Aufsatz 
Geschichte des lateinischen Kaiserreiches von Konstantinopel : 1. Teil. Geschichte der Kaiser Balduin I. und Heinrich 1204-1216. Unter Benutzung eines Manuskriptes von Cal Hopf und mit Unterstützung
Entstehung
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hielt¹). Daneben kamen 10 000 Rosse zur Verteilung²). Natürlich handelt es sich hierbei nur um das sogenannte Heer; darin waren auch die zu Konstantinopel ansässigen Franken, die bei der Eroberung mitgewirkt hatten, einbegriffen ²). Dagegen hatten die Venetianer ihre besondere Rechnung, und es erhob sich wieder mit oder ohne Grund der Ruf, daſs man von ihnen übervorteilt sei4). Die Hälfte der Beute die ganze Masse wurde auf 300 000 Mark geschätzt hatten sie nach dem Vertrag ohne weiteres zu fordern. Dazu kamen 50 000 Mark für rückständige Fahrtkosten, und so blieben denn nur 100 000 Mark zur Verteilung für die Franken übrig). Es scheint, dafs bei dieser Berechnung die kostbareren Gegenstände, Gold, Edel- steine und Stoffe, nicht mit einbegriffen waren. Clari, dessen Zeug- nis hier sicher nicht zu verachten ist, sagt ausdrücklich, daſs man diese Dinge erst später verteilt habe. Wir werden darauf noch zu sprechen

¹) Dev. 92, Ern. 376, Era. 275, Pip. 619; das Verhältnis, nicht die Zanlen, auch bei Vill. 150, 174.

2) Vill. 150, 176; Bald. Aven. 356.

³) Nur bei Bald. Aven. und zwar nur in der Fassung bei Buchon, Chron. nat. franç. III 286.

¹) Die gegenseitigen Beschuldigungen zwischen Vornehmen und Geringen, Franken und Venetianern, sowie das Angebot der Venetianer, den Franken ihre Beute abzukaufen, bei Ern. 375. Bei Can. 336 ist der Doge sehr loyal.

) Vill. sagt ausdrücklich, dals alles, was in den 3 Kirchen gesammelt war, dem Vertrag entsprechend zu gleichen Hälften geteilt worden sei(vgl. auch Clari 64/5). Allein der Märzvertrag hatte so lange eine Teilung im Verhältnis 3: 1 vor- gesehen, bis die Venetianer ihre rückständigen Forderungen an den griechischen Kaiser gedeckt hätten; erst dann sollte Halbierung eintreten. Es bleibt nur übrig anzunehmen, daſs die Venetianer sich für ihre griechischen Forderungen dadurch schadlos hielten, daſs sie einen groſsen Teil der Beute nicht in die Kirchen ab- lieferten, sondern auf ihre Schiffe brachten(Ern. 375). Darum sagt Vill. später, daſs die Gesamtsumme(des in die Kirchen Gebrachten) ohne das Gestohlene und den(auf die Schiffe gebrachten) Teil der Venetianer 300 000 Mark betragen habe. Denn so lese ich und nicht mit De Wailly u. Bouchet 400 000 Mark. Beide Les- arten sind überliefert. Allein nur so stimmt die Rechnung: Die Pranken teilten, 100 000 Mark und zahlten noch 50 000 Mark rückständige Fahrtkosten den Vene- tianern, hatten also zusammen 150 000 Mark; ebensoviel die Venetianer, gibt 300 000 Mark. Ganz falsch schreibt Buchon in seiner zweiten Ausgabe des Ville- hardouin(Chron. nat. III 101) im Anschluls an Ducange(vgl. Wilken 320): 500 000 Mark. Bald. Aven. hat in der Fassung bei Tu Th I 356: 400 000 Mark, dagegen bei Buchon, Chron. nat. III 286: 600 000 Golddukaten. Ganz übertriebene Zahlen hat Cogg. 453. Vgl. Gibbon 407; Mich. 120; Wilk. 281 u. 319; Hurter I 646; Stamat. 42; Finlay 92; Hopf 205; Paparrh. IV 737; Bouchet II 187 ff.; Klimke 33 u. 61; Pears 350.