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Thäler und Wälder einladende Stätten für freie Männer, die sich an Jagd freuten und von Viehzucht in Verbindung mit etwas Ackerbau lebten. Schon als Germanicus im Jahre 15 n. Chr. über die Eder drang, vertrieb er die Chatten aus ihren pagi und vici in die Wälder d. h. aus den kleineren Dörfern(pagi) und den grösseren, geschlossenen Ortschaften(vici). Das nämlich ist der synonymische Unterschied dieser beiden Wörter im Sprachgebrauche des Tacitus. Von den im 9. und 10. Jh. bereits genannten Ortschaften Waldecks mögen nicht wenige schon zur Zeit jenes Einfalles vorhanden gewesen sein. Den Beweis für feste Ansiedelungen in so früher Zeit denke ich später erbringen zu können durch genaue Erforschung einer beträchtlichen Anzahl Heidenschanzen und Ringburgen, von deren Vorhandensein die bisherigen Geschichts- schreiber Waldecks keine Notiz genommen haben oder keine Kunde hatten. In ihnen Reste frühheidnischer Zeit zu sehen, wird um so mehr erlaubt sein, als Tacitus in der Germania c. 31 von den Chatten im Gegensatz zu den übrigen Germanen berichtet, dass sie ihre Lager mit Wall und Graben umgeben.
Nach diesen allgemeinen Vorbemerkungen gehe ich dazu über das wenige, was bisher von Alterthumsfunden in dem Gebiet der Fürstenthümer Waldeck und Pyrmont zu meiner Kenntniss gekommen ist, zu verzeichnen.
III. Nachrichten über verschollene Alterthumer.
1. Römische Münzen, Waffen dgl. in einem vermuthlichen Römerlager.— Bei C. H. Stucke, physikalisch-chemische Beschreibung der Wildunger Brunnen. Leipzig 1791 findet sich folgende Nachricht:„Ueber der Donneiche bei Gellershausen liegt der Bösenberg und der Angstberg, auf welchem Kupfer gefördert wird. Sie sind desshalb vorzüglich merkwürdig, weil die Römer in alten Zeiten auf demselben im Lager gestanden. Die alten Münzen und Kriegszeichen, welche noch jährlich daselbst gefunden werden, be- stätigen dieses“. Ueber den Verbleib dort gefundener Alterthümer sowie über die Oertlichkeit selbst ist nichts weiter bekannt geworden.— Es ist sehr zu wünschen, dass in dortiger Gegend seit längerer Zeit ansässige Männer Erkundigungen einziehen.
2. Urne. In Wilhelm Grimm's Schrift über deutsche Runen. Göttingen 1821. S. 268. Anm. steht folgende Angabe:„Für solche sichtliche und greifbare Alterthümer wie die Urnen sind, entsteht am leichtesten eine Theilnahme und manche Privatsammlung wird ohne wissen- schaftliche Absicht, bloss dieser Freude wegen, angelegt. Zu Gibichenstein in Sachsen habe ich eine solche gesehen, zu Arolsen im Waldeckischen befindet sich eine, ohne Zweiſel mehr als eine in Niedersachsen auf adelichen Höfen“.— L. Curtze, Gesch. und Beschreib. des Fürstenth. Waldeck. Arolsen 1850. S. 345 gibt ungenau an:„Grimm sage, es befinde sich im Schlosse zu Arolsen eine altdeutsche, beträchtliche Urne“.— Von der Grösse spricht Grimm gar nicht, auch nennt er das Schloss nicht als Aufbewahrungs- ort. Seine Worte passen auf jeden beliebigen Privatbesitzer und der Umstand, dass auf Curtzes Nachfrage Ende der Vierziger Jahre im Schlosse Niemand etwas von einer solchen Urne wusste, spricht sehr dafür, dass die fragliche Urne in Privatbesitz gewesen ist.— Rud. Gaedechens,
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