Aufsatz 
Aus Schillers Studentenzeit
Entstehung
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einer grossen Tragödie nach Gestaltung rang. Es warenDie Räuber, die er mit bewundernswerter Schöpfer- und Tatkraft damals trotz sonstiger schwerer Arbeit fast vollendet hatte. So- gar auf der Krankenstube hatte er in schlaflosen Nächten bei düster brennender Lampe daran geschrieben, aber nur seine ver- trautesten Freunde in das Fortschreiten des Stückes eingeweiht. Durch den Maler Heideloff ist jene Szene imBopserwäldehen verewigt, wie Schiller an einem Sonntagsmorgen im Mai 1778 seinen Kameraden aus den Räubern vordeklamiert. Er steht auf der Wurzel eines mächtigen Fichtenstammes und liest eben, durch den wilden Beifall der ringsum lagernden Genossen belohnt, die Turm- szene des 4. Aktes, wo Karl Moor seinen totgeglaubten Vater anredet.

Eine schmerzliche Wunde schlug ihm der Tod eines Freundes (Hoven), der am 13. Juni 1780 verstarb. Voll rührender Sorge hatte er die letzten Tage und Nächte mit der Mutter an dem Bette des Kranken gewacht ohne ihm Rettung bringen zu können. Zu gleicher Zeit verfiel ein anderer Zögling(Grammont) in Schwer- mut. Trotz der eignen Seelenerschütterung tröstete er den Lebens- müden, der ihn in beweglichen Worten um einenSchlaftrunk bat, in der liebevollsten Weise und seiner zarten Sorge gelang es wirklich ihn aus seiner verzweifelten Stimmung zu reissen. Aus einem Briefe, den Schiller nach Hovens Tod an seine Schwester Christophine schrieb, geht hervor, wie zerrissen da- mals seine Seele war:Mit Freuden wäre ich für ihn gestorben. Denn er war mir so lieb und das Leben war und ist mir eine Last worden... Ich freue mich nieht mehr auf die Welt und ich gewinne alles, wenn ich sie vor der Zeit verlassen darf. Drollig mutet es an, wenn er dann am Schlusse des Schreibens, mit dem köstlichen Daseinsmute der Jugend seines Weltschmerzes vergessend, seine Schwester bittet, sie solle ihm Wäsche und Schuhe besorgen, wenn er dieliebe Mama an die Strümpfe und ein Nachthemd mahnt und vomlieben Papa ein Buch Papier und einige Schreibkiele begehrt.

Ob die im Herbste 1779 eingereichte Probeschrift Philosophia physiologica einen Versuch Schillers bedeutet mit einem vier- jährigen Fachstudium davon zu kommen, steht dahin; die Regel war ein fünfjähriges. Die Abhandlung wurde vom Herzog in einem Reskript vom 13. November 1779 gemäss dem Gutachten der Lehrer nicht für druckreif erklärt, obschonder junge Mensch