Aufsatz 
Altertümer aus Waldeck und Pyrmont /Hermann Genthe
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bogenschüsselchen war. Diese Münzen sind nach Theodor Mommsen(Röm. Münzwesen 1860. S. 688) wahrscheinlich abgeleitet aus dem belgisch-britischen Philippeus, mit dem sie anfangs wenigstens im Gepräge und Gewicht( 7. 71, 7. 23, 7. 03) übereinstimmen, und also wohl der jürgste Spross des alten persisch-makedonischen Königsstaters. Wahr- scheinlich ist aber diese Prägung späterhin unter den Einfluss des römischen Aureus gekom- men und dessen Gewicht auch für sie massgebend geworden. Was die Verbreitung der- selben anlangt, so erstreckt sich dieselbe über das ganze eigentliche Germanier. Für hessi- sches Gebiet sind mir aus der weiteren Umgegend von Friedberg mehrere Funde bekannt, welche ein eifriger Privatsammler dort glücklich gerettet hat. Der Verbleib des bei Berndorf gefundenen Stückes ist noch nicht ermittelt. In das Fürstliche Münzcabinet ist es nicht gekommen.

6. Germanische Goldmünze. Vor Jahren wurde zwischen Cülte(?) und Volkmarsen ein Goldstück gefunden, welches offenbar die barbarische Nachbildung einer römischen Münze war und aus dem 5. Jahrhundert n. Chr. herrühren mochte. Die Münze ist inzwischen ver- loren gegangen.(Brieſliche Mittheilung des Herrn Appellationsgerichtsraths Langenbeck in Paderborn.)

7. Urnen. Bei dem Bau der Altenbeken-Pyrmonter Bahn wurden zwischen dem Pyrmonter Bahnhofe und Lügde Thongefässe gefunden.(Mittheilung des Secundaners Grebe). Die Gefässe scheinen zertrümmert und verloren gegangen zu sein. Ein mir durch den Berichter- statter übergebener Scherben davon zeigt bei einer Länge von 10 Cm. und einer Breite von 7,5 Cm. nur 1,4 Cm. grösste Ausbauchung, so dass er auf ein Gefäss von aussergewöhnlicher Grösse schliessen lässt. Er scheint von dem Theile herzurühren, welcher den Uebergang von der Oeffnung zu dem bauchigen Untertheile bildete. Die Arbeit ist äusserst roh, sichtlich nur mit den Händen hergestellt. Der Thon ist grauschwarz, ungeschlämmt, mit zahlreichen Steinchen darin. Auf der Aussenseite der 1 Cm. starken Wandung ist die Farbe röthlich- braun. Ieh wage nichi zu entscheiden, ob sie durch Auftragen einer Schicht rothen Thones oder durch flüchtiges Brennen des Gefässes entstanden ist.

8. Lanzenspitze aus Feuerstein. Vor etwa 12 Jahren wurde in der Gemarkung Braunau bei Wildungen eine Lanzenspitze aus Feuerstein gefunden. Dieselbe wurde vom Pfarrer Contzen an den Consistorialrath Scipio geschenkt, von diesem dem in Wildurgen ge- gründeten Museum übergeben. Dort ist sie 1867 bei dem Brande des Museums zu Grunde gegangen.(Mittheilung des Primaners Scipio).

IV. Erhaltene Alterthümer. 1. Bronzehacke. Fundort Ottlar, Kreis des Eisenberges, etwa 3 Stunden von Corbach. In den vierziger Jahren wurde dort ein Kelt aus Bronze gefunden, in der Form ganz der bei Klemm, Germ. Alterthumskunde 1836. S. 239. T. XVI Fig. 2. und im Leitfaden f. Nordische

Alterthumskunde 1837. S. 54 abgebildeten entsprechend. Näheres über die Fundart ist nicht bekannt. Curtze, Beschreibung des Fürstenthums Waldeck. S. 345.