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liegende Larven mürbe Stoffe, wie Holz, Pappe, altes Backwerk, Chocolade, Inſecten und ausge⸗ ſtopfte Thiere oder trockene Pflanzen in Apotheken u. ſ. f. zerſtören, können die der Pfalz auch für hier erwähnt werden, ſo vor allen:
Ptinus fur L. der gemeine Hausdieb, nur 1 ½“° mit 2 graulichen Deckenbinden von Härchen gebildet; Pt. crenatus F., bicinctus St., dubius St., latro F., Pt. rufipes F., pallipes Dft., varie- gatus Roſſi u. a. Ob auch Pt. s. Hedobia Sturm imperialis L. mit weißer Adlerzeichnung, 2 ½“ lang, in der Pfalz vorhanden, iſt mir unbekannt.
Die Haus⸗ oder Pochkäferchen(Fam. Anobiidae), welche als Würmer Balken und Bretter in den Häuſern wurmſtichig und ſich als Käferchen durch oft deutliches, raſches Pochen als ſ. g.„Todtenuhr“ bemerklich machen, dürften die gewöhnlichen Anobium pertinax, striatum, tes- sellatum, molle und paniceum L., meiſt braune, walzenrunde, ſelten zum Vorſchein kommende und ſich todtſtellende Käferchen, hier alle nicht fehlen, ebenſo Ptilinus Geof. pectinicornis L., der mit ſeinen kammartigen Fühlern öfter aus alten, wurmſtichigen Meubles zum Vorſchein kommt. Me⸗ dicus hat in der Pfalz noch Anobium s. Dryophilus Chevr. pusillum Gyl., Ochina Sturm hederae Müll. in altem Epheu, Dorcatoma Hrbſt bovistae und rubens Hoffm., Xyletinus Latr. ater Pzr., niger Müll. und pectinatus F., ſowie Ptilinus costatus Gyl.
Von den Capuzen⸗Bohrkäfern(Fam. Apatidae) erhielt ich ſ. Z. in Worms von einem Bahningenieur aus alten eichenen Eiſenbahnſchwellen ausgebrochene„Capuziner“(Apute ca- pucina L.) in größerer Anzahl, und ungleich groß, 3— 6““, der walzige Hals ſchwarz, ſonſt braun⸗ roth, indem ſie der Betreffende, ein Käferkenner, beim Fliegen aus der Luft niederſchlug. Sie dürften auch hier auf den eichenbewaldeten Bergen, zumal dem Niederwald, nicht fehlen.
Die Fam. Cioidae, oder die Pilzbohrkäfer, kleine, meiſt nur 1“ große, braune oder ſchwarze Käferchen, dürften gleichfalls alle vorhanden ſein, wie z. B. die größte Art, der gerinnelte Splint⸗ bohrer(Lyctus canaliculatus F.) 2“, braunroth, weichhaarig, als Larve im wurmſtichigen Splint fauler Eichen; ferner Cis Latr. boleti Scop. 1“, gemein in Baumſchwämmen, C. micans und nitidus Hb., hispidus Pk. u. a. Auch der lange, ſchmale Werftkäfer(Lymexylon F. navale L.), ſonſt auf Schiffswerften dem Holz verderblich, dürfte, wie in der Pfalz, auch hier in den alten Eichen des Niederwaldes nicht fehlen. Beſtimmtes über ſein Vorkommen kann ich indeſſen bis jetzt nicht angeben, wie auch von dem hierhergehörigen Schabenbohrkäfer(Hylecoetus Latr. dermestoides L.) 4— 7““ deſſen Larve in Borkenkäfergängen ſchmarotzt.
Von der Borkenkäfer⸗Familie(Scolytidae s. Bostrichidae) dürfen ohne Bedenken die eigentlichen Borkenkäfer der Nadel⸗ wie Laubgehölze(Bostrichus und Hylesinus) ſowohl, als die den Obſthäumen vielfach verderblichen Splint⸗ und Holzkäfer(Eccoptogaster Hbſt. oder Scolytus Geof.) und Hylurgus Latr. als vorhanden angeführt werden. In eranken Fichten(Pinus Abies L.) macht ſenkrechte oder ſ. g. Lothgänge der nur bis 2 ½“ große„Linné'ſche Buchdrucker“ (Bostrichus typographus. s. B. 8-dentatus Gyl.); unter Kiefernborke findet ſich in breiten Lothgängen der größere, bis 3 ½% große Kiefernborkenkäfer(B. stenographus Oft. s. typographus F.); beſonders den Lärchen ſchädlich wird der kaum 2“ erreichende Lärchen⸗B. (B. laricis F.); Sterngänge in der Fichte macht als Larve der ſ. g. Kupferſtecher(B. chal- cographus L.), Sterngänge in den Kiefern der zweizahnige B.(B. bidens F.); in Nadelholz und Birken tief eindringend die Larven von B. lineatus Gyl., der ſ. g.„Nutzholz⸗B.“; in Eichenrinde zu finden B. villosus F. nur 1 ½“ groß; in allerlei jungem Laubholz, auch in Zwerg⸗ und Topf⸗ obſtbäumchen oft ſchädlich B. dispar Hellw., an Eichen bis in’s Holz gehend der nur bis 1 ½ große B. monographus F.; ſehr ſchädlich in Fichten noch der zottige Fichten⸗B.(B. autographus Kn. s. villosus Gyl.). Im Allgemeinen verurſachen die berüchtigten Borkenkäfer durch Zerſtörung von Baſt und Splint unter der Borke oder Rinde der Waldbäume deren Abſterben, oder die ſ. g. Wurmtrocknis. 1
Sodann ſind von uneigentlichen Borkenkäfern noch folgende hervorzuheben:
In kranken Eichen und echten Kaſtanien tiefe Löcher bohrend Platypus Hbſt. cylindricus F.;
In Nadelhölzern ſodann verſchiedene Baſtkäferarten(Hylastes Erichſ.) z. B. in Kiefern H. ater Pk., an den Wurzelköpfen junger Fichten H. cunicularis Ratz. 2 ½ ‧%, ſchwarz; in verſchie⸗ denem Nadelholz H. palliatus Gyl. über 2“‧, röthlichbraun;
ferner die Gattung Hylesinus d. i. Holzzerſtörer, wie der Kieferzweigbohrer oder„Waldgärt⸗ ner“(H. piniperda L.), im Kiefernaſtwerk in doppelarmigen Wagegängen auch H. minor Hrtg.; in Fichten der größere, in Rinden⸗Familiengängen lebend pechſchwarze H. micans Kug.(ligniperda Gyl.);


