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3. Pfeilspitze aus Eisen. Fundort: Gemarkung Corbach.— In der Lehm- grube des Herrn Steinrück in südöstlicher Richtung von der Stadt Corbach wurde 1876 eine eiserne Pfeilspitze gefunden. Dieselbe gleicht im Klingenblatt der bei Lindenschmit, Alter- thümer der heidn. Vorzeit. Band II. Heft 9. Tf. 5. Fig. 7(aus fränkischem Grabe in der Rheinpfalz herrührend) in der Schafthülse der ebenda Fig. 8(aus alamannischen Gräbern in Württemberg herrührend) abgebildeten.— Das Klingenblatt der eigentlichen Spitze misst 2,2 Cm. in der NMitte, an der Schneide von der Spitze bis zum Ende des Widerhakens 3,4 Cm. Das gewundene Verbindungsstück des Klingenblattes ist 5 Cm. lang und etwa 6 Mm. stark; die eigentliche Schafthülse ist 3 Cm. lang, und hat unten eine 1 Cm. weite Oeffnung. Sie ist geschlitzt wie die bei Lindenschmit a. a. O. Fig. 4. 7. 9.— Die ganze Länge der Spitze ist 10,2 Cm.—
Während man früher die eisernen Pfeilspitzen mit gewundenem Stiele oberhalb der Tülle den mittelalterlichen Waffenformen beizählte, hat Lindenschmit durch die aus fränkischen und alamannischen Gräbern herrührenden Pfeilspitzen(a. a. O. 4. 8. u. 13.) das weit höhere Alter derselben erwiesen und zugleich die weitere Nachweisung gegeben, dass ein solcher Pfeil unter den Waffenstücken des römischen Lagers bei Valheim(Luxemburg) von Prof. Namur aufgeführt werde(3. Bericht über die Ausgrabungen bei Valheim 1856 Tf. III. Fig. 17.—
An derselben Stelle bei Corbach sollen im Lehme etwa 80— 90 Cm. tief noch mehrere solcher Pfeilspitzen gefunden, auch Gefässreste zu Tage gekommen sein. Leider sind diese weiteren Fundstücke alle zerschlagen oder verschleppt.— Die einzige erhaltene Pfeilspitze be- findet sich im Besitze des Herrn Steinrück jr. in Corbach.
4. Thongefässe Fundort: Mehlen(Kreis der Eder). Die näheren Umstände des Fundes habe ich noch nicht in Erfahrung gebracht. Die Gefässe sind aus ziemlich körnigem, graugelbem Thone auf der Drehscheibe angefertigt. Der schlanke, nach oben sich verjüngende Bauch der Urne ruht auf einem einfachen Fusse. In dem Boden des tassenkopfähnlichen Deckels befindet sich ein 4—5 Mm. weites Loch. Die Höhe des einen Gefässes beträgt vom Fuss bis zum Rande 12 Cm., mit aufgesetztem Deckel 14 Cm. Der Deckel allein ist 4 Cm. hoch, 2,3 Cm. am Boden, 4 Cm. am entgegengesetzten Theile im Lichten weit. An dem eigentlichen Gefässe ist die Oeffnung 2 Cm. im Lichten weit, die grösste Ausbauchung 6 Cm., der Fuss am Uebergang 2 Cm., an der Sohle 4 Cm. breit. Die Wände sind etwa 3 Mm. stark.— Das zweite Gefäss ist bei ganz gleicher Form ohne Deckel 13 Cm., mit Deckel 15 Cm. hoch(der Deckel für sich 4,2 Cm. hoch, am Boden 2 Cm.); oben 4 Cm. im Lichten (4,7 Cm. mit den Wänden), oben an der Oeffnung 2,4 Cm., in der grössten Ausbauchung 5,8 Cm. weit. Der Fuss ist dem des anderen Gefässes gleich.— An der Aussenseite der Gefässe, namentlich an der unteren Ausbauchung des kleineren und an der Fussplatte des grösseren sind Reste einer bräunlichen Glasur sichtbar.— Was die Bestimmung der Gefässe anlangt, so können sie ebensowohl als Räucher- wie als Leuchtgefässe verwendet worden sein. Ein in Schlesien gefundenes und von Büsching(heidnische Alterthümer Schlesiens. Leipzig 1820— 1824. Taf. X.) auch von Clemm germanische Alterthumskunde Tf. XIV Fig. 11) abgebildete⸗ Räuchergefäss hat zwar im allgemeinen ähnliche Form, aber weitere Deckelöffnung. Ein


