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beit, die man den Zöglingen auferlegte. An Sonntagen unternahm man auch grössere Ausflüge unter militärischer Aufsicht und für Bevorzugte gab es hin und wieder eine Einladung zum Besuche der Anlagen in Hohenheim, wo einzelne Akademisten bei Garten- festen als„Akteurs“ mitwirken durften. Geschauspielert hat Schiller übrigens schlecht, was er besonders am 11. Febr. 1780 bei einer Aufführung des„Clavigo“ bewies, wobei er durch Kreischen und Stampfen die Titelrolle verdarb. Er wusste eben für das Vulkanische seiner Empfindung noch nicht das Mass zu finden. Doch trat er sonst bei Schulfeiern öfter mit eignen Dichtungen und Reden in den Vordergrund.
Abgesehen von den Tagen des 7. und 8. April 1777, an denen Joseph II., der geniale und liebenswürdige Sohn Maria Theresias, die Akademie besuchte und aller Herzen im Sturm eroberte, muss man besonders den 14. Dezember 1779 hervor- heben. Auf Grund vorhergegangener Examina vom 9.—11. Dez. waren dem Eleven Schiller, der sich schon 1778 entschloss„in der Poeterey eine Pause zu machen“ und sich mit aller Kraft auf sein Brotstudium zu werfen, drei Preise zuerkannt worden. Beinahe hätte er schon am 4. Dezember in einer Disputation über deutsche Sprache einen Preis davongetragen und wäre dann zum „Chevalier“ t) aufgestiegen, wenn nicht das Los zu gunsten eines gleichqualifizierten Bewerbers entschieden hätte. An Schillers grösstem Ehrentage auf der Fürstenschule stand Karl August von Weimar zur Rechten des Herzogs, zu seiner Linken aber der Dichter, der schon damals Deutschland, ja die Welt mit seinem Ruhme erfüllte und auch des preisgekrönten Eleven„Ab- gott“ war: Joh. Wolfgang Goethe wohnte der Feier im„Weissen Saale“ des Residenzschlosses bei. Er beachtete den ungelenken Jüngling kaum, in dessen Haupte schon seit 1777 der Stoff zu
!) Die Akademisten zerfielen in zwei Rangklassen: a) Adelige und „Chevaliers“, d. h. solche, welche bei einer Preisverteilung mit vier Preisen bedacht wurden und den„kleineren akademischen Orden“, ein goldenes, email- liertes Kreuz, zu tragen befugt waren. Wer‘acht Preise auf einmal bekam, wurde Grand-Ohevalier, erhielt den„grossen akademischen Orden“ und durfte auf der Brust zugleich einen gestickten Stern führen. Die„Chevaliers“ wohnten in einem feiner möblierten Saale, bekamen bessere Kost und wurden bei ihrer Entlassung aus der Schule um einen Grad höher angestellt als die andern;— b) gewöhnliche(bürgerliche) Eleven. Auf der Solitude schied man beide Rang- 'klassen sogar beim Baden noch durch einen Damm.


