Aufsatz 
Altertümer aus Waldeck und Pyrmont /Hermann Genthe
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anderes, ebenfalls ähnlicher Form, ist mit mehreren Löchern und einem fünfmal durchbohrten Deckel versehen(vgl. ebenda Tf. IX. 6.) Eine Verwendung der bei Mehlen gefundenen Gefässe zum Räuchern ist wahrscheinlicher als die zum Leuchten, weil bei der Tiefe des Bauches ein sehr langer Docht erforderlich gewesen wäre. Nicht ohne triftigen Grund sind die antiken Oellampen flach. Die Gefässe sind in den Besitz Sr. Erlaucht des Grafen Adelbert zu Waldeck und Pyrmont gelangt, und mir von demselben be- reitwilligst zur Ansicht zugesendet worden.

5. Der Pyrmonter Quellenfund. Ueber den höchst merkwürdigen Fund, welcher beim Brodelbrunnen zu Pyrmont gemacht worden ist, haben Bericht erstattet v. Olfers im Archäol. Anzeiger 1864 No. 187 S. 246 ff.; R. Ludwig in den Jahrbüchern des Vereins von Alter- thumsfreunden im Rheinlande. Bonn 1865. XXXVIII. S. 47 60 nebst 2 Holzschnitten und 1 Tfl. Abbildungen, sowie abgekürzt in den Beiträgen zur Geschichte der Fürstenthümer Wal- deck und Pyrmont. II. 1.(Arolsen 1867.) S. 109 114. Der Thatbestand ist im Wesentlichen folgender:

Bei den im J. 1863 zur Neufassung der Mineralquellen vorgenommenen Erdarbeiten wurde dicht neben dem Brodelbrunnen in einer Tiefe von 10 Fuss unter dem heutigen Strassen- Ppflaster ein durch und durch mit Schwefeleisen imprägnierter Lindenbaum freigelegt, über welchem sechs verschiedene, dicke Torflager mit Erlen-, Haselnuss- und Buchenwurzelstöcken die lange Zeitdauer bekundeten, welche über den in die Quelle selbst gesunkenen Baum da- hin gegangen war. Am Fusse dieses 3 dicken, über 200 Jahresringe zählenden Baumes wur- den im Quellocker zwischen Moos, Gras und Laub, also ursprünglich neben ihm niedergelegt, und picht in die Quelle selbst versenkt, folgende Gegenstände gefunden:

a. eine broncene, aussen emaillierte Schöpfkelle. b. drei Münzen von Domitian, Trajan und Caracalla. c. etwa ein Dutzend Schnallen. d. zehn Ringe. e. fast dreihundert Fibulä.

Diese Gegenstände lagen in einer kaum 2 ½ dicken Schicht von etwa 9 Quadratrutben Umfang. In dem bei weiterer Untersuchung ausgeschöpften Schlamme kam noch ein kleiner bronzener Löffel(f.) zu Tage, von dem es unbestimmt ist, ob er neben jenen Gewandnadeln oder in einer anderen Schicht gelegen hat. In derselben Tiefe wie die Gewandnadeln wurden zwischen den verschiedenen Quellöffnungen noch Reste von zwei roh gearbeiteten höl- zernen Schöpfgefässen gefunden, welche leider beim Austrockenen in Splitter zerfielen.

Die Münzen beschreibt Ludwig(Jahrbücher des Vereins von Alterthumsfreunden XXXVIII. S. 54 f.) folgendermassen:

1. Denar des Domitianus. Av.: IMPerator CAESar DOMlTIANUsS AUGustus Pontifex Maximus. Rev.: TRibunicia Potestate COnsul VII. DESignatus VIII. Pater Patriae. Minerva, auf der Rechten eine Victoria, in der Linken eine Lanze. Aus dem Jahre 81 n. Chr. und dem 7. Consulate des Domitianus, als er das Imperium erlangt hatte und zum Consul(VIII.) des folgenden Jahres ernannt war.

2. Denar des Trajanus.