Aufsatz 
Fauna der näheren Umgebung von Bingen : von 1866-1873 von Reallehrer [Johann Baptist Mathias] Mühr dargestellt, 1879 von dem bish. Director Prof. Dr. Glaser fortgesetzt : (Schluß) / Glaser
Entstehung
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Rh. Bacchus L. purpurrother Apfelſtichler, 3, kupfrig grünroth, das W. bohrt das junge Spalierobſt an und ſchiebt mit dem Rüſſel ein Ei in das Loch, worauf ſich die Larve nach dem Kernhaus einbohrt und die wurmſtichige Frucht ſpäter abfällt.

Rh. alliariae L.(conicus Ill.) der ſtahlblaue Zweigſtichler, 2, lang behaart, nagt Blüthen und Sproſſen an, um feine Eier hineinzulegen, ſo daß jene abfallen, namentlich den Pfropflingen der Baumſchulen verderblich.

Rh. cupreus L. der Pflaumenſtichler, 2, glänzend kupferbraun, zart behaart, bohrt d. h. nagt mit dem Rüſſel die Stiele der jungen Zwetſchen halb durch und legt dann ein Ei in die angenagte junge Frucht, ſo daß ſie abfällt, worauf ſich der Wurm in die Erde begibt, oft höchſt verderblich.*)

Rh. populi L. Espenſtichler, 2, kupferroth oder ⸗grün, unten blau, auf Espen ge⸗ wöhnlich.

Apion Hbſt. Samenſtecher oderSpitzmäuschen, als:

A. pomonae F. Obſtſpitzmäuschen, 1 ¾ 2, ſchwarzblau, zerſticht die Obſtblüthen⸗ ſtiele und namentlich die Stiele der Gartenerdbeer⸗Blüthen, ſchadet dadurch oft in Hausgärten;

A. craccae L. der Wickenſtecher, kaum über 1, ſchwarz, Fühlerwurzel roth, als Larve in allerlei Wickenſamen;

A. frumentarium L.(haematodes Germ.) ſogen. rother Kornwurm, von Linné irrthümlich für ſchädlich an Getreide gehalten, in Gras;.

A. trifolii Linz, durch Rothkleeheu in Stallkrippen kommend, u. a. m.

Medicus gibt in der Pfalz 39 Arten an.

b. Gonatoceri(geknickte Fühler).

Peritelus Germ. griseus F. 3, erdfarbig grau, breit⸗ und ſtumpfrüſſelig, an Kuospen des Zwergobſtes und beſonders an Pfropfreiſern, auch an Roſen⸗ und anderen Sträuchern durch Nagen verderblich, ſ. Z. in Wormſer Promenaden an japaniſchen Quittenſträuchern;

Sitona Germ. lineatus L. nur 1 ¾ 2˙, erdfarbig, am Hals dunkel liniirt, oft in ſchädlicher Menge an Luzerne die Blätter ausrandend;

Cleonus Schönh. Hohlrüßler oder Erdkriecher, groß, dick⸗ und krummrüſſelig, als:

C. Leleiralri L. 6˙, ſchwarz, erdgrau behaart, mit 3 ſchrägen, kahlen Decken⸗ inden;

C. nebulosus L.%, ähnlich als W. 2 ſchiefe Deckenbinden, in Sandgräben um Fichtengehölze;

C. marmoratus F. 46, Decken weißlich, voller hoher ſchwarzer Körner;

C. obliquus F. 6, dicker Rüſſel ſeitwärts ſchwarz bandirt, Decken mit 2 ſammet⸗ ſchwarzen Schrägbinden; 4

C. ophthalmicus Roſſ. 8¹, die braungrau behaarten Decken jederſeits mit augen⸗ artig dunkelumzogenem weißlichen Fleck, u. a. m.

Liophloeus Germ. nubilus F. 47, ſehr ungleich, Körper mattſchwarz grau(oft me⸗ talliſch) beſchuppt, Decken punktſtreifig mit Zwiſchenwürfeln. Wurde in Büdesheim den Reben⸗ knospen und Sproſſen durch Nagen verderblich.

Hylobius Schönh. Forſtrüßler, z. B.:

H. abietis L. 4 6, pechſchwarz mit gelbhaarigen Quadratflecken⸗Binden, benagt Fichten⸗ und Kiefernſtämmchen bis auf das Holz und iſt als Larve daran unter

der Rinde ſchädlich;

H. fatuus Roſſ. 7 9, röthlich pechbraun, Decken grob punktſtreifig, dazwiſchen, feingekörnelt, mit 2 faſt geraden gelben Haarbinden; ſelten;

Phyllobius Schönh. Blattnager, länglich walzig oval, an Knospen und Sproßblättern oft in Menge verſammelt, durch Nagen verderblich, als:

P. argentatus L. 2 ½, ſchwarz mit rundlichen hochgrünen Haarſchuppen bedeckt, hit entelnen Härchen, in Menge dem Eichenſproßlaub und Obſtſproſſen ver⸗ derblich;

*) Vergl. Vernichtung der Zwetſchenernte durch die Rüſſelkäfer; landw. Seitſchr. für das Großh. Reſſen 1866, Nr. 25.

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