Aufsatz 
Fauna der näheren Umgebung von Bingen : von 1866-1873 von Reallehrer [Johann Baptist Mathias] Mühr dargestellt, 1879 von dem bish. Director Prof. Dr. Glaser fortgesetzt : (Schluß) / Glaser
Entstehung
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Die Realſchule enthält 6 Realklaſſen und(abgeſehen von der lat. Abth. der Vorſchule) 6 parallele Abtheilungen für nicht verbindlichen Lateinunterricht. Privatim wird mit Genehmi⸗ gung Großh. Miniſteriums Untericht in der griechiſchen Sprache ertheilt.

Dadurch iſt ein Anſchluß an die oberen Klaſſen der Realſchulen I. Ordnung, bezw. der Gymnaſien hergeſtellt.

Die Schüler erhalten nach einjährigem erfolgreichen Beſuche der erſten Klaſſe das Zeug⸗ nis behufs der Meldung zum einjährig⸗freiwilligen Dienſt.

Die zur Aufnahme in die einzelnen Klaſſen erforderlichen Kenntniſſe ergeben ſich aus unſeren Schulnachrichten.

Bei der Anmeldung der neu aufzunehmenden Schüler werden Impfſchein und Zeugnis der etwa bisher beſuchten Schule nebſt Geburtsſchein vorgelegt.

Der unterzeichnete Director nimmt die Anmeldungen auf dem Directorzimmer den 9. und f. April Vormittags von 8 12 ½ Uhr entgegen.

Das Schulgeld beträgt für die Klaſſen VIII und VII(Vorſchule) M. 36, für Kl. VI bis IV M. 48, für Kl. HII M. 60. Die Lateinſchüler zahlen in VIlaIV M. 12, in III I M. 20 mehr.

Der zweite Bruder genießt eine Ermäßigung von%, der dritte und folgende von ½ des Schulgeldes.

Die Prüfung der neu angemeldeten Schüler findet Mittwoch den 27. April von Vorm. 8 Uhr ſtatt; der Unterricht im neuen Schuljahre beginnt Donnerſtag den 28. April.

Bingen, im Februar 1881.. Großherzogliche Direction der Realſchule. Dr. O. Schneider.

e II. Wigfenſchaftliche Beigabe.

A. Fauna der näheren Umgebung von Bingen.

Von 1866 bis 1873 von Reallehrer Mühr dargeſtellt, 1879 von dem bisherigen Director Prof. Dr. Glaſer fortgeſetzt. (Schluß.)

Aus der nach Tauſenden zählenden Rüſſelkäferfamilie(Fam. Curculionidae) wollen

wir auch nur eine beſchränkte Anzahl für hier erwähnenswerther hervorheben. a. Orthoceri(gerade, ungebrochene Fühler).

Von Bruchus L. die ſtumpfmäuligen Samen⸗ oder Muffelkäfern: Br. pisi L. in hohlen Erbſen, Br. lentis Koyi in hohlen Linſen(fehlt bei Medicus), Br. granarius L. in Wicken, Pferdebohnen und Erbſen.

Von Anthribus Geof. z. B. albinus L. 4, länglich braun und weißbunt, an abſtändi⸗ gen Buchen; dann Brachytarsus Schönh. scabrosus F. 2˙, eirund, ſchwarz, als Larve in Weißdornſchildläuſen ſchmarotzend; Apoderus Ol. coryli L. 3 4 Körper ſchwarz, Hals und Decken blutroth, rollt Haſelblattſtücke zuſammen, um Eier hineinzulegen.

Aehnlich auch Attelabus curculionoides L. 2 ½, ſchwarz, Hals und Decken feinpunktirt, roth, wickelt Eichenblattſtücke;

Rhynchites Hbſt. betuleti F. Rebſtichler, 2 ½ 3, metalliſch grün oder blau, wohl auch broncefarbig; ſchadet durch Häufigkeit in den Wingerten. Man muß die Blattrollen oder Zapfen mit den Eiern oder Larven noch friſch ableſen und vernichten, auch die bei rauher Witterung in verſchrumpftem Laub und ſonſtwie verkrochenen Käfer.*)

*) Vergl. Landw. Zeitſchr. für Großh. Heſſen, 1862 Nr. 29, mit Figurentafel.