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in Garnison gelegen hat.— Auch anderweitige Funde bestätigen die Verwerfung der Annahme gallisch-fränkischer Arbeit. Aus der lehrreichen Zusammenstellung von 21 solchen,(erweislich aus römischen Niederlassungen herrührenden Gewandnadeln mit Thierfguren, welche Linden- schmit, Alterth. uns. heidn. Vorzeit. II. 7. Taf. 4 gegeben hat, hebe ich vergleichsweise her- vor, Fig. 2.(zwei Greife an einer Vase; gefunden zu Windisch.) Fig. 3(Rennwagen mit Pferd; gefunden zn Mainz.) Fig. 10(stehendes Pferd; gef. zu Heddernheim.) Fig. 13(Eber? gef. zu Heddernheim.) Fig. 15(Stier, gef. zu Heddernheim), Arbeiten, welche in Rohheit der Zeichnung oder wie z. B. Fig. 13 in phantastischer Gestaltung des Thieres ähnlichen Kunstcharacter wie die vier Pyrmonter Fibeln zeigen, während an denselben Orten gefundene Fibeln ungleich besser gezeichnete und sorgfältiger ausgeführte Thierfguren aufweisen.— Allerdings haben abgesehen von der Reiterfibula die drei anderen Pyrmonter Gewandnadeln noch etwas abweichend Eigenartiges, aber ihr gesammter Character stellt sie jenen Fibeln aus römischen Castellen und Niederlassungen ungleich näher als den fränkischen Gewand- nadeln und Schmuckstücken beglaubigten Fundortes, von welchen Lindenschmit, Alterth. uns. heidn. Vorz. II. 8. Tf. 8; Il. 12. Tf. 7. und III. 1 Tf. 6 nicht minder lehrreiche
Zusammenstellungen gegeben hat. Man wird sie mit Sicherheit für Erzeugnisse römischer
provinzialindustrie des 3. oder 4. Jahrhunderts halten dürfen.
Zieht man weiter in Betracht, dass die viermal in dem Pyrmonter Funde vertretene Art von Gewandnadeln, bei welcher die halbkreisförmig gewölbte Bügelspange an ihrem Ober- theile von einem an den Enden geknöpfelten Querstabe gekreuzt wird, und die Nadel entweder sich in einem Charniere bewegt oder durch ein Rollengewinde mit dem Querstabe verbunden ist, nach L. Lindenschmits Beobachtungen(Alterth. u. h. Vorz. III. 2. Tf. 4. Text) mit Ge- wissheit erst um die Mitte des dritten Jahrhunderts n. Chr. in den römischen Gräberfeldern und Castellen am Rhein und in Belgien nachzuweisen ist und erst in noch späterer Zeit zahl- reicher auftritt, so gewinnt man ein neues Moment für die ungefähre Bestimmung der Zeit, welcher der Pyrmonter Fund angehört.
Was bisher vorzugsweise Anlass gegeben hatte, neben der unabweislichen Anerkennung der grossen Masse der Fibeln und der drei Münzen als römisch den übrigen Bestandtheilen des Fundes eine ziemlich späte Zeit zuzuweisen, war besonders Rücksicht auf die Emailarbeit der Schöpfkelle. Man meint nämlich im allgemeinen, dass diese Art des Kunstgewerbes erst seit der ersten Hälfte des 6. Jahrhunderts n. Chr. nachzuweisen und in Italien gar erst gegen das 9. Jahrhundert hin zur Ausübung gelangt sei. Dem gegenüber weise ich auf die sicher dem 3. und 4 Jahrh. angehör igen Emailarbeiten hin, welche in den letzten Jahrzehnten be- kannt geworden sind, seitdem man mit geschärftem Blicke Umschau gehalten hat. Die ältesten sind emaillirte Bronzefibeln aus Römergräbern zu Xanten und Mainz, welche auf das Be- stimmteste der Zeit der flavischen Dynastie angehören vgl. Fiedler, Denkm. v. Castra Vetera Taf. 17 und 23, Lindenschmit II. 4. Tf. 5. In den Römergräbern bei Rückingen fand man zwei Gewandnadeln mit noch erhaltener Emaileinlage(a. a. O. Taf. I. 13 und 16.) In Linden- schmits Werke, Alterth. uns. heid Vorzeit finden sich ferner aus anderen Römerplätzen abge- bildet. 1. Fibula aus Erz; Figur eines Hahnes mit rother und blauer Emailverzierung; Fundort Heddernheim. III. 1. Tf. 4, Fig. 1.— 2. Guttus aus Erz, reich mit Glasschmelz


