. Mit dem raschen Aufblühen der Pension verschwanden alle Sorgen um die Zukunft, und eine Reihe überaus glücklicher Jahre begann. Nach und nach erweiterte sich,(wenn auch die 1826 geborenen Zwillingssöhne nicht am Leben blieben) der Kreis der Familie durch die Geburt von vier Kindern: Adele 1827, Francois 1830(7 1870), Charles 1832(Maler in Paris), Esther 1839. Wohl empfand Töpfter zuweilen die Gebundenheit seiner Stellung als einen drückenden Zwang und vergleicht sie melancholisch mit der goldenen Freiheit der Jugendzeit, doch fügte er sich mit praktischem Sinn in die Verhältnisse und fand in den karg: bemessenen Freistunden im Kreise der Seinen und treuer Freunde die Anregung und Erholung von den Mühen des Berufs, deren seine Natur bedurfte. Sein lauterer, aufrichtiger Sinn, sein frisches, natürliches, der Eingebung des Augen- blicks rückhaltlos folgendes Wesen, seine übersprudelnde, unverwüstliche Fröhlichkeit, sein behender Witz, der sonst wohl etwas Schneidendes hatte, sich aber im Verkehr mit den ihm näher stehenden stets nur von der liebenswürdigsten Seite zeigte, machten ihn zur Seele eines kleinen Kreises, in welchem er selbst sich über alles wohl fühlte, und der ihm seine Hingabe durch Treue bis zum Grabe vergalt. Zu diesen Freunden gehörten vor allen der bekannte Pastor und Professor David Munier, der Mathematiker Pascalis, der Jurist Duval und der bedeutende Physiker Arthur-Auguste de la Rive, ferner Delaplanche, Dr Herpin und späterhin der gelehrte vielseitige Adolphe Pictet. Blondel, der Töpffers geselligem Verkehr und seinem Briefwechsel ein ganzes Kapitel weiht, hat überaus treffend nachgewiesen, wie das tägliche Zusammensein mit den bewährten Freunden für ihn geradezu ein Lebensbedürfnis und seine
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