Aufsatz 
Eignet sich Heyses Kolberg zur dramatischen Anfangslektüre in Untersekunda?
Entstehung
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Der Gefreite wird zwar dahin gebracht, Nettelbeck vorläufig in der Blankſchen Wohnung im Hausarreſt zu laſſen, nimmt aber N. dafür das Verſprechen ab,aus dem Arreſt heraus nichts abzuſenden. 12. Daraufhin erklärt ſich Roſe bereit, mit Arndt nach Memel zu fahren, um dem Könige Nettelbecks Anliegen vorzutragen, und verläßt mit dem Schiffer die Wohnung.

Akt II(Ratskeller, einige Wochen nach Akt I). 1. und 2. Von Brünnow, der ſich alsbald wieder entfernt, eingeführt, nimmt ein fremder Major im Hintergrunde Platz, ohne auf die neugierigen Fragen des Kellermeiſters einzugehen. 3. Weitere Gäſte, Bürger der Stadt, treten nunmehr ein. Sie ſprechen von den Nöten einer früheren Belagerung, von den Maßnahmen des jetzigen Feindes und den Gegenmaßregeln Loucadous. Eine Erwähnung Napoleons bringt den ebenfalls anweſenden Heinrich dazu, ſeinen Helden namentlich gegen Würges und den Rektor Zipfel zu verteidigen. 4. und 5. Der Streit wird dadurch beendet, daß kurz hinter einander der längſt aus ſeiner Haft entlaſſene Nettelbeck und die vor wenigen Stunden von Memel zurückgekehrte Roſe erſcheinen. Roſe berichtet ausführlich über ihre Unterredung mit König und Königin, ohne etwas Näheres über den Erfolg ihrer Bitte an⸗ geben zu können. Da greift der fremde Major ins Geſpräch ein und verſichert unter Hinweis auf den üblen Zuſtand der Befeſtigungswerke, daß nur ein mannhafter Kampf vor den Wällen zum Ziele führen könne. 6. In dieſem Augenblicke kommt Brünnow und bezeichnet den Fremden als den vom König geſandten neuen Kommandanten Gneiſenau. Mit einem von den Bürgern abgelegten Gelöbnis der Treue bis zum Tode und Hochrufen ſchließt der Akt.

Akt III(Marktplatz, einige Wochen nach Akt II1). 1. Der Kaufmann Schröder ſchildert Heinrich die in der Feſtung herrſchende Not und ruft in ihm den Entſchluß wach, bei der Bürgerſchaft und dem Kommandanten die Uebergabe der Stadt durchzuſetzen. 2. Auch Würges berichtet dem aus Riga zurück⸗ gekehrten Arndt über die Lage der Dinge. 3. Darauf verſpottet er den mit ſeinen Schülern in die Kirche gehenden Rektor Z. und macht ihm den Vorwurf der Feigheit. 4 u. 5. Mancherlei Sorgen quälen die vaterländiſch Geſinnten, ſo namentlich Roſe, deren Bruder H. ſich ſeit ihrer Reiſe nach Memel ganz von ihr und ihrer Mutter losgeſagt hat. 6.8. Die Kunde von Danzigs Fall ruft die größte Niedergeſchlagenheit bei den Bürgern hervor. Heinrich, dieſe Stimmung ausnutzend, bringt trotz Roſes Warnung einen Teil der Bürger dazu, mit ihm zu gehen, um vom Kommandanten die Uebergabe der Feſtung zu fordern. 9. Ihnen tritt Gneiſenau gegenüber. Beim Vorbringen ſeiner Forderung vergißt ſich Heinrich ſo weit, daß er gegen den Kommandanten eine Piſtole erhebt. Er wird feſt⸗ genommen, um vor ein Kriegsgericht geſtellt zu werden. 10. Als nun Nettelbeck die Kunde bringt, daß er ein durch Sturm gefährdetes Munitionsſchiff glücklich in den Hafen gebracht habe, mahnt Gneiſenau zu tapferer Fortſetzung der Verteidigung trotz Danzigs Fall.

Akt IV(Gemach über dem Lauenburger Tor). 1.3. Durch 48ſtündiges Bombardement iſt die Stadt in die größte Not geraten; ihre Lage iſt ausſichtslos. Der Feind hat daraufhin mit der ſchriftlichen Forderung der Uebergabe einen Parlamentär abgeſandt, den Gneiſenau trotz furchtbarer Er⸗ müdung noch nachts empfängt 4. Er ſpricht in einem Monolog den Entſchluß aus, Bürgerſchaft und Garniſon über ihr Schickſal ſelbſt entſcheiden zu laſſen, für ſeine Perſon aber zu ſterben. 5.6. Darauf erſcheinen Nettelbeck und bald darauf Roſe mit ihrer Mutter und bitten Gneiſenau, den vom Kriegs⸗ gericht zum Tod verurteilten und wegen ſeinesſtarren Trotzes von Gneiſenau nicht begnadigten Heinrich zu ſchonen. 7.8. Der nun vorgeführte Heinrich zeigt tatſächlich nach wie vor die alte Ge⸗ ſinnung und ſpricht geradezu den Wunſch aus zu ſterben. Da kaſſiert Gneiſenau kurzerhand das Todes⸗ urteil. Er hat dem pflichtvergeſſenen Jüngling eine andere Strafe zugedacht. In der 9. Szene fällt die(IV 4) in Ausſicht genommene Entſcheidung. Nachdem Gneiſenau den verſammelten Vertretern der Garniſon und Bürgerſchaft den von dem Parlamentär überbrachten Brief vorgeleſen hat, verkündet Haupt⸗ mann Steinmetz, daß die Garniſon entſchloſſen ſei, auf den Trümmern der Feſtung zu ſterben. Das Gleiche