Aufsatz 
Altertümer aus Waldeck und Pyrmont /Hermann Genthe
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gestattet mir dies der beschränkte Raum dieser Programmabhandlung. Indessen will ich wenigstens einige Bemerkungen nicht zurückhalten, welche für eine Zeitbestimmung des Fundes und seine Beurtheilung auch nach jener Seite hin von Belang sein können. Diese Bemerkungen beziehen sich besonders darauf, dass v. Olfers(Arch. Anzeiger 1864 S. 247 und 249) und Ludwig(Jahrb. d. V. von A. i. Rheinl. 1865. S. 56) die Gewandnadeln mit den Thierfiguren als Erzeugnisse gallisch-fränkischer Kunst, und den kleinen Löffel als entschieden miitelalter- liche Arbeit bezeichnet haben, so wie darauf, dass v. Olfers die Schöpfkelle für byzantinische oder rheinisch-fränkische Arbeit vielleicht des 12. und 13. Jahrhunderts(Arch. Anzeiger 1865. S. 247), Professor aus'm Weerth(Jahrb. d. V. v. A. i. Rh. 1865. S. 59 f.) für gallisch-römi- sches Kunsterzeugniss, der neueste Schriftsteller über Schmelzarbeiten aber, der Graf de Linas, in seinen Origines de l'Orfèvrerie cloisonnée. Bd. I. für ein Kunstwerk orientalischen und zwar sassanidischen Ursprungs erklärt haben. Von einer Prüfung und, soweit nöthig, Berichtigung dieser Ansichten ist eine annähernde Zeitbestimmung des Fundes begreiflicher Weise in erster Linie abhängig..

Zur Bezeichnung der barbarischen Thierfiguren auf den vier silbernen Gewandnadeln als gallisch-fränkische Arbeit scheinen v. Olfers und Ludwig besonders durch die Vergleichung von Fibeln aus Silber oder emailliertem Kupfer bestimmt worden zu sein, welche sich in den Museen zu Paris, Poitiers, Mainz und anderwärts befinden(Ludwig, a. a. O. S. 56.) lch kann dieser Ansicht nicht beistimmen. Dass ähnliche Fibeln und Thiergestalten auch in Schmuckstücken italischen Fundortes vorkommen und dass die eigenthümliche Technik sofort an so unzweifelhafte und hervorragende Silberarbeiten römischer Kunst wie die Lauersforster Phaleren erinnert, war Ludwig nicht unbekannt und er räumte es ein. Dennoch glaubte er daran zweifeln zu müssen, dass diese vier Gewandnadeln römische Arbeit seien, was er in Betreff der übrigen Gewandnadeln als unzweifelhaft anerkannte. In der That besteht in Betreff der Paar Hundert Stück Gewandnadeln keine Meinungsverschiedenheit. Noch in neuester Zeit hat O. Hostmann in seiner Schrift, der Urnenfriedhof von Darzau. 1874. S. 48 und 52 auf Grund persönlicher Besichtigung den römischen Ursprung dieser Nadeln anerkannt. Ueber jene vier Silberfibeln äussert er sich nicht besonders. Aber auch diese werden als Erzeugnisse römischer Provinzialindustrie gelten müssen. Zu der Reiterfibula bildet die aus einer römischen Niederlassung herrührende bronzene Gewandnadel, welche Lindenschmit, Alterth. unserer heidn. Vorzeit. Bd. II. Heft 7 Tf. 4 Fig. S abgebildet hat, ein vollkommenes Seitenstück. Ich ver- weise ferner auf eine eherne Fibula mit der rohen Figur eines Hundes, die in dem nach R. Suchiers Unitersuchungen wahrscheinlich unter Hadrian angelegten und nach 217 n. Chr. nicht mehr benutzten Todtenhof des Römercastells bei Rückingen gefunden und in der schönen Ar- beit des hanauischen Bezirksvereines für hessische Geschichte und Landeskundedas Römer- castell und das Todtenfeld bei Rückingen in der Kinzigniederung. Hanau 1873. Tf. I. Fig. 18 abgebildet ist. Eine andere, ebenda gefundene(Tf. I. Fig. 17) zeigt ein schreitendes Pferd von entschieden guter Zeichnung, der beste Beweis, wie grundlos es wäre, jene erstere wegen der barbarischen Zeichnung des Hundes als spätere Arbeit oder gar als gallisch-fränkische zu betrachten, zumal da nach den Legionsziegeln und Cohortenstempeln dort ausser der 22. Legion Primigenia Pia Fidelis, nur die vierte Cohorte Vindelicorum und die dritte Cohorte Dalmatarum

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