Aufsatz 
Geschichte des lateinischen Kaiserreiches von Konstantinopel : 1. Teil. Geschichte der Kaiser Balduin I. und Heinrich 1204-1216. Unter Benutzung eines Manuskriptes von Cal Hopf und mit Unterstützung
Entstehung
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seiner Standeserhöhung. Aber während er noch in dem Gedanken leben mochte, sie bald als Kaiserin an seiner Seite zu begrülſsen, war sie erkrankt und kurz darauf gestorben¹). Sie wurde wohl im heiligen Lande bestattet ²).

Zweites Kapitel.

Die Patriarchenwahl.

Unterdes harrten des neuen Kaisers schwere diplomatische Ge- schäfte. In der Tat eine peinliche Lage, in die man ihn hineinge- stellt hatte. Ich will hier noch nicht von den drohenden Zwistig- keiten im Pilgerheere selbst sprechen. Allein jeden Augenblick konnte ein anderer Konflikt zu neuem, unheilvollem Ausbruch kommen. Schon mehrfach waren ja die Interessen Venedigs und der Kirche feindlich einander gegenübergetreten. Wie nun, wenn dem Papste die neuen Abmachungen bekannt wurden? Daſs er die Eroberung Konstanti- nopels und die Aufrichtung des neuen Reiches, die ja auch für die Kirche Vorteile bot, wenigstens insgeheim nicht ganz verwerfen würde, war nicht unwahrscheinlich. Allein ebenso sicher war, dafs er ver- langen würde, bei der Neueinrichtung, zum wenigsten auf kirchlichem Gebiet, ein Wort mitzureden. Und nun waren Balduin gerade hier den Venetianern gegenüber die Hände gebunden. Denn nach dem Vertrage vom März 1204 mufste den venetianischen Geistlichen die Wahl eines Patriarchen und damit die kirchliche Einrichtung des Landes zufallen. Dafs diese aber nicht im Sinne der Kurie vor sich gehen würde, war vorauszusehen. Dazu enthielt der Vertrag den weiteren bedenklichen Passus, dals den Kirchen und Geistlichen an

¹) Vill. 186, 220, Bald. Cpol. 300, Alberich 884, Cogg. bei Bouquet 101, Ern. 378, Era. 277, Bald. Aven. 357. Röhricht, Kgr. Jerusalem 693; Reg. regni Hier. No. 794 und 798; Beiträge II 360; die Deutschen im hl. Lande 92; Wauters, Mar- guerite de Cple, Biogr. nat. de Belgique XIII 1894 95, 61229.

2) Die Nachricht bei D'OQutreman 270, daſs Balduin ihre Gebeine nach Kon- stantinopel schaffen und in der Sophienkirche beisetzen liels, beruht auf später, unglaubwürdiger Quelle. S. Michaud 132, Wilken 14, Krause 63, Hopf 200, Hurter 1 679.