21 verziert. Rosette am Ausguss und blattförmige Ornamente in Zierstreifen oben und unten am eigentlichen Gefässe lichtblau, Felder des oberen Theiles roth, Felder des unteren Theiles
tiefkblau. Fundort Gladbach. Eine für die Geschichte der Emailtechnik hochbedeutende Arbeit.
III. 1. Tf. 4. Fitur 7.— 3. Fibula aus Erz mit orangerothem, weissem, blauem und violet- tem Email. Fundort Windisch. II. 10. Tf. 1. Figur 1.— 4. Fibula aus Erz mit grünem rothem mit weissem Email; Fundort Heimersheim in Rheinhessen, ebenda Fig. 2.— 5. Erz-
fibula mit Email in Roth, Tiefblau und Hellgrün; Fundort: Rheinhessen, ebenda Fig. 3.— 6. Erzſibula mit blaugrünem und rothem Email. Fundort Umgegend von Mainz, ebenda Fig. 5.— 7. Desgl. mit rothem, blauem und grünem Email. Fundort: Castel, ebenda Fig. 6.— 8. Desgl. mit rothem und blauem Email; Fundort: Umgegend von Mainz, ebenda Fig. 7 — Auch von den Bd. II. Heft 7. Taf. 4 zusammengestellten Gewandnadeln aus römischen Niederlassungen ist Fig. 9 mit rothem und grünem Email verziert; Fig. 11 desgl.; Fig. 14 mit rothem und braunem; Fig. 15 mit gelbgrünem, schwarzem und hellblauem, Fig. 19 mit grünlichem; Fig. 21 mit grünem und rothem.
Man wird danach nicht umhin können die bisherige Ansicht aufzugeben und die Kunst Erzarbeiten à champ levé mit verschiedenartigem Schmelz zu verzieren als römisches Kunstge- werbe schon für das zweite nnd dritte Jahrhundert zugeben müssen. Diese Thatsache sollte eigentlich nach Lindenschmits Ausführungen in der Beilage zum 1. Heft des 3. Bandes der Alterthümer uns. heidn. Vorzeit S. 30— 36. bes. S. 35 gar keines weiteren Beweises bedürfen. Nun meint aber der Graf de Linas, ein viel gewichtigeres Bedenken stünde der Annahme, dass die Pyrmonter Schöpfkelle römisches Fabrikat sei, damit im Wege, dass das auf derselben angewendete Blatiornament nur auf orientalischen und zwar sassanidischen Emailarbeiten vor- komme. Wenn derselbe aus diesem Umstande folgern wollte, dass die Schöpfkelle sassanidischen Ursprunges sei, so würde er damit immerhin zugeben, dass sie in die Zeit von 218— 626 n. Chr. gehört. Auf die Frage, wie dies vereinzelte Prachtstück orientalischer Arbeit nach Pyrmont gelangt sein könne, wüsste ich denen, welche für solche Funde gern nach einem bestimmten geschichtlichen Datum suchen, sogar eine Vermuthung anzugeben, die an innerer und äusserer Glaubwürdigkeit den meisten derarüger Vermuthungen nicht nachstehen dürfte. Das Stück könnte zu den Geschenken gehört haben, welche 777 die saracenische Gesandtschaft Karl dem Grossen bei Paderborn überreichte und 784 in Pyrmont von dem erlauchten Besitzer verloren worden sein, als er einen Trunk aus der Quelle thun wollte. Denn damals weilte er längere Zeit in der Nähe und kam bei seinem Verheerungszuge 784 15 sicher auch nach Pyrmont selbst. In der Weihnachtszeit hält er Rast in Lügde, dicht bei Pyrmont, wohin er seine Familie hatte nachkommen lassen, vgl. Annal. Laurissenses zum J. 784 bei Pertz, Monum. Germ. I. 166. Et celebravit natalem Domini iuxta Skidrioburg(heute„Alten-Schieder“) in pago Waizzagawi(Wittegau) super fluvium Ambra(Emmer) in villa Liudihi.
Diese Vermuthung hat, wie fast alle ihre Schwestern einem sachlichen Umstande ihre leicht verwundbare Seite. Woher, müsste man fragen, kam aber die erst im 8. Jahrh. ver- lorene Kelle unmittelbar in dieselbe Schicht mit den unzweifelhaft der Zeit von 81— 198 n. Chr. angehörenden Denaren, den zweihundert und mehr Fibeln allgemein anerkannten römi- schen Characters, den Gewandnadeln mit jenen Thierfiguren, deren Arbeit als entschieden


