12 qurch die Notiz Curtzes irre geleitet, stellte seine Nachforschungen auch nur in den Samm-
lungen und Inventarien im Schlosse— natürlich vergebens— an. Vgl. dessen Schrift: die Antiken des Fürstlich Woldeeckischen Museums in Arolsen.(Arolsen 1862. 8⁰. S. 8. Anm. 1).
3. Römische Münze. Eine bei Wegebauten in der Corbacher Gemarkung gefundene römische Münze kam durch Herrn Kreisbauführer Dissel in Corbach an den 1877 verstorbenen Baurath Brass in Arolsen. Bis jetzt ist der weitere Verbleib nicht ermittelt.
4. a. Bronzewaffen.„Im August 1865 fand der Schäfer Wagener zu Lütersheim(1 ½ Meile östlich von Arolsen) beim Einhacken eines Raines an seinem Lande im Felde östlich von der Hollenkammer eine kupferne Streitaxt oder wie man das Werkzeug sonst nennen will. Die Axt ist merkwürdig gut erhalten und war nur mit einer dünnen Schicht Grünspan überzogen. Ihre Länge beträgt 8— 9"(= 19—21 Cm.), das Gewicht ungefähr 1 Pfd.(= 500 Gr.)— Die Schneide ist wohl einen Finger lang; am entgegengesetzten Ende ist zur Befestigung des Stieles auf jeder Breitseite eine gerundete flache Rinne vorhanden, die bis zur halben Länge der Axt sich erstreckt und in einem etwas vortretenden Wulst verläuft, jenseits dessen sich dann die beiden Flächen zur Schneide zuschärfen.— Der Fin- der war im October 1865 noch im Besitz.“ Beiträge zur Geschichte der Fürstenthümer 1.3
(1865) S. 641 f.— 4. b. Etwa 1872 fand ebenda ein Bauer auf dem Acker eine kupferne Axt.(Mündliche Mit-
theilung in Lütersheim).
4. C. 1877 fand ebenda ein anderer Ba uer ein Geräth aus Metall, welches er für Gold hielt, so dass er dasselbe für ein Angebot von 60 Thalern nicht weggab. Das Geräth soll nach Paderborn gekommen sein. Die Form desselben wurde mit der eines Stemmeisens verglichen, qas Gewicht auf etwa 1 Kilogramm angegeben.(Mündliche Mittheilungen in Lütersheim und von Herrn Drewes jr. auf Büllinghausen).— Nach obigen Angaben vermuthe ich, dass der Fund ein schmalklingiger Celt resp. eine Axt aus hellgoldfarbiger Bronze war. Die Fund- stätte war bei den sogenannten„Heidenköppen“, vier Hügelgräbern, auf welche ich durch Hrn. Schloms in Corbach aufmerksam gemacht wurde. Unter dem grössten ist nach dort verbreiteter Sage, wie der mich führende Bauerbursche erzählte,„der Heidenkönig“ begraben. — Baldige Nachforforschung ist um so mehr geboten, als die betreffende Ackerparzelle bei der jetzt dort vollendeten Verkoppelung nächstdem ihren Besitzer wechseln wird.
5. Germanische Goldmünze.— Eine dicke Goldmünze, in Form einer kleinen Schüssel etwas vertieft, auf der einen Seite mit drei oder fünf Punkten, auf der andern mit unkenntli- cher Zeichnung versehen, genau 19 Mark an Werth, wurde von einem Bauer aus Berndorf, der sie beim Pflügen zwischen der Teichmühle und dem Elfringhäuser Felde(alte Wüstung westlich von Berndorf) an einem Steinbruche gefunden zu haben angab, c. 1862— 1865 an Herrn Postelmann in Corbach, von diesem an Appellationsgerichtsrath Langen- beck in Paderborn verkauft. Letzterer trat sie dem jetzigen General von Diringshofen ab, der sie dem Fürstlichen Münzcabinet anbieten wollte.(Briefliche Mittheilung des Heren Langenbeck und mündliche des Herrn Postelmann.)— Nach der Beschreibung unterliegt es keinem Zweifel, dass die fragliche Münze eine germanische und zwar ein sogenanntes Regen-


